Ofcom, Strafe

Ofcom verhängt hohe Strafe gegen Porno-Plattform

13.02.2026 - 05:54:12

Die britische Medienaufsicht belegt Kick Online Entertainment mit einer Geldstrafe von 830.000 Pfund für die verspätete Umsetzung von Alterskontrollen. Dies markiert den Beginn einer strengeren Durchsetzung des Online Safety Act.

Die britische Medienaufsicht Ofcom hat eine Porno-Firma mit einer Geldstrafe von 830.000 Pfund belegt. Der Grund: Das Unternehmen setzte die gesetzlich vorgeschriebene Altersüberprüfung zu spät um. Die Strafe markiert den Beginn einer härteren Gangart bei der Durchsetzung des neuen Online Safety Act.

Die Maßnahme richtet sich gegen Kick Online Entertainment SA. Das Unternehmen hatte die geforderten „hocheffektiven“ Alterskontrollsysteme erst mit Monaten Verspätung eingeführt. Damit verstieß es gegen eine zentrale Vorschrift des Gesetzes, das Kinder vor pornografischen Inhalten schützen soll. Die Strafe zeigt: Die Phase der Ankündigungen ist vorbei, jetzt folgt die aktive Durchsetzung.

Details der Strafverfügung

Die Strafe setzt sich aus zwei Teilen zusammen: 800.000 Pfund für das Versäumnis, Kinder ausreichend zu schützen, und 30.000 Pfund für verspätete Antworten auf Ofcom-Anfragen. Das Gesetz verlangte, dass die Altersverifikation bis zum 25. Juli 2025 implementiert wird. Die Plattform zog jedoch erst am 29. Dezember nach – eine Schutzlücke von über fünf Monaten.

„Hocheffektive Alterskontrollen auf Erwachsenenseiten sind nicht verhandelbar“, sagte Suzanne Cater, Ofcom-Direktorin für Durchsetzung. Die Aufsicht kündigte an, konsequent gegen säumige Unternehmen vorzugehen. Die Aktion ist kein Einzelfall. Ofcom hat bereits vorläufige Entscheidungen gegen drei weitere Firmen getroffen und ermittelt gegen vier weitere. Der Druck auf die Branche steigt spürbar.

Das strikte Mandat des Online Safety Act

Der Online Safety Act von 2023 ist eines der weltweit strengsten Digitalgesetze. Es verpflichtet Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten, User vor illegalem Material und kinderschädlichen Inhalten zu schützen. Ein Kernpunkt ist die „hocheffektive“ Alterssicherung für alle Dienste mit pornografischem Material. Einfache Bestätigungshäkchen reichen nicht mehr aus.

Als konforme Methoden nennt Ofcom die Überprüfung von Fotoausweisen, Gesichtsalterschätzung, Kreditkartenchecks oder digitale ID-Wallets. Die Regeln gelten für alle Dienste mit britischen Nutzern – unabhängig vom Unternehmenssitz. Die möglichen Strafen sind drastisch: bis zu 18 Millionen Pfund oder 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Die größere Debatte um digitale Identität

Die Pflicht zur Altersverifikation hat eine hitzige Debatte über Online-Anonymität und Datenschutz entfacht. Nutzer müssen zunehmend sensible persönliche Daten wie Ausweise oder biometrische Informationen preisgeben, um Teile des Internets zu nutzen. Digitale Bürgerrechtsorganisationen warnen vor Datenlecks und Missbrauch.

Diese Bedenken sind nicht theoretisch: Ein Hack bei einem Verifikationsdienstleister im Jahr 2025 legte Zehntausende Ausweisfotos offen. Trotz der Risiken ist der britische Ansatz Teil eines globalen Trends. Die EU, Australien und mehrere US-Bundesstaaten erwägen ähnliche Gesetze. Befürworter sehen es als notwendigen Schritt zum Kinderschutz, Kritiker als Erosion der Privatsphäre.

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Ausblick: Weitere Regulierungswelle erwartet

Ofcom wird seine Durchsetzungsaktivitäten 2026 fortsetzen. Die Behörde ermittelt derzeit gegen die Plattform „X“ wegen der Verbreitung KI-generierter intimer Deepfakes – ein weiterer Schwerpunkt des Gesetzes.

Ein wichtiger nächster Schritt ist die Veröffentlichung des Kategorisierungsregisters im Juli 2026. Es wird die größten und riskantesten Plattformen bestimmten Kategorien mit erweiterten Pflichten zuordnen. Zudem soll noch 2025 ein „Super-Beschwerde“-System starten, das es Organisationen erlaubt, systemische Probleme direkt an Ofcom zu eskalieren. Die Ära der laissez-faire-Regulierung im Internet ist in Großbritannien endgültig vorbei.

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