Nielsen testet Wearables für Super-Bowl-Publikum
08.02.2026 - 20:00:11Nielsen startet ein Pilotprojekt mit Wearables, um die tatsächliche Zuschauerzahl beim Super Bowl präziser zu erfassen. Der Test markiert eine Zeitenwende in der Medienmessung.
New York – An einem der größten TV‑Ereignisse der Welt wagt der Marktforscher Nielsen einen revolutionären Schritt: Während der Übertragung des Super Bowl LX am 8. Februar 2026 testet das Unternehmen erstmals spezielle Wearables, um das Publikum genauer zu zählen. Ziel ist es, das Phänomen des „Co-Viewing“ – also des gemeinsamen Fernsehens in Wohnzimmern, Bars oder auf Partys – besser zu erfassen. Bisherige Methoden stießen hier an ihre Grenzen.
So funktioniert die neue Zähltechnik
Kern des Pilotprogramms sind smartwatch-ähnliche Geräte, die an Mitglieder von Nielsens bestehendem Panel mit 42.000 Haushalten verteilt werden. Die Wearables erfassen passiv Audio-Codes aus der TV-Übertragung. Sie identifizieren so, welcher Inhalt gesehen wird – ohne dass die Nutzer aktiv etwas tun müssen. „Die Technologie soll ein granulareres und realistischeres Bild des Gruppenkonsums liefern“, erklärt Nielsen. Gerade bei Großevents wie dem Super Bowl sei gemeinsames Schauen die Regel.
Der Ansatz ist eine direkte Antwort auf langjährige Kritik von Verbänden wie der NFL. Deren Chief Data Officer, Paul Ballew, sagte, die Liga dränge seit Jahren auf eine wearable-basierte Methode, um ihr Millionenpublikum besser abzubilden. Die traditionellen Ratings, so der Vorwurf, erfassen die massive gemeinsame Nutzung nicht vollständig.
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Mehr Reichweite, höhere Werbepreise?
Die finanziellen Implikationen könnten erheblich sein. Präzisere Co-Viewing-Daten dürften die offiziellen Zuschauerzahlen für Top-Events in die Höhe treiben. Der Super Bowl LIX 2025 erreichte bereits rekordverdächtige 127,7 Millionen Zuschauer im US-Durchschnitt. Höhere offizielle Zahlen würden den Sendern mehr Verhandlungspower gegenüber Werbetreibenden geben, die für Massenreichweite bereitwillig Premium-Preise zahlen.
Das Pilotprojekt ist ein zentraler Baustein von Nielsens „Nielsen ONE“-Strategie. Diese zielt auf eine einheitliche, plattformübergreifende Messung in einer zersplitterten Medienlandschaft ab. „Unsere Mission ist es, die Messung stetig voranzutreiben und die genauesten Daten zu liefern“, betonte Nielsen-CEO Karthik Rao.
Wann kommt das neue System?
Die während des Super Bowls gesammelten Daten fließen zunächst nicht in die offiziellen „Currency“-Ratings ein, die als Grundlage für Werbeverträge dienen. Nielsen will die ersten Ergebnisse einige Wochen nach dem Spiel veröffentlichen. Kunden wie Sender und Werbetreibende dürfen die Daten dann publizieren.
Nach dieser Analysephase plant Nielsen, die verbesserten Co-Viewing-Daten vollständig in die offizielle Messwährung für die TV-Saison 2026/2027 zu integrieren. Der Erfolg des Pilots könnte einen neuen Standard setzen – und sicherstellen, dass in einer komplexen Medienwelt wirklich jeder Zuschauer gezählt wird.


