Brent, Sechsmonatshoch

Ölpreis: Brent auf Sechsmonatshoch

21.02.2026 - 23:34:23 | boerse-global.de

Der preis hat ein neues Sechsmonatshoch erreicht und rückt damit wieder verstärkt in den Fokus globaler Anleger. Hinter der jüngsten Rallye stehen eine gefährliche Zuspitzung im Iran-Konflikt und überraschend stark schrumpfende Lagerbestände in den USA. Doch wie nachhaltig ist dieser Aufstieg angesichts drohender Überkapazitäten in den kommenden Jahren?

Die Eskalation im Nahen Osten wirkt derzeit als massiver Preistreiber. Die US-Regierung hat ein Ultimatum von 10 bis 15 Tagen für ein neues Atomabkommen mit dem Iran gesetzt, begleitet vom umfangreichsten Militäraufbau in der Region seit Jahrzehnten. Marktteilnehmer sorgen sich vor allem um die Sicherheit der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung transportiert werden.

Parallel dazu meldete die US-Energiebehörde einen unerwartet deutlichen Rückgang der Rohölreserven um neun Millionen Barrel. Dies markiert den stärksten wöchentlichen Einbruch seit September und verdeutlicht eine temporäre Verknappung des physischen Angebots in Nordamerika. In diesem Umfeld kletterten die Brent-Futures im Wochenverlauf um über fünf Prozent.

Anpassungen beim Emittenten WisdomTree

Inmitten dieser hohen Marktdynamik ? die annualisierte Volatilität liegt aktuell bei rund 62 Prozent ? hat der Emittent WisdomTree reagiert. Um in extrem volatilen Phasen handlungsfähig zu bleiben, wurden die Schwellenwerte für sogenannte schwerwiegende Störungsereignisse angepasst.

Für herkömmliche ETP-Klassen wurde diese Schwelle auf 100 Prozent gesetzt. Bei Short- und Hebelprodukten im Energiebereich gelten nun engere Grenzen von 30 Prozent. Diese administrativen Maßnahmen dienen der Risikosteuerung und sollen einen geordneten Handel auch bei extremen Preissprüngen sicherstellen.

Marktausblick und technische Lage

Trotz der aktuellen Aufwärtstendenz bleibt das mittelfristige Bild komplex. Während Händler laut Saxo Bank verstärkt auf weiter steigende Kurse setzen, warnen Analysten von JP Morgan vor deutlichen Ölüberschüssen in den Jahren 2026 und 2027.

Am Freitag notierte der Brent-Preis zum Handelsschluss bei 55,48 USD und damit nur hauchdünn unter dem am Donnerstag markierten 52-Wochen-Hoch von 55,68 USD. Die kommenden zwei Wochen sind entscheidend: Verstreicht das US-Ultimatum ohne diplomatische Lösung, dürfte die Risikoprämie weiter steigen. Allerdings deutet der Relative-Stärke-Index (RSI) mit einem Wert von 71,4 bereits auf eine technisch überkaufte Situation hin, was das Risiko kurzfristiger Gewinnmitnahmen erhöht.

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