Nomagic und Filics treiben europäische Roboter-Revolution voran
28.01.2026 - 17:22:11Europas Logistik-Roboter erhalten Millionen-Investments für die Expansion in die USA und Europa. Zwei europäische Roboter-Spezialisten, Nomagic aus Warschau und Filics aus München, machen mit frischem Kapital Druck auf dem globalen Automationsmarkt. Während Nomagic mit 8,3 Millionen Euro den Sprung in die USA beschleunigt, bereitet Filics mit 13,5 Millionen Euro den europaweiten Rollout eines innovativen Paletten-Systems vor.
Diese Finanzierungsrunden unterstreichen den Boom im europäischen Robotik-Sektor. Hintergrund sind der anhaltende Fachkräftemangel in Logistik und E-Commerce sowie der Druck, Lieferketten effizienter und krisenfester zu machen. Der globale Robotikmarkt, 2025 noch bei rund 45 Milliarden Euro bewertet, könnte bis 2030 auf über 100 Milliarden Euro wachsen.
Nomagic greift mit KI-Pickern den US-Markt an
Der Warschauer Spezialist Nomagic hat eine Series-B-Aufstockung in Höhe von 8,3 Millionen Euro gesichert. Angeführt von Cogito Capital Partners, bringt diese Runde das gesamte Funding des Unternehmens auf über 70 Millionen Euro. Das Geld ist für die kommerzielle Expansion in den hart umkämpften US-Markt bestimmt.
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Das 2017 gegründete Unternehmen setzt auf „Physical AI“ für Lagerhäuser. Seine intelligenten, autonomen Systeme sollen komplexe Handhabungsaufgaben übernehmen, für die bisher menschliche Geschicklichkeit nötig war. Die Roboter lernen aus Millionen von Aufgaben in 24/7-Betriebsumgebungen. So können sie eine große Produktvielfalt für Kommissionierung, Verpackung und Sortierung bewältigen. Die neuen Mittel sollen neben dem US-Geschäft auch die Weiterentwicklung der KI-Modelle im Jahr 2026 vorantreiben.
Filics revolutioniert den Palettentransport in Europa
Während Nomagic das Picken automatisiert, adressiert der Münchner Mitbewerber Filics einen anderen neuralgischen Punkt: den Transport schwerer Euro-Paletten. Das Unternehmen hatte bereits im Juli 2025 eine Finanzierungsrunde über 13,5 Millionen Euro abgeschlossen, an der sich unter anderem der Amazon Industrial Innovation Fund beteiligte. Damit bereitet es nun den breiteren Markteintritt in Europa vor.
Der Clou ist das „Filics Unit“-System: Zwei kompakte, omnidirektionale Roboter arbeiten im Tandem und fahren komplett unter die Palette. Dieses Doppelläufer-System minimiert den Manövrierraum und kann bis zu 30 Prozent der wertvollen Lagerfläche einsparen. Die autonomen Einheiten transportieren Lasten von bis zu 1,2 Tonnen und sollen Engpässe bei Kapazität und Platz beheben. 2026 will Filics sein System für Flächenblock-Lager verfügbar machen und in weitere europäische Märkte expandieren.
Starker Investitionsschub für europäische Automatisierung
Die Finanzierungen sind Teil eines breiten Trends. Allein 2025 flossen schätzungsweise 65 bis 70 Millionen Euro in europäische Unternehmen für Robotik und Lagerautomatisierung. Venture Capital konzentriert sich zunehmend auf praktische Anwendungen in Fertigung und Logistik, während spekulative Consumer-Projekte wie humanoide Roboter in den Hintergrund treten.
Die Spezialisierung von Nomagic auf Einzelstück-Picking und von Filics auf Palettentransport spiegelt die Komplexität moderner Logistikzentren wider. Betreiber setzen nicht mehr auf eine Allzweck-Lösung, sondern integrieren ganze Ökosysteme intelligenter, KI-gesteuerter Roboter, die zusammenarbeiten. Der Markt entwickelt sich weg von einfachen fahrerlosen Transportsystemen (FTS) hin zu adaptiven, lernfähigen Systemen.
Wettlauf um die Lagerhalle der Zukunft
Für das Jahr 2026 geht es nun um die operative Bewährung. Nomagic muss in den USA Fuß fassen und die Skalierbarkeit seiner KI-Plattform beweisen. Filics steht vor der Aufgabe, von Pilotprojekten zu einem breiten europäischen Rollout überzugehen und die Wirtschaftlichkeit seines Hardware-Konzepts unter Beweis zu stellen.
Ihr Erfolg wird zum Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Robotik-Ökosystems auf der globalen Bühne. Während humanoide Roboter die Schlagzeilen dominieren, werden in den kommenden Jahren vor allem solche spezialisierten Hochleistungssysteme die Logistikbranche revolutionieren.
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