Netflix Aktie: Analysten uneins
12.01.2026 - 17:00:32Netflix steht vor einer entscheidenden Phase: Der Streaming-Konzern arbeitet an der milliardenschweren Warner-Bros.-Übernahme und legt in wenigen Tagen die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Zugleich sorgt eine neue Kaufempfehlung von HSBC für Rückenwind – während andere Häuser zurückhaltender bleiben. Wie passt das zusammen?
Neue Unterstützung von HSBC
HSBC hat heute die Coverage von Netflix mit einer Kaufempfehlung aufgenommen und ein Kursziel von 107 US-Dollar gesetzt. Ausgehend vom aktuellen Kurs entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 20 %.
Die Bewertung basiert auf einem KGV von 34 auf den geschätzten Gewinn je Aktie 2026 von 3,14 US-Dollar. Das liegt etwa 35 % über dem Durchschnitt der Vergleichsunternehmen. HSBC hält diesen Aufschlag für gerechtfertigt und verweist auf die weltweite Marktführerschaft und die Größe der Nutzerbasis von über 300 Millionen Abonnenten.
Als zentrale Treiber nennt HSBC:
– stärkere Monetarisierung,
– steigende Profitabilität,
– weiteres Wachstumspotenzial im internationalen Geschäft.
Der Aktienkurs liegt aktuell rund 33 % unter dem Hoch vom 30. Juni 2025. Im gleichen Zeitraum legte der S&P 500 um 12 % zu. HSBC sieht darin eine attraktive Einstiegsgelegenheit.
Warner-Bros.-Deal im Fokus
Parallel treibt Netflix die geplante Übernahme von Warner Bros. voran. Am 7. Januar begrüßte das Unternehmen die erneute Bestätigung des Warner-Bros.-Discovery-Boards, am Fusionsvertrag festzuhalten. Das Gremium empfiehlt den Aktionären einstimmig, das überarbeitete Barangebot von Paramount Skydance über 30 US-Dollar je Aktie abzulehnen.
Die geplante Transaktion bewertet Warner Bros. mit 27,75 US-Dollar je Aktie und einem Unternehmenswert von rund 82,7 Milliarden US-Dollar (davon 72 Milliarden US-Dollar Eigenkapital). Der Abschluss wird in einem Zeitraum von 12 bis 18 Monaten erwartet.
Im Paket enthalten wären unter anderem:
– HBO und der Streamingdienst HBO Max,
– DC Studios,
– die Warner-Bros.-Film- und TV-Studios.
Discovery Global, inklusive CNN und der Kabelsender, soll in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert werden.
Regulierung und Skepsis
Netflix hat die erforderliche Hart-Scott-Rodino-Anmeldung eingereicht und steht mit den Wettbewerbsbehörden, darunter dem US-Justizministerium und der EU-Kommission, in Kontakt.
An der Börse überwiegt dennoch Zurückhaltung. Die Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten etwa 30 % verloren, allein im Dezember 2025 ging es um 12,9 % nach unten. Hauptgründe sind die erwartete zusätzliche Verschuldung für den Warner-Bros.-Kauf und mögliche regulatorische Auflagen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Netflix?
CFRA hat die Aktie jüngst von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft und verweist explizit auf den höheren Schuldenstand und die regulatorischen Risiken im Zusammenhang mit der Transaktion.
Geteiltes Bild bei den Analysten
Die Einschätzung von HSBC steht nicht allein, aber sie ist auch nicht Konsens. Goldman Sachs hat das Kursziel zuletzt von 130 auf 112 US-Dollar gesenkt und bleibt bei einer neutralen Einstufung. Die Bank rechnet zwar mit einem starken vierten Quartal, sieht aber Bewertungsrisiken vor dem Hintergrund der Übernahmepläne.
In der Breite bleibt die Wall Street jedoch positiv gestimmt. Von 43 Analysten, die die Aktie im Januar verfolgen, empfehlen 65 % den Titel mit „Buy“ oder „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 126 US-Dollar und signalisiert damit ein erwartetes Potenzial von knapp 39 %.
Jefferies setzt mit 134 US-Dollar das höchste Kursziel am Markt. Analyst James Heaney verweist auf die klare Unterstützung des Warner-Bros.-Discovery-Boards für den Deal mit Netflix sowie auf die nachlassende finanzielle Stärke von Paramount als Argumente für seine positive Einschätzung.
Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 89,46 US-Dollar, ein Minus von 1,18 % auf Tagessicht. Die Marktkapitalisierung lag bei rund 409 Milliarden US-Dollar, das KGV bei 37,15.
Q4-Zahlen und Saisonalität
Netflix will die Zahlen für das vierte Quartal 2025 am 20. Januar nach Börsenschluss vorlegen. Der Konsens der Analysten rechnet mit:
- Umsatz: 11,97 Mrd. US-Dollar (+16,8 % gegenüber dem Vorjahr)
- Gewinn je Aktie (EPS): 0,55 US-Dollar (+29,4 % gegenüber dem Vorjahr)
Die zuletzt ausgegebene Prognose des Managements lag bei 11,96 Mrd. US-Dollar Umsatz und einem (pre-split bereinigten) EPS von 5,45 US-Dollar, was Wachstumsraten von 17 % beim Umsatz und 28 % beim Ergebnis entsprechen würde. Im dritten Quartal 2025 erzielte Netflix einen Rekordumsatz von 11,5 Mrd. US-Dollar – das stärkste Wachstum seit 2021.
Historisch hat sich der Januar für die Aktie oft positiv entwickelt: Über die vergangenen 20 Jahre lag die durchschnittliche Monatsrendite bei 14,7 %, in 71 % der Fälle schloss die Aktie im Januar im Plus. Der Q4-Bericht fungierte dabei häufig als Katalysator – nach den Zahlen für das vierte Quartal 2024 stieg der Kurs um 9,69 %.
Fazit und Ausblick
Die Aktie bewegt sich aktuell im Spannungsfeld zwischen einer großen, potenziell strategisch wichtigen Übernahme und einem Bewertungsniveau, das einige Investoren angesichts steigender Verschuldung skeptisch werden lässt. Kurzfristig rücken die Q4-Zahlen und der Ausblick in den Mittelpunkt: Überraschungen bei Wachstum, Profitabilität oder konkreten Aussagen zum Warner-Bros.-Deal dürften entscheidend dafür sein, ob sich die von vielen Analysten erwartete Kursfantasie in den kommenden Monaten durchsetzen kann.
Netflix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Netflix-Analyse vom 12. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Netflix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Netflix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Netflix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


