Nürnberg setzt auf KI zur Überwachung von Frühchen
02.02.2026 - 08:39:12Die Nürnberger Klinik startet ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt: Künstliche Intelligenz soll die Versorgung von Frühgeborenen revolutionieren. Mit einem 150.000 Euro schweren Förderprogramm des Freistaats Bayern wird eine mehrstufige KI-Plattform auf der Frühgeborenen-Intensivstation getestet. Ziel ist es, kritische Gesundheitsveränderungen bei den kleinsten Patienten früher zu erkennen als je zuvor.
KI als ständige, wachsame Assistenz
Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und könnte den Standard in der Neonatologie neu definieren. Die Station versorgt jährlich etwa 400 Frühchen, darunter mehr als 60 mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm. Die eingesetzte KI arbeitet auf drei Ebenen.
Im Kern analysiert eine Video-KI rund um die Uhr die Bewegungen der Säuglinge. Sie erkennt winzige, für das menschliche Auge kaum sichtbare Veränderungen, die auf ernste Komplikationen hindeuten können – etwa eine beginnende Sepsis oder Atemprobleme. Das System alarmiert sofort das Personal und ermöglicht präventives Handeln, lange bevor sich eindeutige Symptome zeigen.
Zusätzlich optimiert die KI die individuelle Ernährung jedes Kindes, ein entscheidender Faktor für Wachstum und spätere neurologische Entwicklung. Ein dritter Baustein ist das Management einer künstlichen Plazenta. Dieser integrierte Ansatz stellt einen großen Sprung gegenüber herkömmlicher Überwachung dar, die oft auf intermittierende Kontrollen und manchmal unpräzise Alarme setzt.
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Langsame Integration – große Hoffnungen
Die Einführung von KI in der Neonatologie adressiert ein zentrales Problem: den frühen, präzisen Nachweis einer Verschlechterung bei nicht-verbalen, extrem fragilen Patienten. Bislang hinkt die klinische Praxis den technischen Möglichkeiten hinterher. Viele KI-Tools stammen ursprünglich aus der Erwachsenenmedizin und sind nicht speziell für die kindliche Physiologie entwickelt.
Genau hier setzt das Nürnberger Pilotprojekt an. Es ist eine maßgeschneiderte Anwendung für diese einzigartige Patientengruppe. Sollte der Versuch erfolgreich verlaufen, plant die Bayerische Staatsregierung einen landesweiten Rollout der Technologie. Dies wäre ein Meilenstein für die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Die Vision ist die „smarte Intensivstation“, in der datengestützte Erkenntnisse die klinische Entscheidungsfindung unterstützen, Komplikationen reduzieren und die Langzeitentwicklung der Kinder verbessern. Gleichzeitig wirft der Einsatz von KI in diesem sensiblen Bereich ethische Fragen auf – von Datenschutz über Transparenz der Algorithmen bis zur Rolle der Technik in der familienzentrierten Betreuung.
Experten betonen: Die erfolgreichste KI ist die, die das medizinische Personal unterstützt, nicht ersetzt. Sie soll Ärzte und Pflegekräfte befähigen, noch sicherere und persönlichere Versorgung zu leisten. Der Nürnberger Weg wird international mit Spannung verfolgt. Er könnte richtungsweisend für die Neonatologie der Zukunft sein.
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