NVIDIA und AMD: KI-Boom treibt Grafikkarten-Preise in die Höhe
20.01.2026 - 07:32:12Die Preise für neue Grafikkarten von NVIDIA und AMD steigen rasant – Schuld ist ein akuter Mangel an Grafikspeicher. Der KI-Sektor schluckt die Produktionskapazitäten und lässt PC-Spieler leer ausgehen.
Seit zwei Wochen kosten High-End-Modelle bis zu 20 Prozent mehr. Besonders betroffen sind die neuesten Generationen: NVIDIAs GeForce RTX 50 Serie und AMDs Radeon RX 9000 Serie. Die Lage erinnert an die volatilen Märkte der Pandemie-Jahre und beendet eine kurze Phase stabiler Preise. Verantwortlich ist eine schwere Knappheit bei GDDR6- und GDDR7-Speicherchips, einem Kernbestandteil jeder Grafikkarte.
KI-Fabriken schlucken die Speicher-Produktion
Die Wurzel der Krise liegt nicht bei den Gamern, sondern in den Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz. Halbleiter-Riesen wie Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren die Herstellung von High-Bandwidth Memory (HBM). Dieser Speichertyp ist für KI-Server unverzichtbar und verspricht höhere Margen.
Die Folge: Die Produktion von Consumer-Speicher für Grafikkarten wird zurückgefahren. Da der Grafikspeicher einen Großteil der Herstellungskosten ausmacht, wirken sich schon kleine Engpässe massiv auf den Endpreis aus. Analysten warnen vor einem anhaltenden „Super-Zyklus“ für KI-Speicher, der bis 2027 andauern könnte. Für PC-Bastler bedeutet das: Die hohen Preise könnten der neue Normalzustand werden.
NVIDIA reagiert mit Strategiewechsel im Sortiment
NVIDIAs RTX-50-Modelle mit 16 GB VRAM oder mehr sind besonders betroffen; hier stiegen die Preise um 15 bis 20 Prozent. Als Reaktion passt der Marktführer offenbar seine Produktion an.
Berichten aus der Lieferkette zufolge drosselt NVIDIA die Fertigung von Mittelklasse-Karten mit großem Speicher, wie der RTX 5060 Ti 16GB. Stattdessen wird die Produktion von Modellen mit nur 8 GB VRAM hochgefahren. Das Kalkül: Mit der knappen Ressource Speicher möglichst viele verkäufliche Einheiten produzieren. Der Fokus liegt auf dem höchsten Umsatz pro verbautem Gigabyte – keine gute Nachricht für Spieler, die auf zukunftssicheren Speicher achten.
Die anhaltende Knappheit an GDDR6-/GDDR7‑Speichern zeigt, wie stark der KI‑Boom inzwischen Lieferketten und Preise verändert. Unternehmen, Entwickler und Einkaufsteams sollten die neuen EU‑Regeln für KI‑Systeme kennen – sonst drohen bei Kennzeichnung und Dokumentation teure Nachbesserungen und Verzögerungen bei Beschaffungen. Ein kostenloser Umsetzungs‑Leitfaden erklärt kompakt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Übergangsfristen sowie konkrete Handlungsschritte zur schnellen Umsetzung. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
AMD unter Druck, sieht aber Chancen
Auch AMD kommt nicht ungeschoren davon. Die Preise für die RX-9000-Serie stiegen auf dem Spotmarkt in Europa und China um 10 bis 18 Prozent. Das Flaggschiff RX 9070 XT verteuerte sich um bis zu 17 Prozent.
AMD hat seine Board-Partner bereits über Preiserhöhungen für Grafikchips und Speicherpakete informiert. Das Unternehmen betont jedoch, mit seinen Speicherlieferanten an Lösungen zu arbeiten, um die Produkte für Gamer erschwinglich zu halten. In der Krise könnte AMD Marktanteile gewinnen – von Spielern, die sich NVIDIAs Top-Modelle nicht mehr leisten können. Doch auch AMD bleibt vom allgemeinen Speicher-Engpass abhängig.
Hersteller geben gestiegene Kosten direkt weiter
Offiziell haben weder NVIDIA noch AMD die unverbindlichen Preisempfehlungen (MSRP) erhöht. Sie verteuern aber die Preise für ihre Add-in-Board (AIB)-Partner wie ASUS, MSI und Gigabyte. Diese geben die Mehrkosten an den Handel und schließlich an die Kunden weiter.
MSI hat Preiserhöhungen für seine RTX-50-Serie bereits umgesetzt. ASUS und Gigabyte werden voraussichtlich bis Ende Januar 2026 nachziehen. Es entsteht ein undurchsichtiges Preisgeflecht: Je nach Speicher-Vorräten der Partner kann das gleiche GPU-Modell bei verschiedenen Herstellern unterschiedlich viel kosten.
Düstere Aussichten für Spieler
Die Experten sind pessimistisch. Die KI-Nachfrage ist ein struktureller Marktwandel, kein vorübergehender Boom. Die Knappheit bei Speicher und Grafikkarten könnte bis 2027 oder sogar 2028 anhalten.
Für PC-Spieler heißt das: Die Zeit stabiler Preise ist vorbei. High-Performance-Hardware wird wieder zum Luxusgut. Wer aufrüsten will, muss sein Budget nach oben korrigieren oder auf Modelle mit weniger Grafikspeicher zurückgreifen – genau jene Karten, die die Hersteller nun priorisieren. Der Schatten der KI-Industrie verändert die Ökonomie des PC-Gamings grundlegend.
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