OpenAI-Präsident, Millionen

OpenAI-Präsident spendet 25 Millionen Euro für Trump

05.02.2026 - 21:02:12

Eine 25-Millionen-Euro-Spende des OpenAI-Präsidenten an ein Pro-Trump-Komitee führt zu massiven Protesten und einem Aufruf, ChatGPT-Konten zu löschen.

Eine Großspende des OpenAI-Präsidenten an ein Pro-Trump-Komitee löst eine Boykottwelle gegen ChatGPT aus. Nutzer fordern den Wechsel zu alternativen KI-Diensten.

Der OpenAI-Präsident Greg Brockman und seine Frau Anna haben im September 2025 insgesamt 25 Millionen Euro an das wichtige Trump-Wahlkampfkomitee MAGA Inc. gespendet. Diese Offenlegung der US-Wahlaufsicht FEC sorgt seit Januar für massive Kritik. Aktivisten und Tech-Experten werfen dem KI-Unternehmen vor, mit der Mega-Spende politischen Einfluss auf die KI-Regulierung kaufen zu wollen. Die Folge: Eine wachsende Bewegung zum Löschen von ChatGPT-Konten.

„Cancel ChatGPT“: So formiert sich der Widerstand

Die Enthüllung der Spende wirkt wie ein Brandbeschleuniger. In den vergangenen Wochen formierte sich online eine breite Koalition aus Influencern, Akademikern und Aktivisten. Ihr Aufruf: Nutzer sollen zu alternativen KI-Diensten wie Claude, Gemini oder Open-Source-Lösungen wechseln.

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Prominente Stimmen wie der Historiker Rutger Bergman sehen im Account-Löschen eine der wirksamsten Protestaktionen. Auch Marketing-Professor Scott Galloway von der New York University fordert einen breiten Wirtschaftsboykott gegen Tech-Konzerne, die die Regierung unterstützen. Die Aktivisten setzen auf finanziellen Druck. Sie verweisen auf die hohen Betriebskosten von OpenAI und einen bereits gesunkenen Marktanteil.

Spende vor entscheidender Regulierungs-Entscheidung

Für Kritiker ist der Zeitpunkt der Spende kein Zufall. Nur drei Monate nach der Überweisung erließ die Trump-Administration am 11. Dezember 2025 eine weitreichende Verordnung. Sie entzieht den Einzelstaaten der USA das Recht, eigene KI-Gesetze zu erlassen.

Genau dieses „Federal Preemption“ verhindert einen Flickenteppich unterschiedlicher Vorschriften – ein langgehegtes Ziel großer Tech-Konzerne. Analysten deuten die Abfolge – ein Abendessen Brockmans im Weißen Haus im September, die Spende, die günstige Verordnung – als klassische Transaktionspolitik. Die Branche wolle regulatorische Hürden abbauen und einen möglichst freien Rahmen für die KI-Entwicklung sichern.

Diese Verquickung schürt ethische Bedenken. Sie betreffen auch den Einsatz von OpenAI-Technologie durch US-Behörden wie die Einwanderungsbehörde ICE.

OpenAIs verzweifelte Balance-Akte

Das Unternehmen gerät in die Defensive. Die Spende offenbart das politische Spannungsfeld, in dem Tech-Führungskräfte agieren. Erst kürzlich war OpenAI vorgeworfen worden, eine anti-trumpistische Voreingenommenheit zu haben, unter anderem wegen der Einstellung eines früheren Beraters von Hillary Clinton.

Nun präsentiert das Unternehmen die Brockman-Spende als Beleg für politische Vielfalt in der Führungsetage. Marketingchefin Kate Rouch verwies auf ihre eigene republikanische Gesinnung und betonte, nicht alle Führungskräfte seien liberal. Ein schwieriger Balanceakt, der die Glaubwürdigkeit des Unternehmens auf eine harte Probe stellt.

KI wird politisch: Ein Wendepunkt

Die „Cancel ChatGPT“-Kampagne markiert einen Wendepunkt. KI-Tools sind Alltag geworden – und damit rücken auch die politischen Verbindungen ihrer Schöpfer in den Fokus. Die finanzielle Macht von Tech-Giganten, Politik zu beeinflussen, stößt direkt auf Verbraucherstimmung.

Für OpenAI geht es nun um Schadensbegrenzung. Ob der Boykott nachhaltig wirkt, hängt davon ab, ob er den Kreis der Aktivisten verlässt. Die Branche beobachtet die Entwicklung genau. Die Grenze zwischen Technologieentwicklung und politischer Einflussnahme verschwimmt immer mehr.

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