Oman verschärft Dokumentenprüfung für Exporteure
07.01.2026 - 07:16:12Deutsche Unternehmen, die nach Oman exportieren, müssen sich auf strengere Regeln einstellen. Ab sofort gilt ein neues, zweistufiges Verfahren zur Beglaubigung von Handelsdokumenten. Wer den digitalen Zwischenschritt übersieht, riskiert Lieferverzögerungen an den Häfen des Sultanats.
Hybrid-Verfahren: Stempel und Klick
Das neue System kombiniert die altbekannte physische Stempel-Prozedur mit einer verpflichtenden Online-Prüfung. Kern der Änderung ist die Nutzung des staatlichen Portals Oman Post DocsWallet. Nach wie vor müssen Dokumente wie Ursprungszeugnisse oder Handelsrechnungen zunächst von der örtlichen Industrie- und Handelskammer (IHK) und dann von der Ghorfa, der Arabisch-Deutschen Handelskammer, physisch abgestempelt werden.
Der kritische neue Schritt folgt danach: Diese gestempelten Dokumente müssen eingescannt und im DocsWallet-Portal hochgeladen werden. Erst nach einer digitalen Prüfung und Gebührenzahlung durch das omanische Außenministerium erhält der Exporteur ein gültiges, digital beglaubigtes Dokument für den Zoll. „Wer diesen Upload vergisst und nur das physische Ghorfa-Dokument vorlegt, dessen Ware wird an der Grenze abgewiesen“, warnt ein Handelsexperte.
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So funktioniert der neue Prozess
Um teure Verzögerungen zu vermeiden, raten Logistikmanager zu strikter Einhaltung dieser fünf Schritte:
1. Vorab-Beglaubigung durch die lokale IHK.
2. Physische Stempelung durch die Ghorfa.
3. Digitaler Upload der gestempelten Dokumente ins DocsWallet-Portal.
4. Online-Legalisation durch omanische Behörden.
5. Nutzung des digital zertifizierten Dokuments für den Zoll.
Die Ghorfa hat ihre Mitglieder bereits informiert: Der digitale Schritt ist verpflichtend, keine Option.
Teil einer umfassenden Reformagenda
Die verschärfte Dokumentenprüfung ist kein Einzelfall. Sie steht im Kontext von Omans Elftem Fünfjahresplan (2026–2030), der auf Digitalisierung und striktere Regulierung setzt. Seit dem 1. Januar 2026 gelten parallel weitere Neuerungen:
* Digitale Steuermarken für Verbrauchsgüter wie Energydrinks und Tabak.
* Plastiktütenverbot in der vierten, verschärften Phase.
* Arbeitsmarktreformen mit strengeren Regeln für ausländische Fachkräfte.
Experten sehen Übergangsphase
Die Reaktionen aus der Exportwirtschaft sind gemischt. Langfristig verspricht die Digitalisierung schnellere Abläufe. Der aktuelle „Doppelaufwand“ aus Papier und Digitalem wird jedoch als bürokratische Hürde in einer Übergangsphase gesehen.
„Das aktuelle System verlangt effektiv eine doppelte Bearbeitung“, so ein auf die Region spezialisierter Compliance-Berater. „Es ist aber ein klares Signal, dass Oman High-Tech-Lösungen in seine Zollinfrastruktur integrieren will.“ Unternehmen, die ihre Prozesse nicht anpassen, müssen mit Lagergebühren und Lieferstaus rechnen.
Blickt man nach vorn, erwarten Branchenbeobachter, dass Oman den physischen Stempel langfristig abschafft – ähnlich wie andere Golfstaaten. Bis dahin lautet die Devise für das erste Quartal 2026: Prozesse prüfen und Teams mit dem DocsWallet-Portal vertraut machen. Nur so bleiben Lieferketten nach Oman reibungslos.


