Frauenquote, Aufsichtsräte

Österreich verschärft Frauenquote für Aufsichtsräte

03.04.2026 - 10:30:57 | boerse-global.de

Österreich verschärft die Geschlechterquote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen auf 40 Prozent. Für Vorstände gilt weiterhin keine verbindliche Quote, sondern individuelle Zielvorgaben.

Österreich verschärft Frauenquote für Aufsichtsräte - Foto: über boerse-global.de

Der österreichische Nationalrat hat die Geschlechterquote für Aufsichtsräte deutlich angehoben. Für Vorstände gilt jedoch weiterhin keine verbindliche Quote. Das neue Gesetz setzt EU-Vorgaben um und sorgt für geteilte Reaktionen.

Kern der Reform ist eine Erhöhung der Quote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen von 30 auf 40 Prozent. Die Regelung tritt für Wahlen nach dem 31. Dezember 2026 in Kraft. Verstöße führen zum „leeren Stuhl“ – der Sitz bleibt dann unbesetzt.

Anzeige

Um die neuen Diversitätsziele in der Chefetage erfolgreich umzusetzen, setzen immer mehr Unternehmen auf gezielte interne Förderung. Dieser kostenlose Praxisleitfaden zeigt, wie moderne Führungskräfte Potenziale erkennen und eine gender-gerechte Mitarbeiterentwicklung im Alltag verankern. Leitfaden zur Mitarbeiterentwicklung jetzt kostenlos herunterladen

Vorstände: Ziele statt Zwang

Anders als bei Aufsichtsräten führt das Gesetz für Vorstände keine gesetzliche Quote ein. Stattdessen müssen Aufsichtsräte künftig individuelle Zielvorgaben für eine ausgewogene Besetzung festlegen. Die Unternehmen müssen ihre Fortschritte hierzu ab Mitte 2026 öffentlich im Governance-Bericht offenlegen.

Sanktionen bei Nichterfüllen dieser Ziele sieht das Gesetz nicht vor. Ein Änderungsantrag für eine Mindestbeteiligung von Frauen in größeren Vorständen fand im Parlament keine Mehrheit.

Ernüchternde Zahlen belegen Handlungsbedarf

Aktuelle Studien zeigen, wie groß die Lücke in den Chefetagen noch ist. In den Vorständen der 200 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs beträgt der Frauenanteil lediglich 14,5 Prozent. Bei den börsennotierten Firmen sind es sogar nur 13,8 Prozent.

Kein einziges börsennotiertes Unternehmen wird aktuell von einer Frau als CEO geführt. Mehr als die Hälfte aller Vorstandsteams ist rein männlich besetzt. Experten betonen: Ohne verbindliche Vorgaben schreitet der Wandel nur langsam voran.

Anzeige

Der kulturelle Wandel in gemischten Teams erfordert ein Umdenken bei der Führung — denn der falsche Führungsstil kann die Motivation und Produktivität massiv beeinträchtigen. Erfahren Sie in diesem Gratis-E-Book, welche fünf modernen Ansätze Ihr Team wirklich voranbringen. Kostenlosen Ratgeber für moderne Führungsstile sichern

Geteilte Reaktionen auf den Kompromiss

Die Wirtschaft begrüßt den Verzicht auf eine starre Vorstandsquote als flexiblen und vernünftigen Kompromiss. Sie verspricht Rechtssicherheit und unternehmerische Freiheit. Die individuellen Zielvorgaben werden als ausreichendes Instrument für einen kulturellen Wandel angesehen.

Gleichstellungsverbände und Arbeitnehmervertreter kritisieren die Entscheidung scharf. Sie sehen eine verpasste Chance, von der nachgewiesenen Qualität gemischter Teams zu profitieren. Justizministerin Anna Sporrer verteidigte das Gesetz als wichtigen Schritt, räumte aber ein: „Eine stärkere Verankerung für Vorstände wäre wünschenswert gewesen.“

Setzt die Aufsichtsratsquote auch Vorstände unter Druck?

Die Hoffnung der Politik liegt auf einem Trickle-down-Effekt. Da der Aufsichtsrat für die Bestellung des Vorstands zuständig ist, könnte eine diversere Besetzung des Kontrollgremiums auch die Auswahl für die operative Ebene beeinflussen. Analysten sehen darin eine Wette auf die Zukunft.

Bleibt die Dynamik in den Vorständen jedoch weiterhin gering, dürften die Rufe nach einer gesetzlichen Quote in der nächsten Legislaturperiode wieder lauter werden. Der öffentliche Druck durch die neuen Transparenzpflichten könnte diesen Prozess beschleunigen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69063314 |