NIS2-Richtlinie, OT-Sicherheits-Umbruch

NIS2-Richtlinie zwingt Unternehmen zum OT-Sicherheits-Umbruch

05.02.2026 - 02:02:12

Neue EU-Vorschriften wie NIS2 führen zu persönlicher Haftung von Geschäftsführern für IT-Sicherheit in Lieferketten und zwingen zu milliardenschweren Investitionen in OT-Sicherheit.

Die Sicherheit industrieller Steuerungssysteme wird zur Chefsache. Neue EU-Regulierungen wie die NIS2-Richtlinie machen Geschäftsführer persönlich für Risiken in der Lieferkette haftbar und zwingen zu milliardenschweren Investitionen.

Die Vernetzung von Fabriken und kritischer Infrastruktur schreitet voran – und mit ihr wächst die Gefahr. Während Angreifer zunehmend die Schwachstellen in Lieferketten ausnutzen, um ganze Industriezweige lahmzulegen, reagiert die Politik mit schärferen Gesetzen. Der Druck auf Vorstände deutscher Konzerne und Mittelständler steigt rasant.

NIS2: Persönliche Haftung für Vorstände

Die seit kurzem in nationales Recht umzusetzende NIS2-Richtlinie ist der entscheidende Treiber. Sie verwandelt Cybersicherheit von einer technischen in eine fundamentale Management-Aufgabe. Betroffen sind Energieversorger, Verkehrsunternehmen, Krankenhäuser und weite Teile der verarbeitenden Industrie.

Die Kernforderung: Unternehmen müssen die Risiken aller ihrer Zulieferer und Dienstleister aktiv managen. Verträge müssen nun Klauseln zur sofortigen Meldung von Sicherheitsvorfällen, umfassende Audit-Rechte und Nachweise über Sicherheitskontrollen enthalten. Die Verantwortung liegt eindeutig bei der Geschäftsführung, die bei Verstößen persönlich haftbar gemacht werden kann. Experten sprechen von einem mehrjährigen Umbauprogramm für die Unternehmensführung.

Anzeige

NIS2 macht Vorstände persönlich haftbar — und viele Unternehmen unterschätzen die Sicherheitslücken in OT‑Netzen und Lieferketten. Unser kostenloses E‑Book richtet sich an Geschäftsführer und CISOs: praxisnahe Checklisten zur Bewertung von Zulieferern, Audit‑Vorlagen und Priorisierungspläne für industrielle Steuerungssysteme. Erfahren Sie, welche Sofortmaßnahmen Ihre Resilienz erhöhen und welche Investitionen sich zuerst lohnen, um Betriebsunterbrechungen zu verhindern. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Leitfaden herunterladen

Angriffe auf Lieferketten nehmen zu

Warum der regulatorische Druck so stark steigt, zeigt die Bedrohungslage. Komplexe Liefernetzwerke sind das perfekte Einfallstor für Cyberkriminelle. Ein erfolgreicher Angriff auf einen einzigen Zulieferer kann wie ein Dominoeffekt die Produktion Dutzender Unternehmen stoppen.

Vorfälle wie der Angriff auf die Colonial Pipeline in den USA haben die verheerenden realwirtschaftlichen Folgen demonstriert. Analysten warnen, dass Sektoren wie Lebensmittelversorgung, Logistik und Gesundheitswesen im Fokus stehen. Viele der dort eingesetzten, oft veralteten Industrieanlagen sind nur unzureichend geschützt und schwer zu aktualisieren.

OT-Sicherheit wird zur strategischen Investition

Die Erkenntnis setzt sich durch: Der Schutz operativer Technik (OT) ist mehr als eine IT-Aufgabe. In über der Hälfte der Unternehmen liegt die Verantwortung inzwischen direkt beim Chief Information Security Officer (CISO). Das Thema ist in der Vorstandsetage angekommen.

Die Konsequenz sind massive Investitionen. Eine große Mehrheit der produzierenden Unternehmen plant laut Berichten, in den kommenden Jahren in spezielle Cybersicherheits-Plattformen zu investieren. Die Fähigkeit, einen Angriff zu überstehen und den Betrieb aufrechtzuerhalten – die sogenannte Resilienz – wird zum neuen Wettbewerbsvorteil. Der Markt für OT-Sicherheit dürfte in den nächsten Jahren explodieren.

Dichtes regulatorisches Netz fängt Unternehmen ein

NIS2 ist nur ein Teil eines engmaschigen regulatorischen Netzes. Für den Finanzsektor gilt bereits der Digital Operational Resilience Act (DORA), der Banken und Versicherungen zu einem umfassenden Risikomanagement ihrer IT-Dienstleister verpflichtet. Der kommende Cyber Resilience Act (CRA) wird zudem Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen zu mehr Sicherheit von Anfang an zwingen.

Diese Konvergenz der Vorschriften erfordert einen radikal ganzheitlichen Blick. Es reicht nicht mehr, nur die eigene Firewall zu schützen. Die gesamte Wertschöpfungskette muss gesichert werden. Das erfordert eine nie dagewesene Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Rechtsabteilung und IT-Sicherheit in den Unternehmen.

Proaktives Handeln wird überlebenswichtig

Die Botschaft ist klar: Die Zeit des Abwartens ist vorbei. Unternehmen müssen proaktiv die Sicherheit ihrer Lieferanten bewerten, ihre Netzwerke strikt segmentieren und lückenlose Transparenz über alle verbauten Komponenten schaffen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie und wie schnell gehandelt wird.

Unternehmen, die jetzt in die Widerstandsfähigkeit ihrer industriellen Systeme investieren, tun mehr, als nur Strafen zu vermeiden. Sie bauen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in einer zunehmend unsicheren digitalen Welt auf. Die Uhr tickt.

Anzeige

PS: Die regulatorische Uhr läuft — NIS2 und verwandte Regeln erhöhen Haftungsrisiken und Prüfungen. Dieses kompakte E‑Book zeigt in vier konkreten Schritten, wie Sie IT und OT konsistent segmentieren, Lieferantenrisiken managen und Compliance‑Nachweise liefern. Ideal für Geschäftsführer, CISOs und IT‑Leiter, die schnell handlungsfähig werden wollen. Sofort umsetzbare Vorlagen inklusive. Kostenlosen Leitfaden zur Cyber-Resilienz anfordern

@ boerse-global.de