Nvidia-Chef, Boom

Nvidia-Chef prophezeit Boom für Handwerksberufe durch KI-Ausbau

24.01.2026 - 12:30:12

Der KI-Boom schafft massenhaft neue Jobs – aber nicht nur für Software-Experten. Nvidia-Chef Jensen Huang sagt auf dem Weltwirtschaftsforum einen historischen Aufschwung für klassische Handwerksberufe voraus. Elektriker, Klempner und Bauprofis werden demnach dringend für den Bau der „KI-Fabriken“ gebraucht.

DAVOS — Die künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt grundlegend. Doch entgegen der verbreiteten Angst vor dem Wegfall von Bürojobs zeichnet der CEO des Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, ein überraschendes Zukunftsbild. Auf dem Weltwirtschaftsforum betonte er, der massive Ausbau der KI-Infrastruktur werde einen beispiellosen Boom bei Handwerks- und Bauberufen auslösen.

„Die KI lebt nicht in einer Wolke. Sie braucht ein Zuhause aus Stahl und Beton“, so Huang in einer Diskussion mit BlackRock-Chef Larry Fink. Gemeint sind die riesigen Rechenzentren, die er als „KI-Fabriken“ bezeichnet. Ihr Bau und Betrieb erfordere komplexe Elektroinstallationen, Kühlsysteme und Gebäudetechnik. Diese physische Grundlage schaffe eine enorme Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften.

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Huang erklärte den wirtschaftlichen Effekt mit einem Modell aus fünf Schichten, die gleichzeitig entstehen müssten: Energieerzeugung, Computerchips, Cloud-Infrastruktur, KI-Modelle und Anwendungen. Während Nvidia in der zweiten Schicht beheimatet ist, profitiere die gesamte Wertschöpfungskette.

„Die erste Schicht, die Energie, erlebt bereits einen Investitionsschub“, sagte Huang. Moderne Rechenzentren hätten einen immensen Stromhunger. Die fünfte Schicht, die Anwendungen, sei der Bereich, in dem das Kapital fließt. 2025 seien weltweit über 100 Milliarden Euro Venture Capital in „KI-native“ Firmen geflossen, die Tools für Gesundheitswesen, Fertigung und Finanzdienstleistungen entwickeln.

Diese Investitionen kaskadierten durch alle Schichten und schafften so Arbeitsplätze vom Kraftwerksbauer bis zum Servicetechniker. In einigen Märkten näherten sich die Gehälter für diese Spezialisten bereits der Sechsstelligkeit, berichteten Forumsteilnehmer.

KI als Assistent, nicht als Jobkiller

Wie verändert KI dann bestehende Berufe? Huang widersprach der Vorstellung vom vollständigen Ersatz. Am Beispiel der Radiologie zeigte er einen anderen Weg auf: Trotz KI-gestützter Bildanalyse sei die Nachfrage nach Radiologen so hoch wie nie.

„Die KI übernimmt die repetitive Analyse – mit übermenschlicher Geschwindigkeit und Genauigkeit. Der Mensch konzentriert sich auf die komplexe Diagnose, die Patientenkommunikation und die Therapieplanung“, so Huang. Es gehe um den Zweck einer Tätigkeit, nicht nur um ihre Einzelaufgaben. Diese Automatisierung routinemäßiger kognitiver Arbeit mache menschliche Fachkräfte produktiver und wertvoller.

Globale Strategie trotz Handelskonflikten

Während in Davos über langfristige Trends diskutiert wurde, navigiert Nvidia auch aktuelle geopolitische Herausforderungen. Nach dem Forum reiste Huang nach Shanghai, um das chinesische Neujahrsfest mit lokalen Mitarbeitern zu feiern.

Der Besuch unterstreicht die Bedeutung der globalen Lieferkette für den Konzern. Jüngste regulatorische Verschiebungen beim Export von Hochleistungschips wie der H200-Serie haben den Handel erschwert. Huangs geplante Stopps in Peking und Shenzhen signalisieren dennoch das Festhalten an wichtigen Partnerschaften in der Region. Analysten sehen darin eine Notwendigkeit für die Stabilität des gesamten Technologie-Ökosystems.

Die nächste Welle: „Physische KI“

Der Konsens in Davos 2026: Die nächste Phase der KI wird zunehmend physisch. Nach Text und Bildern komme nun die „physische KI“ – Systeme, die die reale Welt verstehen und mit ihr interagieren. Dies werde das Wachstum in Robotik und automatisierter Fertigung weiter antreiben.

Huang forderte Europa und Entwicklungsländer auf, diese Chance zu nutzen. Regionen mit starker Industriebasis könnten in der Robotik führen. Entwicklungsländer hätten die Möglichkeit, mit KI technologische Stufen zu überspringen. Wer KI-Infrastruktur wie Straßen oder Strom als nationale Notwendigkeit behandle, könne lokale Innovations-Ökosysteme schaffen.

Die Botschaft ist klar: Die KI-Revolution findet nicht mehr nur auf Bildschirmen statt. Sie gräbt Fundamente, verlegt Kabel und schafft eine neue Art von Arbeitsplätzen. Diese Brückenjobs verbinden die digitale Zukunft mit dem qualifizierten Handwerk von heute.

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