Leichtes, Wachstum

Österreichs Wirtschaft: Leichtes Wachstum, wackeliges Fundament

17.02.2026 - 03:53:12 | boerse-global.de

Die österreichische Wirtschaft wächst 2026 voraussichtlich um 1,1 Prozent, doch die Erholung bleibt fragil. Während die Inflation stark sinkt, steigt die Arbeitslosigkeit weiter an.

Ein neuer Bericht prognostiziert Österreich für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent. Diese vorsichtige Hoffnung trifft auf einen gespaltenen Alltag: Während die Inflation stark fällt, steigt die Arbeitslosigkeit weiter an. Experten sprechen von einer „kraftlosen Erholung“ auf wackeligem Grund.

Gedämpfter Optimismus für 2026

Die aktuelle Prognose aus dem „Country Risk Atlas“ von Acredia und Allianz Trade sieht ein reales BIP-Wachstum von 1,1 Prozent in diesem Jahr vor. Für 2027 rechnen die Analysten mit 1,3 Prozent. Damit liegt die Schätzung im Korridor anderer führender Institute:
* Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erwartet 1,2 Prozent.
* Das Institut für Höhere Studien (IHS) prognostiziert 1,0 Prozent.
* Die UniCredit Bank Austria geht ebenfalls von 1,0 Prozent aus.

Einigkeit herrscht in der Diagnose: Die Erholung nach der langen Rezession von 2023 und 2024 kommt nur schleppend in Gang. Gründe sind eine schwache globale Nachfrage und strukturelle Wettbewerbsnachteile.

Der Inflations-Knalleffekt: Entwarnung?

Für die größte Überraschung sorgte zuletzt die Teuerungsrate. Sie fiel im Jänner überraschend stark auf 2,0 Prozent – und damit erstmals auf das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Im Dezember lag sie noch bei 3,8 Prozent.

Dieser markante Rückgang ist jedoch vor allem statistischen Basiseffekten geschuldet, vor allem im Energiebereich. Allein dieser Effekt dämpfte die Rate um etwa 1,2 Prozentpunkte. Das IHS korrigierte seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 bereits von 2,5 auf 2,2 Prozent nach unten.

Doch Vorsicht: Die Kerninflation, die Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, bleibt auf einem höheren Niveau. Der Rückgang ist also kein reines Konjunkturzeichen.

Arbeitsmarkt unter Druck

Während die Inflation sinkt, steigt die Arbeitslosigkeit weiter. Ende Jänner waren rund 10.700 Menschen mehr ohne Job als im Vorjahr – ein Plus von 2,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote kletterte vorläufigen Schätzungen zufolge auf 8,8 Prozent.

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Diese Entwicklung zeigt die Nachwirkungen der Wirtschaftsflaute. Die Erholung am Arbeitsmarkt hinkt der Gesamtkonjunktur deutlich hinterher. Auch der private Konsum, sonst eine Stütze der Binnenwirtschaft, bleibt verhalten.

Für das Gesamtjahr 2026 erwarten WIFO und IHS zwar einen leichten Rückgang der Quote auf 7,3 Prozent. Der Weg dorthin bleibt jedoch steinig.

Fragiler Aufschwung mit deutschen Impulsen

Die österreichische Wirtschaft steht an einem kritischen Punkt. Die Rückkehr zum Wachstum ist eingeleitet, bleibt aber fragil und von externen Faktoren abhängig.

Ein entscheidender Impulsgeber ist die Konjunktur in Deutschland. Eine Belebung beim wichtigsten Handelspartner könnte die heimischen Exporte antreiben, die in den letzten Jahren rückläufig waren. Gleichzeitig warnen Ökonomen vor einem Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und protektionistischen Tendenzen im Welthandel.

Während die Industrie erste Zeichen der Stabilisierung zeigt, schwächeln andere Sektoren wie die Bauwirtschaft weiter. Die Erholung ist alles andere als breit aufgestellt.

Was kommt als nächstes?

Der weitere Verlauf hängt nun von Schlüsselfaktoren ab: Kann die sinkende Inflation den privaten Konsum nachhaltig ankurbeln? Kommt die erwartete Erholung in Deutschland und der Weltwirtschaft stark genug an?

Die nächsten wichtigen Indikatoren werden die Frühjahrsprognosen von WIFO und IHS Ende März liefern. Bis dahin bleibt die Lage ambivalent. Der Inflationsrückgang gibt Luft zum Atmen, doch der angespannte Arbeitsmarkt zeigt: Der Weg zurück zur alten wirtschaftlichen Dynamik ist noch weit.

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