Österreichs Tabaksteuer-Reform: Höhere Preise, strengere Regeln
14.02.2026 - 08:12:12Österreich verschärft ab sofort seine Steuern auf Tabak und Nikotinprodukte. Die Reform soll Jugendliche schützen und dem Staat 2026 rund 100 Millionen Euro zusätzlich einbringen.
Zigaretten werden teurer, neue Produkte besteuert
Im Zentrum der Neuerungen steht eine gestaffelte Erhöhung der Tabaksteuer. Seit 1. Februar 2026 kostet der fixe Steueranteil für 1.000 Zigaretten bereits 85,50 Euro statt bisher 83,50 Euro. In den Geschäften schlägt das mit Preiserhöhungen von 10 bis 40 Cent pro Packung zu Buche. Weitere jährliche Steigerungen sind bis 2028 geplant.
Eine grundlegende Wende: Ab 1. April 2026 fallen auch Nikotinbeutel (Pouches) und E-Liquids unter die Steuerpflicht. Bemerkenswert ist, dass dies sogar für nikotinfreie Liquids gilt. Die Regierung begründet den Schritt mit dem Gesundheitsrisiko und der schwierigen Abgrenzung. Ziel ist es, der wachsenden Beliebtheit dieser Produkte bei Jugendlichen entgegenzuwirken.
Tabakmonopol wird massiv ausgeweitet
Parallel zur Steuer wird der Vertrieb strenger reguliert. Ab April dürfen E-Liquids und Nikotinbeutel nur noch in Tabaktrafiken und speziell lizenzierten Fachgeschäften verkauft werden. Bestehende Händler können unter Auflagen eine kostenfreie 20-Jahres-Lizenz erhalten.
Trafikanten und Einzelhändler stehen durch die Reform vor erhöhtem Prüf- und Dokumentationsdruck – von Lizenzauflagen bis zu steuerlichen Nachfragen. Wer gut vorbereitet ist, vermeidet teure Nachforderungen und verkürzt Prüfungszeiten. Ein praxisorientierter Gratis-Report erklärt in einem 12-Punkte-Check, worauf Betriebsprüfer achten und wie Sie Ihre Unterlagen rechtssicher organisieren. Kostenlosen Betriebsprüfungs-Report herunterladen
Auch der Markt für legale Cannabisprodukte wird neu geordnet. Rauchbare Hanfblüten und CBD-Erzeugnisse fallen künftig unter das Monopol. Bestehende Hanfläden haben eine Übergangsfrist bis Ende 2028. Danach ist der Verkauf ausschließlich in Trafiken erlaubt. Der Online-Handel bleibt komplett verboten. Diese Regelung stärkt die österreichischen Trafikanten erheblich.
Breite Mehrheit, scharfe Kritik am Prozess
Das Gesetz passierte den Nationalrat mit einer breiten Mehrheit aus ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen. Befürworter sehen darin einen wichtigen Schritt für Gesundheits- und Jugendschutz.
Kritik entzündete sich jedoch am Verfahren. Abgeordnete von FPÖ und Grünen warfen der Regierung eine „Husch-Pfusch-Regelung“ vor, die primär dem Geldbedarf des Finanzministers diene. Die FPÖ begrüßte dennoch die Stärkung der Trafikanten. Der Österreichische Cannabis-Bundesverband kündigte eine Klage vor dem Verfassungsgerichtshof an.
Die finanziellen Erwartungen sind hoch: Neben den 100 Millionen Euro Mehr-Einnahmen 2026 sollen die neuen Steuern auf E-Liquids und Pouches bis 2029 weitere 500 Millionen Euro in die Staatskasse spülen. 2025 lagen die Tabaksteuereinnahmen bereits bei 2,18 Milliarden Euro.
Alkoholsteuer: Debatte vertagt, nicht beendet
Während die Tabakreform umgesetzt wird, gibt es bei der Alkoholsteuer vorerst keine gesetzlichen Änderungen. Intensive Debatten über eine Erhöhung zur Haushaltskonsolidierung wurden jedoch geführt.
Gastronomie und Spirituosenwirtschaft laufen Sturm. Sie warnen vor einem Anstieg des Einkaufstourismus in Nachbarländer und einem „Wirte-Sterben“, besonders im ländlichen Raum. Obwohl eine Erhöhung aktuell vom Tisch ist, bleibt sie ein Thema in der finanzpolitischen Debatte. Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung der Tabakreform.
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