Nvidia beerdigt Festpreis-Garantie für Grafikkarten
23.01.2026 - 20:42:12Nvidia hat ein zentrales Rabattprogramm für Hersteller gestrichen. Die Folge: Die Preise für Gaming-Grafikkarten werden deutlich steigen und unberechenbarer denn je. Ein Ende der Preisgarantien markiert einen strategischen Wendepunkt für PC-Spieler.
Das jetzt eingestellte Open Price Program (OPP) war das geheime Preisdämpfungsinstrument des Marktführers. Es funktionierte wie ein Rabattsystem für Partner wie ASUS, MSI oder Gigabyte. Diese erhielten von Nvidia finanzielle Vergütungen, wenn sie ihre Grafikkarten zum offiziellen Herstellereinführungspreis (MSRP) verkauften. Damit wurden die oft höheren Produktionskosten der Partner ausgeglichen. Ohne diesen Ausgleich, so berichten Branchenkenner diese Woche, lohnt sich der Verkauf zum Festpreis für die Hersteller nicht mehr. Die MSRP-Angabe verliert damit jede Bedeutung.
Warum das Rabattsystem für Nvidia unattraktiv wurde
Die Entscheidung fällt in eine Zeit extramer Marktspannungen. Treiber ist die globale Speicherchip-Knappheit, die durch den KI-Boom massiv verschärft wurde. Hersteller wie Samsung oder SK Hynix produzieren lieber hochprofitabele Speicherchips für KI-Rechenzentren als für Gaming-Grafikkarten. Die Folge: Die Preise für den notwendigen Grafikspeicher (VRAM) schießen in die Höhe.
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Für Nvidia wurde es damit finanziell untragbar, die Differenz zwischen den gestiegenen Einkaufskosten der Partner und dem Festpreis auszugleichen. Das Unternehmen konzentriert sich ohnehin zunehmend auf das lukrativere KI‑Geschäft. Die gestiegenen Komponentenkosten werden nun ungefiltert an die Partner und schließlich an die Endkunden weitergegeben. Die Gaming‑Sparte muss sich den Ressourcen mit der milliardenschweren KI‑Industrie teilen – und verliert diesen Wettkampf meist.
Deutliche Preissprünge für Verbraucher erwartet
Die unmittelbaren Konsequenzen für Spieler sind drastisch. Branchenanalysten prognostizieren massive Preiserhöhungen für die aktuelle RTX-50-Serie. Spitzenmodelle wie die GeForce RTX 5080 könnten demnach um 40 bis 50 Prozent teurer werden. Aus europäischen Handelkreisen ist zu hören, dass eine Karte, die vor Monaten noch bei rund 1.000 Euro lag, bald für 1.400 bis 1.500 Euro über den Ladentisch gehen könnte.
Hinzu kommt eine strategische Verschiebung in der Produktion. Nvidia priorisiert Berichten zufolge die Fertigung hochpreisiger Modelle wie der RTX 5080 gegenüber der RTX 5070 Ti. Beide nutzen den gleichen Grundchip, doch die teurere Variante bringt mehr Profit. Die Verfügbarkeit der RTX 5070 Ti dürfte daher stark eingeschränkt bleiben – eine weitere Einschränkung der Wahlfreiheit für Kunden.
Neue Ära: Der Markt diktiert den Preis
Das Ende des OPP ist mehr als nur eine Preisanpassung. Es signalisiert einen fundamentalen Strategiewechsel Nvidias weg von einer moderaten Preiskontrolle hin zu einem rein marktgerechten Preismodell. Die MSRP war jahrelang ein wichtiger, wenn auch oft theoretischer Preisanker. Ihr Wegfall schafft eine Art „Wilden Westen“, in dem nur noch Angebot, Nachfrage und Komponentenkosten zählen.
Können Konkurrenten wie AMD oder Intel davon profitieren? Theoretisch ja, wenn sie stabile Preise anbieten und Spieler anlocken, die sich Nvidia nicht mehr leisten können. Doch auch sie kämpfen mit den gleichen Lieferkettenproblemen und planen laut Berichten eigene Preiserhöhungen. Die gesamte Branche steuert auf eine Phase hoher Preisvolatilität zu. Die Ära verlässlicher Einführungspreise scheint vorbei.
Was bedeutet das für den PC-Kauf 2026?
Für PC-Bastler und Spieler deutet alles auf ein teures Jahr hin. Der Gedanke, eine Grafikkarte zum ursprünglich angekündigten Preis zu kaufen, gehört wohl der Vergangenheit an. Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass die Straßenpreise für die RTX-50-Serie nicht nur hoch starten, sondern auch stark schwanken werden.
Ein baldiges Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht, solange die KI-Nachfrage ungebremst bleibt. Wer ein Upgrade plant, sollte sein Budget nach oben korrigieren oder geduldig abwarten. Ohne das stabilisierende OPP wird der wahre Preis für Next-Gen-Gaming nicht mehr vom Hersteller vorgeschlagen, sondern von den gnadenlosen Gesetzen eines leergefegten Weltmarkts diktiert.
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