Nvidia, RTX

Nvidia RTX 50: Blower-Karten für KI-Cluster tauchen auf

10.01.2026 - 18:43:12

Spezielle Einfachlüfter-Varianten der RTX-50-Serie zielen auf kostengünstige KI-Rechencluster und stellen eine direkte Konkurrenz zu Nvidias teuren Profi-Grafikkarten dar.

Spezielle Grafikmodelle mit Einfachlüfter-Design fluten den chinesischen Markt – sie zielen direkt auf kostengünstige KI-Rechencluster und untergraben Nvidias teure Profi-Sparte.

Berichte von diesem Wochenende belegen: In China sind spezielle Varianten von Nvidias RTX-50-Grafikkarten aufgetaucht. Es handelt sich um sogenannte Blower-Modelle der RTX 5080, 5070 Ti und 5060 Ti. Ihr kompaktes Kühlkonzept mit einem einzelnen Lüfter, der die Wärme direkt aus dem Gehäuse bläst, ist ein klarer Schachzug für den boomenden Markt günstiger KI-Arbeitsstationen. Diese Karten durchbrechen den aktuellen Trend zu riesigen Gaming-Kühlern und bedienen stattdessen die Nachfrage nach hochverdichteten Rechenclustern – ein Bereich, den Nvidia bislang mit deutlich teureren Profikarten abgeschottet hat.

Die Rückkehr des Einfachlüfters

Laut Technikportalen wie Tom‘s Hardware tauchen diese neuen Modelle mit einem strengen Zwei-Slot-Format auf. Anders als die auf der CES 2026 vorgestellten Gaming-Modelle von ASUS oder Gigabyte, die oft drei oder mehr Slots belegen und die Wärme im Gehäuse zirkulieren lassen, sind diese Blower-Karten für enge Servergehäuse optimiert. Sie nutzen die Blackwell-Architektur der RTX-50-Serie, kombiniert mit einem schlichten Kühlkörper und einem schnellen Radiallüfter.

Anzeige

Passend zum Thema kompakter KI-Rechencluster: Viele Cluster-Betreiber setzen auf Linux, weil das System stabiler und effizienter skaliert – rund 85% der Top-Supercomputer laufen mit Linux. Das kostenlose Linux-Startpaket enthält die vollständige Ubuntu-Vollversion plus eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der Sie Linux parallel zu Windows installieren oder direkt für Workstations und kleine KI-Knoten nutzen können. Ideal, um ältere Rechner in günstige KI-Knoten zu verwandeln. Jetzt kostenloses Linux-Startpaket sichern

Diese Bauweise ermöglicht es Systemintegratoren, mehrere GPUs platzsparend in einem Server oder Workstation zu stapeln, ohne dass sie sich gegenseitig überhitzen. Die Hersteller dieser Karten sind oft unbekannte Submarken, doch die Verarbeitungsqualität deutet auf eine gezielte Massenproduktion für KI-Labore und Render-Farmen hin. Für diese Kunden sind Nvidias offizielle Enterprise-Lösungen wie die H100 oder RTX-6000-Ada-Serie schlichtweg unerschwinglich.

Konflikt zwischen Konsumenten- und Profimarkt

Die Entwicklung unterstreicht einen anhaltenden Konflikt im GPU-Markt. Nvidia hat in den letzten Generationen seine Partner aktiv davon abgehalten, Blower-Kühler für Top-Konsumentenkarten wie die RTX 4090 anzubieten. Der Grund ist die Marktsegmentierung: Eine 2.000 Euro teure Konsumentenkarte mit Blower-Kühlung kann in Multi-GPU-Clustern problemlos eine professionelle Karte für 6.800 Euro ersetzen und untergräbt so Nvidias hochprofitables Enterprise-Geschäft.

Während große globale Partner wie MSI auf der CES entsprechende Designvorgaben befolgten, treibt die Nachfrage nach kostengünstiger KI-Rechenleistung die Entstehung dieser „Graumarkt“-Varianten an. Berichten zufolge entstehen einige Karten durch das „Umpflanzen“ von Grafikchips und Speicher standardmäßiger Gaming-Karten auf spezielle Serverplatinen. So können kleine KI-Startups dichte Trainingscluster zu einem Bruchteil der offiziellen Kosten aufbauen.

Technischer Vorteil für KI-Workloads

Der Reiz dieser Blower-Karten liegt in ihrer Wärmeabfuhr. Bei KI-Workloads wie dem Training von Sprachmodellen laufen GPUs über lange Zeit auf 100% Last. Herkömmliche Axiallüfter blasen die heiße Luft ins Gehäuse zurück und erfordern massive Luftströmung und Abstand zwischen den Karten. Blower-Lüfter dagegen saugen Luft an und blasen sie direkt über die Rückseite aus dem System.

Dieses Design ermöglicht den Einbau von vier bis acht GPUs in ein einziges Standard-Workstation-Gehäuse. Mit ihrer hohen Anzahl an CUDA-Kernen und GDDR7-Speicherbandbreite bieten Cluster aus RTX-5080- oder 5070-Ti-Karten KI-Forschern ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die gesichteten Blower-Modelle der RTX 5080 sind schmal genug, um in 4U-Servergehäuse zu passen – eine Fähigkeit, die den offiziellen „Founders Edition“- oder Partnerkarten aufgrund ihrer Kühlkonzepte fehlt.

Marktkontext und Risiken für Käufer

Das Auftauchen dieser Karten folgt unmittelbar auf die CES 2026, die von KI-Integration im Consumer-Bereich dominiert wurde. Während sich Nvidias offizieller Fokus auf Software richtete, formt die unersättliche Nachfrage nach Rechenleistung die Hardware-Realität vor Ort.

Zwar sind diese Blower-Modelle derzeit auf den chinesischen Markt beschränkt, doch historische Trends deuten darauf hin, dass sie über Importeure auch in den Westen gelangen könnten. Für Käufer bergen sie Risiken: Da sie oft nicht von Nvidia abgesegnet sind, könnte der Treibersupport bei künftigen Updates problematisch sein. Zudem gibt es in der Regel keine Garantie außerhalb der Verkaufsregion.

Ausblick: Der KI-Goldrausch verändert den Markt

Die Existenz dieser Karten zeigt, wie der „KI-Goldrausch“ die Grenzen zwischen Consumer- und Profi-Hardware verwischt. Es ist wahrscheinlich, dass Nvidia seine Designbeschränkungen für autorisierte Partner weiter verschärfen wird, um seine Workstation-Umsätze zu schützen. Doch solange eine massive Preislücke zwischen Konsumenten- und Enterprise-GPUs klafft, werden Hersteller Wege finden, sie mit funktionaler Hardware zu überbrücken.

KI-Forscher in Europa und Nordamerika müssen vorerst auf offizielle „Creator“-Serien wie die ASUS ProArt- oder Gigabyte AERO-Modelle zurückgreifen. Diese bieten verbesserte Kompatibilität, erreichen aber nicht die hohe Packungsdichte der Blower-Karten, die jetzt in Übersee auftauchen.

Anzeige

PS: Der KI‑Goldrausch bringt nicht nur Hardwarefragen, sondern auch regulatorische Pflichten mit sich – wer KI-Systeme entwickelt oder betreibt, sollte die EU‑KI‑Verordnung kennen. Das kostenlose E‑Book erklärt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen kompakt und hilft Labors und Startups, ihre KI‑Systeme richtig einzuordnen. Gratis KI‑Verordnung-Umsetzungsleitfaden herunterladen

@ boerse-global.de