Nokia Aktie: Analysten treiben Hoffnung
09.01.2026 - 15:45:31Nokia erlebt zum Jahresauftakt einen kleinen Stimmungswechsel. Nach einer längeren Schwächephase kommen gleich zwei positive Impulse zusammen: ein deutlich angehobenes Analystenrating und das Ende eines langwierigen Patentstreits mit Hisense. Im Hintergrund läuft zudem eine strategische Neuausrichtung rund um KI-gestützte Netze. Wie viel Substanz steckt in dieser neu entfachten Zuversicht?
Aufwertung durch Kepler Cheuvreux
Auslöser der jüngsten Neubewertung war eine Hochstufung durch Kepler Cheuvreux. Die Analysten hoben ihre Empfehlung von „Hold“ auf „Buy“ an und erhöhten das Kursziel spürbar von 5,00 auf 6,60 Euro. Begründung: In den kommenden Jahren rechnen sie mit einer klaren Erholung bei Umsatz, Margen und freiem Cashflow.
Nach einer rund 15-prozentigen Kurskorrektur vom jüngsten Hoch sehen die Experten nun einen attraktiven Einstiegszeitpunkt. Mit einem erwarteten 2026er EBIT-Multiple von etwa 13 bewerten sie die aktuelle Bewertung als „recht vernünftig“.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines sich stabilisierenden Marktes für Netzausrüstung. Nach einem Rückgang um rund 16 % in den Jahren 2023–2024 rechnet Kepler damit, dass Nokias adressierbarer Markt bis 2028 im Schnitt um 5 % pro Jahr wächst – mit besonders dynamischer Entwicklung im Netzwerkbereich.
Zentrale Prognosen von Kepler
Kepler Cheuvreux sieht in mehreren Sparten deutliche Fortschritte:
- Network Infrastructure: durchschnittliches Umsatzwachstum von 7 % pro Jahr bis 2028
- IP Networks: jährliches Wachstum von 8 %
- Optical Networks: jährliches Wachstum von 12 %
- Bereinigte operative Marge: Anstieg von 9,5 % (2025) auf 13,5 % bis 2028
- Freier Cashflow: Anstieg in Richtung 2 Mrd. Euro bis 2028
Diese Annahmen unterfüttern die Einschätzung, dass Nokia nach einer schwierigen Phase wieder in einen profitableren Wachstumspfad einschwenken könnte.
Patentdeal mit Hisense bringt Ruhe und Lizenzumsatz
Parallel dazu meldete Nokia einen Erfolg im Lizenzgeschäft. Mit dem chinesischen Elektronikhersteller Hisense wurde ein mehrjähriges Patentlizenzabkommen geschlossen, das die Nutzung von Nokias Videotechnologien in dessen Fernsehern abdeckt.
Mit der Vereinbarung endet sämtliche Patentstreitigkeit zwischen beiden Unternehmen weltweit. Nokia spricht davon, anderen Firmen den Aufbau auf der eigenen Innovation zu ermöglichen – gegen Lizenzgebühren, deren konkrete Höhe jedoch vertraulich bleibt.
Es handelt sich um die erste Lizenzvereinbarung mit Hisense und damit um eine Erweiterung des Portfolios von Nokia Technologies. Laut Unternehmen verfügt Nokia über mehr als 5.000 multimedia-bezogene Erfindungen aus den vergangenen 25 Jahren – ein relevanter Pool für wiederkehrende Lizenzeinnahmen.
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Kursbild und Marktreaktion
Der aktuelle Kurs liegt bei 5,56 Euro und damit rund 19 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem Tief von 3,49 Euro. Auffällig ist der sehr niedrige RSI von 19,3 – ein Wert, der technisch betrachtet auf einen überverkauften Zustand hindeutet, was die Empfänglichkeit des Titels für positive Nachrichten verstärken kann.
Die starke Bewegung nach der Kepler-Hochstufung und dem Hisense-Deal folgt auf eine vorherige Schwächephase, in der die Nokia-Aktie seit Jahresbeginn um rund 15 % nachgegeben hat. Im Zwölf-Monats-Vergleich steht dennoch ein Plus von gut 26 %, was die hohe Volatilität der Aktie unterstreicht.
Strategische Neuausrichtung auf KI-Netze
Inhaltlich fügen sich die jüngsten Nachrichten in eine größere Umbaugeschichte ein. Auf dem Capital Markets Day im November 2025 hatte Nokia eine umfassende strategische Neupositionierung vorgestellt. Seit dem 1. Januar 2026 ist der Konzern in zwei große operative Segmente gegliedert: Network Infrastructure und Mobile Infrastructure. Ziel ist es, vom erwarteten Wandel hin zu KI-getriebenen Netzwerken zu profitieren.
Bis 2028 peilt Nokia einen vergleichbaren operativen Gewinn von 2,7 bis 3,2 Mrd. Euro an. Das entspräche einem Zuwachs von bis zu 60 % gegenüber den zuletzt rund 2,0 Mrd. Euro der letzten zwölf Monate. Rückenwind sollen insbesondere Anwendungen rund um KI und Cloud geben: Seit Anfang 2025 wurden bereits Aufträge über 1,5 Mrd. Euro in diesem Bereich eingesammelt.
Ein wichtiges Signal in diese Richtung war die im Oktober 2025 verkündete Beteiligung von NVIDIA: Der US-Chipkonzern investierte 1 Mrd. US-Dollar zu 6,01 US-Dollar je Nokia-Aktie. Die Partnerschaft zielt darauf, KI-native 5G‑Advanced- und perspektivisch 6G‑Netze zu entwickeln, was Nokia im Wettbewerb um die nächste Mobilfunkgeneration besser positionieren soll.
Ausblick: Quartalszahlen als nächster Test
Der nächste harte Prüfstein steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 legt Nokia Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Im Fokus stehen vor allem die Fortschritte beim laufenden Kostensenkungsprogramm. Bis 2026 sollen brutto 1,2 Mrd. Euro eingespart werden, davon waren bis Ende des dritten Quartals 2025 bereits 800 Mio. Euro realisiert.
Auf Analystenseite ist der Grundton konstruktiv: JP Morgan bekräftigte Anfang Dezember sein „Overweight“-Rating und erhöhte das Kursziel auf 8,00 US-Dollar. Im Schnitt liegt das aktuelle Konsenskursziel bei 7,36 US-Dollar und signalisiert damit noch moderates Aufwärtspotenzial. Zusammen mit der Aufstufung von Kepler Cheuvreux entsteht das Bild eines Konzerns, bei dem sich die Bewertung langsam von einer reinen Turnaround-Wette hin zu einer wachstumsorientierten Netz- und KI-Story verschieben könnte – vorausgesetzt, die anstehenden Zahlen bestätigen den eingeschlagenen Kurs.
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