ÖVP-Staatssekretärin fordert Augenmaß in Lohnrunde
22.02.2026 - 13:39:12 | boerse-global.deElisabeth Zehetner appelliert an die Sozialpartner, den beginnenden Aufschwung nicht zu gefährden. Ihre Forderung fällt in eine heikle Phase: Die Gastronomie-Verhandlungen liegen auf Eis, während die Industrie-Lohnrunde startet.
Kritik an Gewerkschaft als Verhandlungs-Bremse
In der ORF-Pressestunde griff die ÖVP-Staatssekretärin die Gewerkschaft vida frontal an. Deren jüngste Kritik an Missständen in der Gastronomie bezeichnete Zehetner als „befremdlich“. Genau diese Vorwürfe hatten die Arbeitgeber veranlasst, die Gespräche auszusetzen.
Zehetner drängt auf eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch. Sie verteidigt die Branche: Die Entlohnung sei besser als ihr Ruf, Auszubildende verdienten mittlerweile mehr als in der Metallindustrie. Die Betriebe litten weiter unter hohen Energiekosten und den kräftigen Abschlüssen der Vorjahre. „Hier ist unbedingtes Augenmaß gefordert“, so die Politikerin.
Regierung feiert eigene Wirtschaftspolitik
Zehetner nutzte den Auftritt auch für eine positive Bilanz. Sie verwies auf eine spürbare Trendumkehr hin zu einem konjunkturellen Aufschwung bei sinkender Inflation. Entscheidende Fortschritte habe die Regierung im Energiesektor erzielt.
Diese mühsame Stabilisierung bilde nun die Basis. Darauf müssten moderate Lohnabschlüsse aufbauen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nicht zu gefährden. In diesen Kernfragen betonte Zehetner die absolute Geschlossenheit der Regierungskoalition.
Industrie-Lohnrunde startet mit harten Forderungen
Während die Gastronomie stillsteht, beginnt am 5. März die Frühjahrslohnrunde für rund 130.000 Industriebeschäftigte. Den Auftakt macht die Elektro- und Elektronikindustrie.
Die Gewerkschaft PRO-GE kündigt bereits ein zähes Ringen an. Ein besonders umstrittenes Anliegen ist das Thema Ausbildung. Gewerkschaftschef Reinhold Binder fordert einen Ausbildungsfonds, der von Betrieben ohne Lehrlinge finanziert werden soll. Dieser Vorstoß sorgt bei der Wirtschaftskammer für erheblichen Unmut und belastet die anstehenden Verhandlungen.
Spannungsfeld zwischen Aufschwung und Kaufkraftverlust
Die Lage zeigt das enorme Spannungsfeld der österreichischen Wirtschaft. Regierung und Wirtschaftsverbände warnen vor überzogenen Abschlüssen, die den zarten Aufschwung ersticken könnten.
Die Gewerkschaften pochen dagegen auf spürbare Reallohnzuwächse. Sie wollen den Kaufkraftverlust der vergangenen Jahre ausgleichen. Die Forderung nach Strafzahlungen für Ausbildungsmuffel zeigt: Den Fachkräftemangel setzen sie zunehmend als strategisches Druckmittel ein.
Der Ausgang der ersten Verhandlungen in Gastronomie und Elektroindustrie wird eine starke Signalwirkung für den gesamten Wirtschaftsraum haben. Sie entscheiden, ob das geforderte Augenmaß in der Praxis Bestand hat.
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