Österreichs Regierung hält trotz Kritik am Sparkurs fest
08.02.2026 - 17:13:12Die österreichische Bundesregierung verteidigt ihren strikten Budgetkonsolidierungskurs für 2026. Oppositionsparteien und Experten warnen jedoch vor den Risiken für die zarte Konjunkturerholung.
Defizit bleibt über EU-Grenze
Kern des Plans ist das Doppelbudget für 2025 und 2026. Für das laufende Jahr peilt die Regierung ein gesamtstaatliches Defizit von 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an. Damit würde Österreich erneut die EU-Maastricht-Grenze von 3 Prozent verfehlen.
Trotzdem hält die Koalition am Sparkurs fest. Geplant sind Einsparungen von 1,3 Milliarden Euro in den Ministerien. Das gesamte Konsolidierungspaket für 2026 umfasst 8,7 Milliarden Euro. Ein Lichtblick: Das Defizit für 2025 fiel mit 14,4 Milliarden Euro deutlich niedriger aus als budgetiert.
Passend zum Thema staatlicher Konsolidierung: Das Wachstumschancengesetz 2024 enthält 17 Neuerungen, die Unternehmen jetzt finanziell nutzen können – von der E‑Rechnungspflicht bis zu neuen steuerlichen Erleichterungen und Umsetzungsfristen. Wer die geplanten Regelungen kennt, kann Steuern optimieren und Liquidität sichern, gerade wenn der Staat Kürzungen vornimmt. Der kostenlose Spezial‑Report erklärt die wichtigsten Änderungen und gibt konkrete Checklisten für kleine und mittlere Unternehmen. Wachstumschancengesetz-Report jetzt kostenlos herunterladen
Fragile Wirtschaft als Hintergrund
Die Sparpläne basieren auf verhalten optimistischen Prognosen. Nach einer zweijährigen Rezession soll die Wirtschaft 2026 um 1,0 bis 1,2 Prozent wachsen. Getrieben wird dies vom privaten Konsum und Investitionen.
Doch die Erholung ist fragil. Die Exportentwicklung bleibt unsicher. Gleichzeitig steigt die Staatsschuldenquote voraussichtlich von 84,7 Prozent (2025) auf 86,2 Prozent (2026). Der unabhängige Fiskalrat warnt: Das Wachstum sei zu schwach, um diesen Trend zu stoppen.
Scharfe Kritik von Opposition und Fiskalrat
Die Opposition attackiert den Regierungskurs scharf. Der Vorwurf: Es werde an den falschen Stellen gespart, vor allem im Sozialbereich. Kritiker fürchten, die Sparmaßnahmen würden die Konjunktur abwürgen und eine neue Rezession auslösen.
Auch der Fiskalrat sieht weiteren Handlungsbedarf. Um die EU-Vorgaben zu erfüllen, seien zusätzliche Milliarden-Einsparungen nötig. Langfristprognosen des Finanzministeriums zeichnen ein düsteres Bild: Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Schuldenquote bis 2060 auf über 148 Prozent des BIP klettern.
Kommende Monate entscheidend
Die Regierung steht vor einem Spagat: Sie muss die Haushaltskonsolidierung vorantreiben, ohne das Wachstum zu gefährden. Die Debatten über die Verteilung der Lasten werden sich verschärfen.
Entscheidend werden aktualisierte Konjunkturprognosen im Frühjahr und die finalen Defizitzahlen für 2025. Sie werden zeigen, ob die Regierung ihren Kurs halten kann oder ihre Strategie anpassen muss.
PS: Staatliche Sparprogramme eröffnen oft zugleich steuerliche Handlungsfelder für Unternehmen. Der 19-seitige PDF-Report „Abschreibung von A‑Z“ erklärt, wie Sie mit degressiver AfA, Sonderabschreibungen und gezielter Investitionsplanung Liquidität freisetzen und so Budgetrisiken abfedern können. Enthalten sind Praxistipps, Rechenbeispiele und eine Umsetzungsliste für kurzfristige Effekte auf Cashflow und Bilanz. Abschreibungs-Leitfaden gratis anfordern


