Neue VDI 2700 Blatt 16: So ändert sich die Ladungssicherung
31.01.2026 - 11:23:12Die Ladungssicherung für Transporter bis 7,5 Tonnen steht vor der größten Reform seit 2009. Der überarbeitete Entwurf der Richtlinie VDI 2700 Blatt 16 setzt neue Maßstäbe für Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Lieferverkehr. Gerade vor der LogiMAT 2026 rückt das Thema in den Fokus der Branche.
Berlin/Düsseldorf – Samstag, 31. Januar 2026
Der Entwurf vom September 2025 hat die Einspruchsfrist Ende November 2025 passiert und befindet sich nun in der finalen Abstimmung. Für Tausende Unternehmen der Kurier-, Express- und Paketbranche (CEP) sowie Handwerksbetriebe bedeutet das: Sie müssen ihre Sicherungsprotokolle anpassen. Der Industrieausrüster Marotech betonte am 30. Januar 2026 die wachsende wirtschaftliche Relevanz einer effizienten Ladungssicherung.
Warum eine neue Richtlinie nötig wurde
Die VDI 2700-Reihe gilt in Deutschland als „anerkannte Regel der Technik“ und ist damit Maßstab für die Einhaltung von § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Die bisherige Fassung der Blatt 16 stammte aus dem Juli 2009 – eine Ewigkeit in der dynamischen Logistikwelt.
Der Boom des E-Commerce, veränderte Fahrzeugdynamiken und moderne Transporter-Designs machten eine Überarbeitung unumgänglich. „Die Realität des Stadtlogistikverkehrs hat sich fundamental gewandelt“, erklärt ein Branchenexperte. Die neue Blatt 16 soll die Lücke zwischen Vorschriften für schwere Lkw und Pkw schließen und die besonderen Fahreigenschaften von Transportern berücksichtigen.
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Das sind die wichtigsten Neuerungen im Entwurf
Die überarbeitete Richtlinie gilt für die Ladungssicherung auf mehrspurigen Straßenfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 7,5 Tonnen. Dazu zählen Kastenwagen, Kofferaufbauten und Pritschenwagen samt ihren Anhängern.
Überarbeitete Kräfte und Fahrzeugdynamik
Ein Kernpunkt ist die Neubewertung der auf die Ladung wirkenden Kräfte. Leichte Transporter beschleunigen und bremsen anders als 40-Tonner. Der Entwurf liefert aktualisierte Berechnungsparameter für Massenkräfte in Fahrtrichtung, gegen die Fahrtrichtung und quer. Diese Werte sind entscheidend, um die nötige Anzahl von Zurrgurten oder die Stärke von Schranken zu bestimmen.
Größere Rolle der Reibung
Der Reibungskoeffizient (µ) rückt stärker in den Fokus. Der Entwurf legt fest, wie Reibwerte für typische Transporterböden ermittelt und genutzt werden sollen. Der Einsatz von Rutschhemm-Matten wird ausdrücklich empfohlen. Ein höherer Reibwert kann die Anzahl benötigter Zurrmittel reduzieren und den Be- und Entladevorgang beschleunigen.
Klare Vorgaben für form- und kraftschlüssige Sicherung
Die Richtlinie unterscheidet klar zwischen formschlüssiger (z.B. durch Schranken) und kraftschlüssiger Sicherung (z.B. durch Zurrgurte). Bei Lieferwagen, bei denen Geschwindigkeit zählt, sind formschlüssige Lösungen wie die Nutzung der Fahrzeugwände beliebt. Die neue Blatt 16 präzisiert nun die Stabilitätsanforderungen an diese Fahrzeugstrukturen. Die Trennwand zum Fahrerhaus muss definierte Kräfte aushalten, ohne sich zu verformen und den Fahrer zu gefährden.
Rechtliche Konsequenzen für Fuhrparkmanager
Die Einhaltung der VDI 2700 Blatt 16 ist keine freiwillige Empfehlung. Wer gegen die „anerkannten Regeln der Technik“ verstößt, haftet im Schadensfall. Rechtsanalysten gehen davon aus, dass Gerichte bei Unfällen oder Kontrollen bereits jetzt den neuen Entwurf von 2025 als Referenz heranziehen werden – auch vor der finalen Veröffentlichung.
Dieser „antizipatorische Effekt“ bedeutet: Wer sich weiterhin nur auf den veralteten Standard von 2009 beruft, geht ein rechtliches Risiko ein. „Der Entwurf repräsentiert den aktuellen Stand der Technik und sollte bereits jetzt als Leitfaden für beste Praktiken genutzt werden, um Haftungsrisiken zu minimieren“, rät ein Jurist.
So bereitet sich die Branche vor
Aktuell befindet sich die Industrie in einer Übergangsphase. Das Weißdruck der endgültigen Fassung wird für später in diesem Jahr erwartet. Dennoch laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Schulungen werden spezifischer
Die anstehende Überarbeitung der VDI 2700 Blatt 1 (Ausbildung und Schulungsinhalte) wird sich an der neuen Blatt 16 orientieren. Das Ziel: Fahrer von Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen erhalten künftig eine auf ihre Fahrzeugklasse zugeschnittene Ausbildung, statt generischer Schulungen, die oft schwere Lkw in den Vordergrund stellten.
Wirtschaftlicher Druck steigt
Unternehmen wie Marotech weisen darauf hin, dass ineffiziente Ladungssicherung ein erheblicher Kostenfaktor ist. Beschädigte Ware, Fahrzeugausfallzeiten und Bußgelder schmälern die Margen. Investitionen in fahrzeugspezifische Sicherungssysteme, die schnellere und sicherere Ladezyklen ermöglichen, werden zum Wettbewerbsvorteil im zeitkritischen Logistikmarkt.
Das sollten Verantwortliche jetzt tun
Bis zur endgültigen Veröffentlichung der Norm empfiehlt die Branche drei konkrete Schritte:
- Entwurf prüfen: Machen Sie sich mit den Änderungen im September-2025-Entwurf vertraut.
- Risikobewertung aktualisieren: Prüfen Sie, ob die aktuellen Sicherungsmethoden für Ihre Transporterflotte den neuen Anforderungen genügen.
- Personal schulen: Stellen Sie sicher, dass Fahrer und Verlader die spezifische Dynamik ihrer Fahrzeuge nach der neuen Richtlinie verstehen.
Mit der LogiMAT 2026 vor der Tür markiert die „Neue VDI 2700 Blatt 16“ den Beginn einer sichereren Ära für die Transporter, die Deutschlands Wirtschaft am Laufen halten.
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