Newmont, Aktie

Newmont Aktie: Ausblick bremst

21.02.2026 - 22:57:31 | boerse-global.de

Newmont hat für 2025 Rekordzahlen vorgelegt – doch an der Börse zählt oft mehr der Blick nach vorn als der Rückspiegel. Genau hier liegt der Haken: Die Prognose für 2026 deutet auf weniger Förderung und deutlich höhere Kosten hin. Zusätzlich sorgt ein Streit mit Barrick Gold um das gemeinsame Nevada-Geschäft für Unruhe.

Rekordjahr 2025 – operativ stark, finanziell noch stärker

Im vierten Quartal übertraf Newmont die Erwartungen klar: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,52 US-Dollar (Konsens: 1,97 US-Dollar), der Umsatz bei 6,82 Milliarden US-Dollar (erwartet: 6,19 Milliarden US-Dollar). Unterm Strich standen bereinigt 2,8 Milliarden US-Dollar Nettogewinn.

Auf Jahressicht meldete der Konzern 7,2 Milliarden US-Dollar Nettogewinn und 7,6 Milliarden US-Dollar bereinigten Nettogewinn (6,89 US-Dollar je verwässerter Aktie). Besonders auffällig: Der freie Cashflow erreichte mit 7,3 Milliarden US-Dollar ein Rekordniveau. Gleichzeitig flossen 2025 insgesamt 3,4 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre zurück – und in gleicher Größenordnung wurde die Verschuldung reduziert. Zum Jahresende wies Newmont laut Mitteilung eine Netto-Cash-Position von 2,1 Milliarden US-Dollar sowie eine Liquidität von 11,6 Milliarden US-Dollar aus.

2026: Weniger Gold, teurere Produktion

Trotz der starken Zahlen reagierte der Markt empfindlich auf den Ausblick. Newmont rechnet 2026 mit einer zurechenbaren Goldproduktion von rund 5,26 Millionen Unzen – etwa 10% weniger als 2025 (5,9 Millionen Unzen). Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem geplante Sequenzierungen und Übergangsphasen in mehreren großen Minen: In Ghana soll Ahafo North neue Unzen liefern, während Ahafo South schwächer wird. Bei Peñasquito ist während einer Tagebau-Umstellung weniger Output eingeplant, bei Cadia drückt eine Transition im Panel-Cave-Bereich die Förderung.

Noch schwerer wiegt für viele Investoren der Kostentrend: Die All-in Sustaining Costs (AISC) sollen 2026 auf etwa 1.680 US-Dollar je Unze steigen – nach 1.358 US-Dollar in 2025. Dahinter stehen unter anderem höhere nachhaltige Investitionen (Sustaining Capital) von rund 1,95 Milliarden US-Dollar sowie Entwicklungsinvestitionen von etwa 1,4 Milliarden US-Dollar, etwa für Cadia Panel Caves, Tanami Expansion 2 und die Red-Chris-Machbarkeitsstudie. Kann Newmont diese Kostenwelle mit stabilen Margen abfedern? Genau daran dürfte sich die Stimmung 2026 messen.

Nevada-Joint-Venture: Streit mit Barrick eskaliert

Zusätzliche Unsicherheit kommt aus Nevada. Newmont teilte mit, man habe Barrick Gold eine „Notice of Default“ ausgestellt – also eine formelle Rüge wegen angeblicher Pflichtverletzungen bei der Führung des Joint Ventures Nevada Gold Mines (Barrick hält 61,5%). Newmont wirft Barrick laut Bericht unter anderem vor, Mittel aus dem Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung der Barrick-eigenen Fourmile-Mine umgeleitet zu haben. Barrick-CEO Natascha Viljoen erklärte demnach, beide Seiten wollten die Performance der Nevada-Minen verbessern und handelten im Interesse ihrer Aktionäre.

Dividende steigt, Kursziele sinken leicht

Positiv: Der Vorstand erhöhte die Quartalsdividende für Q4 2025 auf 0,26 US-Dollar je Aktie (Zahlung am 26. März 2026; Record Date: 3. März 2026), ein Plus von 4% gegenüber dem Vorquartal. Zudem kaufte Newmont seit Start des Rückkaufprogramms Aktien für rund 1,5 Milliarden US-Dollar zurück, darunter 75 Millionen US-Dollar, die im Januar und Februar 2026 abgewickelt wurden.

Auf Analystenseite fielen die Reaktionen gemischt aus: BMO senkte das Kursziel auf 140 US-Dollar (Rating: „Outperform“), die Bank of America reduzierte es leicht auf 134 US-Dollar (Rating: „Buy“).

An der Börse zeigte sich zuletzt, wie empfindlich der Markt auf den Ausblick reagiert: Der Titel schloss am Freitag bei 103,90 € (Tag: -2,53%), nachdem das Papier zuvor nahe am 52-Wochen-Hoch lag.

Im Kalender sind die nächsten Fixpunkte klar: Am 3. März 2026 ist Stichtag für die Dividende, am 26. März 2026 erfolgt die Auszahlung – während Investoren parallel darauf schauen, ob Newmont den Kostenanstieg 2026 in den Griff bekommt und wie sich der Konflikt rund um Nevada Gold Mines weiterentwickelt.

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