Krebs-Leitlinie, Schluss

Neue Krebs-Leitlinie: Schluss mit gefährlichen Mythen

27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.de

Fachgesellschaften stellen Ernährung in der Krebstherapie auf wissenschaftliche Grundlage und warnen vor schädlichen Radikaldiäten. Integrative Ansätze werden akademisch verankert.

Führende Krebs-Experten stellen Ernährung in der Therapie auf eine neue, wissenschaftliche Grundlage und verabschieden sich von unbewiesenen „Wunderdiäten“.

Die integrative Medizin gewinnt in Deutschland an Fahrt – und bekommt jetzt klare Regeln. In dieser Woche haben die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) eine überarbeitete S3-Leitlinie zur onkologischen Ernährungsmedizin vorgelegt. Das Dokument setzt ein klares Zeichen: Statt auf radikale und oft schädliche „Krebsdiäten“ soll die Betreuung künftig auf evidenzbasierte, individuelle Ernährungskonzepte setzen. Dieser Schritt markiert einen Reifeprozess und unterstreicht, dass ganzheitliche Medizin auf soliden Daten beruhen muss.

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Leitlinie warnt vor Mangelernährung durch Radikaldiäten

Das zentrale Ergebnis der Neufassung ist eine klare Absage an restriktive Ernährungsformen. Ein Expertengremium aus 43 Fachgesellschaften fand für vegane oder ketogene „Krebsdiäten“ keinen positiven Nutzen in der Therapie. Stattdessen warnt die Leitlinie vor dem Risiko einer Mangelernährung, die den Krankheitsverlauf sogar verschlechtern kann.

„Die Leitlinie zieht eine klare Grenze zu unseriösen Heilversprechen“, sagt ein beteiligter Onkologe. Neu aufgenommen wurden konkrete Empfehlungen zur Ernährung bei Tumor-Operationen und eine stärkere Betonung der Kommunikation in der Palliativversorgung. Ein wichtiger Grundsatz: Arzt und Patient sollen regelmäßig gemeinsam prüfen, ob eine künstliche Ernährung noch dem Therapieziel dient.

Integrative Onkologie wird akademisch verankert

Die aktualisierte Leitlinie spiegelt den wachsenden Stellenwert der integrativen Onkologie wider. Dieser Ansatz ergänzt konventionelle Therapien wie Chemo oder OP mit wissenschaftlich geprüften komplementären Methoden – etwa zur Linderung von Nebenwirkungen.

Die Institutionalisierung schreitet voran. Erst kürzlich wurde in Bamberg ein Lehrstuhl für Integrative Onkologische Medizin dauerhaft eingerichtet. Solche akademischen Positionen zeigen: Die integrative Medizin wird nicht länger als Randgebiet, sondern als essenzieller Baustein einer modernen Patientenversorgung betrachtet.

Was „integrativ“ wirklich bedeutet

Doch was heißt das konkret? Integrative Medizin verbindet gezielt konventionelle Behandlungen mit komplementären Verfahren, deren Wirksamkeit belegt ist. Der entscheidende Unterschied zur „alternativen Medizin“: Sie lehnt die Schulmedizin nicht ab, sondern sucht die beste Kombination aus beiden Welten.

Das Spektrum reicht von Yoga und Achtsamkeit gegen Stress über Akupunktur bei Schmerzen bis zu geprüften pflanzlichen Präparaten. Entscheidend für die Aufnahme einer Methode ist nicht ihre Herkunft, sondern der wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweis.

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Die große Herausforderung: Der Beweis muss her

Genau hier liegt die größte Hürde für den gesamten Bereich. Die neue Leitlinie unterstreicht die Notwendigkeit solider Wirksamkeitsnachweise eindrücklich. Um die Forschung zu stärken, entstehen neue Strukturen. In Tübingen und Stuttgart wurde der erste deutsche Forschungsstandort des internationalen Cochrane-Netzwerks für Komplementärmedizin gegründet.

Solche Initiativen sollen die wissenschaftliche Methodik voranbringen und systematische Untersuchungsergebnisse transparent machen. Das Ziel: Die Spreu vom Weizen trennen und nur das anwenden, was Patienten wirklich hilft.

Ausblick: Personalisierte Medizin und Mikrobiom-Forschung

Die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Deutsche Krebsgesellschaft kündigte bereits an, in der nächsten Leitlinien-Aktualisierung Themen wie Ernährung bei Strahlen- oder systemischer Therapie zu überarbeiten.

Künftige Forschungsschwerpunkte zeichnen sich ab. Ein Kongress zur Darm-Hirn-Achse im April 2026 in Wien wird sich unter anderem mit dem Mikrobiom und seinem Einfluss auf Stoffwechselerkrankungen befassen. Der Trend geht klar in Richtung einer personalisierten Medizin, die konventionelle und komplementäre Ansätze intelligent kombiniert – immer auf dem Fundament der Wissenschaft.

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