Olix: Britischer KI-Chip-Startup wird mit 220 Millionen Euro zum Einhorn
12.02.2026 - 05:00:12Ein Londoner Startup revolutioniert mit lichtbasierten Chips den KI-Markt und stellt sich gegen Branchenriesen wie Nvidia. Das junge Unternehmen Olix hat eine Finanzierungsrunde über 220 Millionen Euro abgeschlossen und ist nun über eine Milliarde Euro wert.
Die Serie-A-Runde wurde vom belgischen Risikokapitalgeber Hummingbird Ventures angeführt. Weitere Investoren sind Plural, Vertex Ventures, LocalGlobe und Entrepreneurs First. Insgesamt hat das 2024 gegründete Unternehmen nun 250 Millionen Euro eingesammelt. Das Geld soll in die Forschung und den Ausbau des Standorts Bristol fließen.
Photonik-Chips: Licht statt Elektronen
Der Plan von Olix ist radikal: Statt bestehende Grafikprozessoren (GPUs) zu verbessern, entwickeln die Ingenieure einen Chip komplett neu. Der sogenannte Optical Tensor Processing Unit (OTPU) setzt auf Photonik – also Licht – zur Datenübertragung. Kombiniert mit einer neuartigen Speicherarchitektur verspricht das Chip-Design einen Quantensprung in Effizienz und Leistung.
Der Fokus liegt auf KI-Inferenz. Damit ist der Einsatz trainierter KI-Modelle gemeint, etwa für Übersetzungen oder Bildanalyse. Dieser Bereich wird für Unternehmen zunehmend zum Kostenfaktor. Olix verspricht, mit seinem Chip die Betriebskosten deutlich zu senken.
Strategischer Vorteil: Unabhängig von Engpässen
Eine Schlüsselentscheidung: Olix verzichtet bewusst auf High-Bandwidth Memory (HBM). Diese Hochleistungsspeicher sind in aktuellen KI-Chips unverzichtbar, aber auch ein großer Engpass in der Lieferkette. Indem das Startup diese Komponente umgeht, macht es sich unabhängig von knappen Ressourcen – ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten, die mit Nvidia um die gleichen Teile kämpfen müssen.
Investoren sehen genau darin die Stärke des Konzepts. In einer kapitalintensiven Branche wie der Halbleiterindustrie ermöglicht dieser Ansatz eine resilientere und skalierbare Produktion.
Aufbau in Bristol: Britischer Tech-Standort gestärkt
Die Milliardeneinschätzung ist ein Signal für den britischen Technologiesektor. Sie zeigt, dass heimische Startups das Kapital anziehen können, um im globalen KI-Hardware-Markt mitzuspielen. Olix baut seinen Standort im aufstrebenden Tech-Hub Bristol gezielt aus.
Das Unternehmen sucht derzeit Spezialisten für Photonik und Systemdesign in Großbritannien, den USA und Kanada. Der Erfolg der Finanzierung stärkt die Ambitionen des Landes, eine Schlüsselrolle bei der nächsten Generation von Computer-Hardware zu spielen.
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Offenes Rennen um die KI-Inferenz
Während Nvidia den Markt für das Training von KI-Modellen dominiert, ist das Rennen um spezialisierte Inferenz-Chips völlig offen. Konkurrenten wie Cerebras und D-Matrix aus Kalifornien zielen auf dasselbe Feld. Olix setzt jedoch auf einen einzigartigen Mix aus Photonik und HBM-freier Architektur.
Der Schritt zur optischen Datenverarbeitung gilt vielen als notwendig, um die physikalischen Grenzen elektronischer Chips zu überwinden. Photonen ermöglichen theoretisch höhere Geschwindigkeiten bei geringerem Energieverbrauch – entscheidend, wenn KI-Modelle weiter exponentiell wachsen.
Der Weg zur Marktreife
Mit dem frischen Kapital im Rücken treibt Olix die Kommerzialisierung voran. Das Unternehmen arbeitet an einem Compiler, der bestehende KI-Modelle für die eigene Chip-Architektur anpassen soll. Erste OTPU-Chips könnten Kunden bereits 2027 erreichen.
Die Herausforderungen bleiben enorm: Die Serienfertigung von Chips zu meistern und die Versprechen von Geschwindigkeit und Effizienz in der Praxis zu beweisen. Doch mit seiner Finanzierung, einem spezialisierten Team und einer klaren Strategie hat sich Olix als ernstzunehmender neuer Player im globalen Wettlauf um die Zukunft der Künstlichen Intelligenz positioniert.
@ boerse-global.de
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