Opentrons und NVIDIA bringen KI in 10.000 Labore
09.02.2026 - 03:11:11Ein Bündnis zwischen dem Laborautomations-Spezialisten Opentrons und dem KI-Giganten NVIDIA soll die wissenschaftliche Forschung revolutionieren. Ziel ist die Schaffung vollautonomer Labore, in denen künstliche Intelligenz Experimente nicht nur plant, sondern auch physisch durchführt und auswertet.
KI lernt aus echten Experimenten
Im Kern der Partnerschaft steht die Integration von NVIDIA Isaac und NVIDIA Cosmos in das globale Netzwerk von Opentrons. Über 10.000 Roboter des Unternehmens, die in allen Top-20-Forschungsuniversitäten der USA und in 14 der 15 größten Biopharma-Konzerne weltweit im Einsatz sind, werden so aufgerüstet. Die KI-Modelle sollen nicht nur Daten analysieren, sondern direkt aus den Ergebnissen realer Versuche lernen.
„Wir schließen die Lücke zwischen digitaler Hypothese und physischem Ergebnis“, beschreibt James Atwood, CEO von Opentrons, die Vision. Die Roboter werden zu lernenden Systemen, die ihre eigenen Experimente ausführen und die Resultate zur kontinuierlichen Verbesserung der KI nutzen. Dieser Kreislauf könnte einen der größten Flaschenhälse in der Forschung beseitigen.
Die EU-KI-Verordnung stellt neue Anforderungen an Kennzeichnung, Risikobewertung und Dokumentation von KI‑Systemen – und betrifft damit bald auch autonome Laborroboter wie die von Opentrons. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten Entwickler und Anwender jetzt beachten müssen, wie Sie KI-Systeme korrekt klassifizieren und welche Fristen gelten. Ideal für Forschungseinrichtungen und Biotech-Firmen, die KI rechtssicher einsetzen wollen. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Beschleunigung der Arzneimittelforschung
Der Druck, Entwicklungszeiten in den Lebenswissenschaften zu verkürzen, ist enorm. Die neue Plattform zielt darauf ab, Entdeckungsprozesse von Jahren auf Wochen zu komprimieren. Für die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien wäre das ein Quantensprung.
„Die Verbindung von Rechenmodellen mit experimenteller Validierung ist entscheidend, um die KI-gestützte Wirkstoffforschung zu beschleunigen“, betont Stacie Calad-Thomson von NVIDIA. Das standardisierte Opentrons-Netzwerk liefere die nötige physische Infrastruktur, um digitale Entwürfe in reproduzierbare Laborergebnisse zu übersetzen – eine Grundvoraussetzung für verlässliche KI.
Strategische Allianz für autonome Wissenschaft
Die Partnerschaft markiert einen Wendepunkt für die Laborrobotik: vom einfachen Automatisieren von Aufgaben hin zu echter, KI-gesteuerter Autonomie. Für NVIDIA festigt sie die Expansion in den Pharmasektor, wo Technologien wie NVIDIA BioNeMo für das Training biologischer Modelle bereits etabliert sind.
Opentrons wird zur physischen Schnittstelle zwischen digitaler Biologie und dem realen Labor. Könnte diese Allianz damit den Standard für die Forschung der Zukunft setzen? Erste Einblicke geben die Partner ab heute auf der SLAS International Conference in Boston. Dort demonstrieren sie, wie Systeme eigene Experimente entwerfen, durchführen und daraus lernen sollen.


