Neuer Leitfaden: So müssen Werkstätten mit Unfall-E-Autos umgehen
22.03.2026 - 03:32:03 | boerse-global.deEin branchenübergreifender Leitfaden schärft ab 2026 die Sicherheitsregeln für verunfallte Hochvolt-Fahrzeuge und macht die Qualifikation des Personals zur Überlebensfrage für Kfz-Betriebe.
Die Elektromobilität ist im Werkstattalltag angekommen – und mit ihr neue, lebensgefährliche Risiken. Besonders der Umgang mit beschädigten Hochvolt-Batterien nach einem Unfall stellt eine enorme Herausforderung dar. Ein jetzt veröffentlichter, verbändeübergreifender Leitfaden soll für mehr Sicherheit und einheitliche Standards sorgen. Er macht deutlich: Ohne zertifiziert geschultes Personal hat eine Werkstatt in der Zukunft keine Chance mehr.
Vom Abschleppdienst bis zur Reparatur: Einheitliche Regeln für alle
Unter Federführung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) entstand die Handlungsempfehlung. Sie gibt erstmals klare Vorgaben für die gesamte Prozesskette – von der Bergung an der Unfallstelle durch die Feuerwehr über den Transport bis hin zur Lagerung und Reparatur in der Fachwerkstatt.
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Ein zentraler Punkt ist die Sicherung und eventuelle Quarantäne beschädigter Batteriesysteme. Denn unsachgemäßer Umgang kann zu schweren Stromschlägen oder gefährlichen Störlichtbögen führen. Der Leitfaden definiert auch die Zuständigkeiten zwischen den verschiedenen Akteuren und stellt die Qualifikation des Personals in den Mittelpunkt. Der ZDK brachte gezielt Praxiserfahrungen ein, um die Umsetzbarkeit im Werkstatt-Alltag zu gewährleisten.
Das Fundament: Die DGUV-Qualifizierungsstufen
Die gesetzliche Grundlage für alle Arbeiten an Hochvoltsystemen bildet die DGUV Information 209-093. Sie ersetzt die alte Regel 200-005 und definiert vier verbindliche Qualifizierungsstufen, die auf die konkreten Tätigkeiten zugeschnitten sind:
- Stufe S (Sensibilisierte Person): Basiswissen über Gefahren für alle, die nicht direkt elektrotechnisch arbeiten.
- Stufe 1S (Fachkundig unterwiesene Person): Berechtigung für allgemeine Arbeiten wie Reifen- oder Bremsenwechsel.
- Stufe 2S (Fachkundige Person Hochvolt): Standard für die meisten Werkstattarbeiten. Erlaubt Arbeiten an spannungsfreigeschalteten Systemen.
- Stufe 3S (Fachkundige Person für Arbeiten unter Spannung): Höchste Stufe für Spezialeingriffe, etwa direkt am geöffneten Batteriespeicher.
Qualifizierung wird zur betriebswirtschaftlichen Pflicht
Mit einem prognostizierten weltweiten E-Auto-Anteil von über 26 Prozent in diesem Jahr wird der Druck auf Werkstätten enorm. Die Hochvolt-Qualifikation ist keine Kür mehr, sondern eine gesetzliche Pflicht und betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Wer sein Personal nicht schult, riskiert nicht nur die Sicherheit, sondern auch seine eigene Zukunftsfähigkeit.
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Bildungsträger und Verbände wie der Bundesverband Fahrzeuglackierer oder Zulieferer haben ihre Kursangebote massiv ausgebaut, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die Investition in diese Zertifikate sichert die Compliance und ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Die Werkstatt der Zukunft braucht elektrotechnisches Know-how
Der neue Leitfaden ist eine direkte Antwort auf die technologische Revolution. Für Kfz-Meister und ihre Mitarbeiter bedeutet das eine fundamentale Veränderung: Elektrotechnisches Verständnis wird zur neuen Kernkompetenz, die klassisches mechanisches Wissen ergänzt.
Die Herausforderung für Betriebe ist doppelt: Sie müssen systematisch in Weiterbildung investieren und gleichzeitig die teure, spezielle Sicherheitsausrüstung für Hochvolt-Technologie bereitstellen. Mit neuen Batterie-Generationen und immer komplexeren Bordnetzen wird dieser Trend sich noch verstärken. Die jetzt eingeführte Standardisierung ist ein essenzieller Schritt, um Sicherheit zu gewährleisten und das Vertrauen in die Elektromobilität nachhaltig zu stärken.
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