Haushalt, Schulden

Österreichs Haushalt: Schulden steigen trotz Sparplänen

07.02.2026 - 09:05:11

Österreichs Staatsverschuldung wächst weiter, getrieben von steigenden Sozialausgaben und Zinslasten. Experten fordern eine strukturelle Reform und eine Ausgabenbremse, um die langfristige Haushaltsstabilität zu sichern.

Österreichs Staatsschulden wachsen weiter, während die Regierung nach einer fiskalischen Trendwende sucht. Prognosen sehen einen Anstieg der Schuldenquote auf über 83 Prozent des BIP bis 2026. Die Debatte zwischen Sparzwang und Investitionsbedarf spitzt sich zu.

Strukturelle Probleme treiben Schuldenberg

Die eigentlichen Treiber sind tief in der Haushaltsstruktur verankert. Die Ausgaben für Pensionen, Gesundheit und Pflege steigen unaufhaltsam. Laut WIFO könnten die Staatsausgaben bis 2060 auf fast 59 Prozent des BIP klettern, wenn keine Reformen kommen.

Zusätzlich belasten hohe Zinsausgaben den Haushalt. Ein weiteres Problem: Der Streit zwischen Bund und Ländern über die Verteilung der finanziellen Lasten. Höhere Defizite in den Bundesländern haben in der Vergangenheit das gesamtstaatliche Defizit unerwartet in die Höhe getrieben und einen heftigen Verteilungskampf ausgelöst.

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Leichte Konjunkturerholung als Hoffnung?

Immerhin gibt es einen kleinen Lichtblick. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute wie WIFO und IHS haben ihre Wachstumsprognosen leicht nach oben korrigiert. Für 2026 wird ein moderates Wirtschaftswachstum von bis zu 1,2 Prozent erwartet.

Kann diese Erholung der Regierung den nötigen Spielraum für die Sanierung verschaffen? Die Institute bleiben vorsichtig. Die Erholung falle schwächer aus als in früheren Aufschwungphasen, begründet durch einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Immerhin: Die Inflation soll 2026 spürbar sinken, was die Kaufkraft der Haushalte stärken könnte.

Ruf nach einer echten Ausgabenbremse wird lauter

Angesichts der langfristigen Bedrohung fordern Ökonomen und Interessenverbände eine strukturelle Kehrtwende. Im Zentrum steht der Ruf nach einer wirksamen Ausgabenbremse nach Schweizer Vorbild, um den Ausgabendrang der Politik zu zügeln.

Die Kritik an der aktuellen Politik ist deutlich: Sie sei zu wenig ambitioniert und auf „Verwalten“ ausgerichtet. Statt nur kurzfristig zu sparen, müsse in Zukunftsfelder wie Klimaschutz investiert werden. Experten warnen: Ohne mutige Reformen heute, warten auf die nächste Regierung massive, schmerzhafte Einschnitte.

Das Dilemma zwischen Sparen und Investieren

Die Haushaltsdebatte spiegelt ein europäisches Grundproblem wider. Der hohe Schuldenstand aus Krisenzeiten erfordert Konsolidierung. Gleichzeitig verlangen die Klimawende und digitale Transformation massive Investitionen.

Die Regierung peilt einen moderaten Konsolidierungskurs an. Bis 2029 soll das Defizit auf 2,8 Prozent des BIP sinken. Doch Kritiker monieren: Die konkreten Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, sind noch zu vage. Die Einhaltung der EU-Fiskalregeln bleibt damit ein Risiko.

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