Nvidia verschiebt neue Gaming-Grafikkarten bis 2028
10.02.2026 - 22:53:11Nvidia stellt seine GPU-Strategie radikal um und opfert die nächste Gaming-Generation dem lukrativen KI-Geschäft. Der Grund: ein globaler Engpass bei Hochleistungsspeichern.
Veröffentlicht: Dienstag, 10. Februar 2026
Der Chip-Riese soll die nächste Generation seiner Consumer-Grafikkarten, die GeForce RTX 60-Serie, auf das Jahr 2028 verschoben haben. Diese strategische Kehrtwende ist eine direkte Folge des KI-Booms. Nvidia priorisiert seine äußerst profitablen KI- und Rechenzentrenschips, während gleichzeitig Hochleistungsspeicher knapp ist. Die Entscheidung sendet Schockwellen durch die PC-Gaming-Landschaft.
Der Nachfolger der aktuellen Blackwell-Architektur, mit dem Codenamen „Rubin“, sollte ursprünglich Ende 2027 in die Massenproduktion gehen. Stattdessen entsteht nun die längste Pause zwischen zwei GPU-Generationen in der Unternehmensgeschichte. Ebenfalls gestrichen ist das für Anfang 2026 erwartete Mid-Cycle-Refresh der RTX 50-Serie, die sogenannte „Super“-Version. Der Grund ist simpel und wirtschaftlich: Die Komponenten und Produktionskapazitäten werden dringender im profitableren KI-Sektor benötigt.
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Der unwiderstehliche Sog der Künstlichen Intelligenz
Nvidias Finanzberichte zeigen ein Unternehmen im radikalen Wandel. Vom Gaming-Hardware-Hersteller zum KI-Titan: Die Rechenzentrensparte ist zum dominanten Umsatztreiber geworden. Im dritten Quartal 2026 erzielte sie einen Umsatz von 51,2 Milliarden Euro – das sind fast 90 Prozent des Gesamtumsatzes von 57 Milliarden Euro. Der Gaming-Bereich brachte im Vergleich bescheidene 4,3 Milliarden Euro ein, weniger als acht Prozent.
Diese Zahlen erklären die strategische Neuausrichtung. Die Gewinnmargen bei KI-Chips wie den kommenden Rubin-Systemen werden auf 65 Prozent oder mehr geschätzt. Im Gaming-Sektor sind es nur etwa 40 Prozent. Angesichts knapper Ressourcen fällt die Entscheidung klar zugunsten des lukrativeren Geschäfts. Berichten zufolge drosselt Nvidia sogar die Produktion aktueller RTX-50-Karten, um Kapazitäten für KI-Hardware freizumachen.
Der globale Speicher-Engpass trifft die Gamer
Das Kernproblem ist ein weltweiter Mangel an Hochleistungsspeichern, insbesondere modernem GDDR7 und HBM (High Bandwidth Memory). Diese Komponenten sind gleichermaßen essenziell für Highend-Grafikkarten und leistungsstarke KI-Beschleuniger. Hersteller wie Samsung, Micron und SK Hynix können die explodierende Nachfrage nicht decken.
Die gestrichene RTX-50-Super-Serie sollte eigentlich mit denseren 3-GB-GDDR7-Modulen ausgestattet werden – genau der wertvollen Komponente, die auch für professionelle KI-GPUs gebraucht wird. Im Dezember 2025 entschieden Nvidia-Manager laut Insidern, dass diese Bauteile „zu wertvoll für Consumer-Gaming-Karten“ seien. Dieser Flaschenhals ist der Hauptgrund für die Verzögerung der RTX-60-Serie, denn eine ausreichende Speicherversorgung für einen Massenmarkt-Start 2027 ist nicht mehr möglich.
Was bedeutet das für PC-Spieler?
Die Konsequenzen für die Gaming-Community sind gravierend. Ohne eine RTX-50-Super-Serie in 2026 und mit der Verschiebung der RTX-60-Generation auf 2028 deutet sich eine lange Durststrecke an. Der Markt muss sich auf eine verlängerte Lebensdauer der aktuellen RTX-50-Serie einstellen. Kombiniert mit den Produktionskürzungen könnte das hohe Preise und geringe Verfügbarkeit bei Highend-Karten zementieren.
Einzelne Berichte aus Anfang Februar 2026 spekulieren zwar über eine einzelne Ultra-High-End-Karte im dritten Quartal 2026 – eine Art RTX 5090 Ti oder Titan. Analysten gehen jedoch davon aus, dass es sich um ein Nischenprodukt mit geringer Stückzahl handelt, das eher auf „Prosumer“ und KI-Workstations abzielt. Für den durchschnittlichen Gamer ändert das wenig an der Aussicht auf ein dreijähriges Warten auf den nächsten großen Technologiesprung.
Ein Branchentrend mit Folgen
Nvidias Strategiewechsel spiegelt einen breiteren Trend wider: Die Ökonomie der Künstlichen Intelligenz formt die Prioritäten der gesamten Halbleiterbranche neu. Auch Konkurrenten wie AMD konzentrieren sich verstärkt auf ihre eigenen KI-Chip-Linien. Die Versorgung von Hyperscalern und Unternehmen, die die globale KI-Infrastruktur aufbauen, hat für absehbare Zeit oberste Priorität.
Für PC-Enthusiasten beginnt eine neue Ära. Der vorhersehbare, etwa zweijährige Takt bei GPU-Neuheiten ist vorerst Geschichte. Wer auf den nächsten großen Performance-Schub hofft, muss sich wohl bis 2028 gedulden – solange der KI-Boom die volle Aufmerksamkeit und die Ressourcen des weltweit führenden Chip-Designers beansprucht.
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