Spritpreis-Regel, Tanken

Neue Spritpreis-Regel: Tanken nur vormittags günstiger?

05.04.2026 - 04:01:07 | boerse-global.de

Eine tägliche Preiserhöhung um 12 Uhr soll für mehr Planbarkeit sorgen, während Österreich einen Preisdeckel einführt. Die Logistikbranche warnt vor hohen Kosten.

Neue Spritpreis-Regel: Tanken nur vormittags günstiger? - Foto: über boerse-global.de

Ab heute dürfen deutsche Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen – und zwar punkt 12 Uhr mittags. Die Bundesregierung reagiert damit auf extreme Preissprünge an den Zapfsäulen, die durch die angespannte Lage im Nahen Osten verursacht werden. Die neue „Einmal-am-Tag“-Regel soll für mehr Planbarkeit sorgen und den umstrittenen „Raketen-und-Feder-Effekt“ bekämpfen, bei dem Preise schnell steigen, aber nur langsam fallen.

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Scharfe Kontrolle durch das Kartellamt

Die Einhaltung der Vorschrift überwacht eine neue Einheit des Bundeskartellamts. Sie beobachtet in Echtzeit rund 15.000 Tankstellen. Jede Preisänderung muss innerhalb von fünf Minuten gemeldet werden. Verstöße gegen die Mittags-Regel oder verspätete Meldungen können Bußgelder von bis zu 100.000 Euro nach sich ziehen.

Die ersten Tage unter der neuen Regel zeigen jedoch keine Entspannung: Laut ADAC kostete Super E10 am 2. April im Bundesdurchschnitt etwa 2,17 Euro, Diesel stieg auf rund 2,37 Euro pro Liter. Das sind deutlich höhere Werte als noch Ende Februar.

Österreich geht mit Preisdeckel weiter

Deutschlands Nachbarland setzt auf eine radikalere Maßnahme. Seit dem 2. April gilt in Österreich ein staatlicher Preisdeckel, der Sprit um insgesamt 10 Cent verbilligt. Er setzt sich aus fünf Cent weniger Mineralölsteuer und einer gedeckelten Gewinnmarge für Raffinerien und Tankstellen zusammen.

„Wir können internationale Preisanstiege nicht verhindern, aber wir können verhindern, dass die Teuerung durchschlägt“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Dieses Modell diente Berlin als Inspiration. Andere EU-Länder wie Polen setzen auf tägliche Höchstpreise. Die EU-Kommission warnt angesichts dieser nationalen Flickenteppiche vor Störungen im gemeinsamen Energiemarkt.

Logistik-Branche schlägt Alarm

Für die ohnehin gebeutelte Transportwirtschaft kommt die neue Regel zur falschen Zeit. Der Bundesverband Güterkraftverkehr (BGL) warnt, dass die reine Preistransparenz die Kostendruck nicht mindert. Allein im März stiegen die Dieselkosten um fast 30 Prozent.

Die Folgen sind drastisch: Ein Lkw mit 10.000 Kilometern monatlich hat jetzt etwa 1.200 Euro höhere Treibstoffkosten. Die Branche fordert daher direkte Hilfen wie eine Dieselpreisbremse oder die Erstattung der CO2-Abgabe. Viele Speditionen dürften ihre Frachtraten um 8 bis 10 Prozent anheben müssen, um zu überleben.

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Geopolitische Krise treibt Ölpreis

Hauptursache der Misere ist die geschlossene Straße von Hormus. Diese wichtige Ölhandelsroute ist blockiert, was etwa 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung betrifft und den Rohölpreis über 100 Dollar je Barrel trieb.

EU-Energiekommissar Dan Jørgensen macht wenig Hoffnung auf schnelle Besserung: Selbst bei einer sofortigen diplomatischen Lösung würden die Energiepreise voraussichtlich hoch bleiben. In Berlin gewinnt deshalb die Bdette um Energiesouveränität an Fahrt. Landesenergieminister fordern gemeinsam einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren, um die Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern.

Was kommt als nächstes?

Bis Ende April will das Kartellamt einen ersten Bericht vorlegen. Er wird zeigen, ob die Mittags-Regel die Märkte beruhigt hat oder ob Deutschland – wie Österreich – nachjustieren muss. Die Bundesregierung prüft bereits weitere Entlastungen, etwa einen höheren Entfernungspauschale oder eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe.

Langfristig zeichnet sich eine härtere Gangart ab: Ab 2028 will die EU den Straßenverkehr und Gebäude vollständig in den Emissionshandel (ETS 2) einbeziehen. Für Tankstellen und Logistiker bedeutet das eine doppelte Herausforderung: Hohe Energiekosten bewältigen und gleichzeitig immer schärfere Klimavorgaben einhalten. Der Staat wird seine Rolle als Marktwächter in dieser neuen Ära weiter ausbauen.

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