Nutrigenomik, DNA-Diäten

Nutrigenomik: DNA-Diäten zwischen Hype und Wissenschaft

08.02.2026 - 00:52:12

Experten warnen vor Gentests für Ernährungspläne, da die Forschung noch nicht reif ist. Komplexe Wechselwirkungen zwischen Genen, Lebensstil und Umwelt erschweren echte Personalisierung.

Die Nutrigenomik verspricht maßgeschneiderte Ernährungspläne aus der DNA. Doch Experten warnen: Die Forschung ist noch nicht reif für echte Personalisierung.

Während kommerzielle Anbieter mit Gentests für zu Hause locken, mahnen führende Ernährungswissenschaftler zur Vorsicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont die Komplexität des Themas. Denn wie unser Körper auf Nahrung reagiert, hängt nicht nur von den Genen ab. Lebensstil, Umwelt und das Darm-Mikrobiom spielen eine mindestens ebenso große Rolle.

Wie Gene unseren Stoffwechsel beeinflussen

Die Wissenschaft hinter dem Hype heißt Nutrigenomik. Sie erforscht, wie winzige genetische Variationen – Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs) – unseren Stoffwechsel prägen. Theoretisch könnte eine Analyse zeigen, ob jemand besser mit einer fettreduzierten oder kohlenhydratarmen Ernährung zurechtkommt.

Forschungseinrichtungen wie die Technische Universität München arbeiten daran, dieses Potenzial zu heben. Ihr Ziel: ein tieferes Verständnis, um langfristig Krankheiten wie Adipositas besser vorzubeugen. Doch der Weg dorthin ist lang.

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Der umstrittene Markt der „Meta-Typen“

Im Kommerz geht es oft schneller und simpler. Anbieter wie CoGAP mit ihrem „MetaCheck“ teilen Kunden in vier Stoffwechsel-Typen ein – von Alpha bis Delta. Jeder Typ soll Nährstoffe wie Fette oder Kohlenhydrate unterschiedlich gut verarbeiten.

Doch genau diese Vereinfachung steht in der Kritik. Verbraucherzentralen und Fachgesellschaften bemängeln die mangelnde wissenschaftliche Grundlage. Die Werbeversprechen übertreffen bei Weitem das, was die aktuelle Forschung belegen kann. Überholte Theorien zu Körpertypen werden so in modernem Gewand verkauft.

Warum die Personalisierung (noch) scheitert

Das Potenzial des Feldes ist unbestritten. Langfristig könnte es die Prävention von Volkskrankheiten wie Diabetes revolutionieren. Doch der aktuelle Stand ist ernüchternd.

Experten sind sich einig: Die Forschung kann noch keine passgenauen Empfehlungen geben, die über eine gute, herkömmliche Ernährungsberatung hinausgehen. Die Wechselwirkungen zwischen hunderten Genen und tausenden Nahrungsbestandteilen sind schlicht zu komplex für einfache Gentests.

Die Zukunft liegt in der Datenfusion

Wo geht die Reise hin? Die echte Personalisierung wird wahrscheinlich aus der Verknüpfung riesiger Datenmengen kommen. KI-Systeme könnten in Zukunft genetische Daten mit Echtzeit-Informationen aus Wearables, Blutzuckermessungen und Mikrobiomanalysen kombinieren.

Bis diese Systeme ausgereift sind, bleibt der alte Rat der beste: eine ausgewogene, pflanzenbetonte Kost mit viel Bewegung. Personalisierte Ansätze können das ergänzen – ersetzen können sie die Grundlagen einer gesunden Ernährung noch lange nicht.

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