Notruftag, Rettungskette

Notruftag 112: Rettungskette in Deutschland am Limit

11.02.2026 - 09:02:12

Experten fordern schnelle Umsetzung der Notfallreform, um überlastete Notaufnahmen und Rettungsdienste durch digitale Steuerung und Aufklärung zu entlasten.

Die Notfallversorgung in Deutschland steht unter enormem Druck. Am Europäischen Tag des Notrufs 112 fordern Experten eine schnelle Umsetzung der geplanten Reform, um das überlastete System zu entlasten.

Notaufnahmen sind überfüllt, Rettungswagen fahren zu oft zu falschen Einsätzen. Diese strukturelle Überlastung gefährdet die Versorgung in echten Lebensgefahren. Die geplante Reform setzt auf digitale Vernetzung und eine klügere Steuerung der Hilfesuchenden. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten.

Strukturelle Probleme: Fehleinsätze blockieren Rettungskräfte

Ein Kernproblem ist die hohe Zahl nicht lebensbedrohlicher Fälle in Notaufnahmen. Viele Menschen suchen bei gesundheitlichen Beschwerden direkt die Klinik auf. Das führt zu langen Wartezeiten und überlastet das Personal.

Hilfsorganisationen wie die Johanniter berichten von stetig steigenden Einsatzzahlen, bei denen kein echter Notfall vorliegt. Diese Fehlsteuerung bindet wertvolle Ressourcen. Bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zählt jedoch jede Minute. Die jüngsten Belastungswellen durch Winterunfälle haben die Dringlichkeit zusätzlich unterstrichen.

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Digitale Reform: 112 und 116 117 sollen enger verzahnt werden

Die Lösung soll eine grundlegende Neuordnung bringen. Der Gesetzesentwurf zur Notfallversorgungsreform sieht vor, die Notrufnummer 112 enger mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 zu verknüpfen.

Durch Aktuelleitstellen und bessere digitale Vernetzung sollen Anrufer gezielter an die richtige Stelle geleitet werden: zur Praxis, zum Bereitschaftsdienst oder zum Rettungswagen. Ein weiterer Baustein sind Integrierte Notfallzentren (INZ) an Krankenhäusern. Sie bündeln Notaufnahme, Bereitschaftspraxis und Ersteinschätzung unter einem Dach. Das Ziel: Effizientere Patientenströme und kürzere Wartezeiten.

Wissen in der Bevölkerung: Wann ist es ein echter Notfall?

Neben der Strukturreform ist Aufklärung entscheidend. Bei vielen Bürgern herrscht Unsicherheit: Wann wählt man die 112, wann die 116 117?

Die 112 ist für lebensbedrohliche Situationen reserviert: Bewusstlosigkeit, schwere Verletzungen, Anzeichen für Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Brände. Für akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden am Abend oder Wochenende ist der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117 die richtige Anlaufstelle. Feuerwehrverbände und Rettungsdienste nutzen den Aktionstag, um dieses Wissen zu stärken – inklusive der Anleitung zur lebensrettenden Herzdruckmassage am Telefon.

Lange Umsetzungsfrist: Politik muss jetzt liefern

Der Reformbedarf ist unbestritten, die Umsetzung jedoch schleppend. Der Gesetzesentwurf soll im ersten Quartal 2026 vom Kabinett verabschiedet werden. Teile des Gesetzes treten aber erst zum 1. Januar 2027 in Kraft.

Die erfolgreiche Einführung hängt von erheblichen Investitionen, geklärten Finanzierungsfragen und einer einheitlichen Umsetzung in allen Bundesländern ab. Für die Mitarbeiter im Rettungsdienst ist die Botschaft klar: Die Zeit für politische Abstimmungen läuft ab. Eine schnelle und umfassende Reform ist überfällig, um die Rettungskette für die Zukunft zu wappnen.

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