NVIDIA, Grafikkarten

NVIDIA stoppt alle neuen Grafikkarten für Gamer – KI-Geschäft hat Vorrang

12.02.2026 - 07:24:12

NVIDIA setzt die Veröffentlichung neuer Gaming-GPUs für 2026 aus, um alle Kapazitäten auf das hochprofitabele KI-Datengeschäft zu konzentrieren. Die RTX-50-Serie bleibt länger am Markt.

Ein beispielloser Schritt: NVIDIA wird 2026 keine neuen Gaming-Grafikkarten veröffentlichen. Grund ist eine globale Speicherknappheit, die das Unternehmen zwingt, alle Ressourcen in sein hochprofitables KI-Datengeschäft zu lenken.

PC-Spieler und Hardware-Enthusiasten müssen sich auf eine lange Wartezeit einstellen. NVIDIA bricht damit erstmals seit fast drei Jahrzehnten mit seinem traditionellen Jahreszyklus für neue Produkte. Mehrere Branchenquellen bestätigen: Der geplante „Super“-Refresh der aktuellen RTX-50-Serie wurde gestoppt, die nächste Generation RTX 60 auf frühestens 2028 verschoben.

KI-Boom frisst Gaming-Ressourcen

Der Treiber dieser Entscheidung ist der überwältigende Erfolg von NVIDIAs Datacenter-Division. Sie trägt inzwischen fast 90 Prozent zum Konzernumsatz bei und wirft mit etwa 65 Prozent Marge deutlich mehr ab als das Grafikkartengeschäft (geschätzt 40 Prozent). Die unersättliche Nachfrage nach KI-Chips der Blackwell-Serie hat einen erbitterten Verteilungskampf um Schlüsselkomponenten ausgelöst.

Vor allem High-Bandwidth-Memory (HBM) und fortschrittliche Verpackungstechnologien sind Mangelware. Speicherhersteller sind mit HBM-Lieferungen bis weit ins Jahr 2026 ausgebucht und bedienen vorrangig lukrative KI-Verträge. Auch die CoWoS-Kapazitäten von Partner TSMC, essenziell für die Integration von KI-Beschleunigern, sind bis mindestens Mitte 2026 überbucht – wobei NVIDIA den Großteil der Produktion für sich beansprucht. Angesichts knapper Ressourcen fällt die finanzielle Entscheidung klar zugunsten des profitableren Geschäfts aus.

Folgen für den Markt: Lange Wartezeiten, hohe Preise

Für Verbraucher bedeutet dies eine ungewöhnlich lange Lebensdauer der RTX-50-Serie, die im Januar 2025 eingeführt wurde. Der intern „Kicker“ genannte Super-Refresh war bereits designed, wurde aber Ende 2025 gestoppt.

Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Berichten zufolge drosselt NVIDIA auch die Produktion der bestehenden RTX-50-Modelle. Die Knappheit dürfte die Preise auf hohem Niveau halten und die bei Gamern unbeliebte Verfügbarkeitsproblematik verlängern. Mit der Verschiebung der RTX-60-Architektur klafft eine Lücke von fast drei Jahren zwischen den großen GPU-Generationen – ein Novum in der modernen PC-Ära.

Strategische Neuausrichtung eines Marktführers

Dieser Stopp der Consumer-Launches markiert eine tiefgreifende strategische Wende. NVIDIA wurde auf dem Fundament des PC-Gamings aufgebaut, doch die explosive KI-Revolution hat die Prioritäten neu geordnet. Die rekordverdächtigen Umsätze werden heute von Hyperscalern und Unternehmen getrieben, die massive KI-Infrastrukturen aufbauen.

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Der Fokus auf KI geht über die Produktionspriorisierung hinaus. Die gesamte Technologie-Roadmap beschleunigt sich in Richtung Datacenter-Lösungen. Die nächste Architektur „Rubin“ wird bereits für 2026 im KI-Bereich angekündigt und soll HBM4-Speicher nutzen. Dieser rasante Ein-Jahres-Takt für KI-Plattformen bestärkt den Konzern darin, seine besten Ingenieurs- und Fertigungsressourcen vom traditionelleren Zwei-Jahres-Zyklus des Consumer-Marktes abzuziehen.

Blick in die Zukunft: Wann kommt Entspannung?

NVIDIA hat keinen neuen Zeitplan für Consumer-Produkte genannt. Die Branche rechnet nicht mit einer baldigen Entspannung der Lieferketten-Engpässe. Analysten prognostizieren, dass die Knappheit bei Speichern und Verpackungskapazitäten das gesamte Jahr 2026 anhalten wird.

Solange die Nachfrage nach KI-Beschleunigern das Angebot kritischer Komponenten übersteigt, bleibt der Gaming-GPU-Markt zweitrangig. Auf absehbare Zeit müssen sich PC-Bauer und Spieler mit der aktuellen RTX-50-Palette begnügen. Die Branche beobachtet nun gespannt, ob Wettbewerber NVIDIAS Gaming-Pause für sich nutzen können – oder ob sich der gesamte Markt einem neuen, von der KI diktierten Innovationsrhythmus anpassen muss.

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