NIS-2 zwingt Unternehmen zu radikalem Lieferketten-Check
22.02.2026 - 08:39:11 | boerse-global.deDie verschärfte EU-Cybersicherheitsrichtlinie macht Sicherheitsbewertungen von Zulieferern zum Pflichtprogramm für deutsche Firmen. Wer seine Partner nicht genau prüft, riskiert hohe Bußgelder und massive Cyberangriffe.
Mit der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie in deutsches Recht steht die Wirtschaft vor einem Paradigmenwechsel. Es reicht nicht mehr, nur das eigene Netzwerk zu schützen. Unternehmen müssen nun lückenlos nachweisen, dass sie auch die Risiken ihrer externen Partner managen. Das Third-Party Risk Management (TPRM) rückt damit vom IT-Nischenthema ins Zentrum der Vorstandsagenden.
Gesetzlicher Druck: NIS-2 erweitert Haftung massiv
Das NIS-2-Umsetzungsgesetz markiert einen Wendepunkt. Betroffen ist nicht mehr nur die klassische Kritische Infrastruktur, sondern eine breite Palette von „wichtigen“ Einrichtungen aus 18 Sektoren – von der Lebensmittelproduktion bis zum Forschungsinstitut. Die Kernforderung: Die Sicherheit der gesamten Lieferkette muss gewährleistet werden.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhält schärfere Kontrollbefugnisse und kann bei Verstößen empfindliche Strafen verhängen. Die passive Abfrage eines ISO-Zertifikats genügt nicht mehr. Gefordert ist nun eine aktive, kontinuierliche und datengestützte Überwachung aller Dienstleister und Zulieferer.
Security Ratings: Die Bonitätsauskunft für Cybersicherheit
Traditionelle Methoden wie jährliche Fragebögen stoßen an ihre Grenzen. Sie bieten nur eine Momentaufnahme in einer dynamischen Bedrohungslage. Moderne Security Ratings setzen hier an. Ähnlich wie eine Schufa-Auskunft bewerten externe Dienstleister die Sicherheitslage eines Unternehmens von außen – objektiv und in Echtzeit.
Plattformen wie SecurityScorecard analysieren nicht-intrusiv Millionen von Datenpunkten: Wie ist das Netzwerk konfiguriert? Sind Software-Patches aktuell? Tauchen Zugangsdaten im Dark Web auf? Das Ergebnis ist ein quantifizierbarer Score (z.B. A-F), der Risiken in der Lieferkette sichtbar macht und Prioritäten für Gegenmaßnahmen setzt.
KI und Automatisierung werden zum Schlüssel
Die schiere Anzahl an Partnern macht manuelles Management unmöglich. Prognosen sagen zudem ein explosives Wachstum der Angriffsflächen durch das Internet der Dinge (IoT) voraus. Die Antwort darauf heißt Automatisierung.
KI-gestützte Plattformen aggregieren und analysieren Datenströme aus verschiedensten Quellen. Sie ermöglichen ein Echtzeit-Monitoring, das Sicherheitsteams sofort über neue Schwachstellen bei einem Lieferanten warnt. Automatisierte Workflows beschleunigen die Reaktion und schaffen eine lückenlose Dokumentation für die Compliance. Dieser technologische Ansatz ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.
NIS‑2, TPRM und die zunehmende KI‑Nutzung stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Wer jetzt seine Lieferkette automatisiert überwachen und Compliance‑Nachweise liefern muss, sollte sich den kostenlosen Praxis‑Report „Cyber Security Awareness Trends“ ansehen: Er erklärt aktuelle Bedrohungen, neue Gesetze inkl. KI‑Regulierung und konkrete Schutzmaßnahmen, die sich ohne große Investitionen umsetzen lassen. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Report herunterladen
Vom Nischenthema zum strategischen Imperativ
Die Botschaft ist klar: Das Risiko des Partners ist das eigene Risiko. Analysten sehen Cybersecurity Ratings auf dem Weg, für Geschäftsentscheidungen ähnlich wichtig zu werden wie Finanzratings. Neben NIS-2 treiben auch ESG-Kriterien diese Entwicklung, die verstärkt auf die Praktiken in der Lieferkette schauen.
Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Ihre TPRM-Programme gehören dringend auf den Prüfstand. Die Investition in eine datengesteuerte, automatisierte Überwachung wird zum strategischen Imperativ – für die Compliance, die eigene Resilienz und eine sichere digitale Zukunft.
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