Ölpreis, Brent

Ölpreis explodiert über 100 Dollar: US-Blockade der Straße von Hormus treibt Brent und WTI um bis zu 9 Prozent in die Höhe

13.04.2026 - 09:57:04 | ad-hoc-news.de

Nach gescheiterten Verhandlungen zwischen USA und Iran kündigte Präsident Trump eine Blockade der Straße von Hormus an. Brent und WTI steigen kräftig auf über 100 Dollar – geopolitisches Risiko dominiert den Ölmarkt und belastet europäische Verbraucher.

Ölpreis, Brent, WTI - Foto: THN

Die Ölpreise haben in der Nacht zum Montag einen dramatischen Sprung hingelegt. Nordseeöl der Sorte Brent kletterte bis auf fast 104 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von rund neun Prozent. Die US-Referenzsorte WTI folgte mit einem Anstieg von bis zu 8,6 Prozent auf 104,88 Dollar. Auslöser ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus zu blockieren, nachdem Verhandlungen mit dem Iran über eine Kriegsbeendigung gescheitert sind.

Stand: Montag, 13. April 2026, 08:56 Uhr MESZ

Geopolitisches Risiko als Haupttreiber

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Täglich passieren hier rund 20 Millionen Barrel Rohöl, was etwa 20 Prozent des globalen Ölangebots entspricht. Eine Blockade würde den Ölfluss aus dem Persischen Golf massiv behindern und Preise in die Höhe treiben. Trump kündigte die Maßnahme am Sonntag an, das US-Zentralkommando präzisierte, dass die Blockade aller Schiffe zu und von iranischen Häfen ab Montag 16:00 Uhr MESZ beginnt. Dies setzt eine zweiwöchige Feuerpause aufs Spiel und heizt die Spannungen weiter an.

Der Markt reagiert umgehend: Vor den Verhandlungen in Islamabad lag Brent noch bei 95,20 Dollar. Der Sprung zeigt, wie sensibel der Ölmarkt auf Versorgungsrisiken reagiert. Brent-Futures für Juni- Lieferung notierten frühmorgens bei rund 102 Dollar, WTI für Mai ebenfalls über 100 Dollar. Der Unterschied zwischen den Sorten bleibt gering, da das globale Risiko beide Märkte gleichermaßen trifft.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Brent als globaler Benchmark für Seetransporte aus dem Mittleren Osten leidet stärker unter Hormus-Risiken, da der Persische Golf ein Kernliefergebiet ist. WTI, primär US-landbasiert, profitiert indirekt von Exporten, ist aber weniger exponiert. Dennoch bewegen sich beide parallel: Brent +8 Prozent auf 102,80 Dollar, WTI +8,6 Prozent auf 104,88 Dollar. Dies unterstreicht die Dominanz geopolitischer Faktoren über fundamentale Unterschiede.

In Europa wirkt sich das direkt auf Importpreise aus. Der starke US-Dollar (1 Euro = 1,1696 Dollar) verstärkt den Druck, da Öl in Dollar gehandelt wird. Für DACH-Investoren bedeutet das höhere Energiekosten, die in Industrie und Heizung durchschlagen.

Auswirkungen auf den europäischen Markt

In Deutschland sinken paradoxerweise Heizölpreise leicht, wie Daten vom Wochenende zeigen. Der bundesweite Durchschnitt für 1.000 Liter Heizöl lag bei 104,81 Cent pro Liter (-1,05 Prozent), beeinflusst von lokalen Faktoren und früheren Rückgängen. Doch die Hormus-Blockade wird dies umkehren: ICE-Gasoil, relevant für Diesel, notiert bei 1.243,25 Dollar. Steigende Rohölpreise pushen raffinierte Produkte nach.

Europäische Raffinerien sind auf Importe angewiesen. Störungen im Golf erhöhen Frachtkosten und Versicherungen. Die EZB beobachtet dies genau, da höhere Energiepreise die Inflation anheizen könnten. Für DACH-Unternehmen in Chemie, Logistik und Fertigung steigen die Produktionskosten; Heizölverbraucher rechnen mit baldigen Preisanstiegen.

Hintergrund der Verhandlungen und Eskalation

Die Gespräche in Islamabad begannen samstags mit Hoffnung auf Deeskalation. Doch sie scheiterten an Irans Haltung. Trump reagierte prompt mit der Blockade-Drohung. Das US-Militär betont, dass nur iranische Häfen betroffen sind, doch der Markt preist das Worst-Case-Szenario ein: Vollblockade könnte 5-10 Dollar pro Barrel hinzufügen.

Historisch führte jede Hormus-Spannung zu Preissprüngen. 2019 blockierte Iran zeitweise Tanker; Preise stiegen 10 Prozent. Heute, mit globaler Nachfrage von 103 Millionen Barrel täglich, ist der Puffer dünn. OPEC+ hält Quoten, doch geopolitische Schocks überlagern Angebotsmanagement.

Marktpositionierung und technische Faktoren

Trader positionieren sich long: Spekulanten bauen Nettolange auf, da Risikoprämien steigen. Technisch durchbricht Brent die 100-Dollar-Marke, ein psychologischer Schwellenwert. Widerstände liegen bei 105 Dollar; Unterstützung bei 95 Dollar. WTI testet ähnliche Level.

Der breitere Ölmarkt reagiert: Andere Rohstoffe wie Kupfer steigen leicht (12.870 Dollar), signalisieren Inflationsängste. Aluminium bei 3.562 Dollar. Investoren in Öl-ETCs und Futures sehen Chancen, doch Volatilität droht bei Nachrichten.

Risiken und Gegenargumente

Nicht alle Schiffe sind betroffen, was die Blockade begrenzt. Iran könnte kontern, doch militärische Eskalation ist riskant. Lagerbestände sind hoch: US-Inventare vor der API-Veröffentlichung robust. Nachfrage in China schwach, doch Geopolitik dominiert.

Falls Verhandlungen neu starten, könnten Preise korrigieren. Dennoch bleibt die Prämie eingepreist. Für Europa: Höhere Dieselpreise belasten Lkw-Flotten; Heizöl steigt bald nach. ECB-Entscheide werden sensibel.

Ausblick und nächste Katalysatoren

Nächste Stunden entscheidend: Beginnt die Blockade pünktlich? US-Energieagentur-Daten heute könnten Inventare zeigen. OPEC+ monitoriert. Brent könnte 105 testen, WTI folgt. DACH-Investoren: Hedgen gegen Volatilität ratsam.

Langfristig stabilisiert sich der Markt bei Deeskalation, doch Risikoprämie hält an. Ölpreis bleibt Inflationsproxy; Zinsen und Wachstum folgen.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69136428 | bgoi