.NET 11: Microsoft startet AI-Offensive für Entwickler
12.02.2026 - 05:22:12Microsoft hat den Entwicklungszyklus für sein nächstes großes Entwickler-Update eingeläutet. Die erste Vorschau von .NET 11 setzt auf zwei Säulen: fundamentale Leistungssteigerungen und eine strategische Ausrichtung auf KI-gesteuerte Anwendungen. Die finale Version soll im November 2026 erscheinen.
Performance-Schub für den Kern
Ein Hauptziel der Preview ist die Beschleunigung der Laufzeitumgebung. Ein Highlight ist die native Integration des Zstandard-Kompressionsalgorithmus. Er bietet Entwicklern deutlich schnellere Kompressions- und Dekompressionsgeschwindigkeiten. Zudem wurde der Just-In-Time-Compiler optimiert, um den Start großer Anwendungen zu beschleunigen und mehr Methoden parallel zu kompilieren.
Weitere Verbesserungen betreffen asynchrone Methoden und Zeitzonen-Berechnungen. Eine neue Infrastruktur soll das Debuggen von Async-Code erleichtern. Ein jährlicher Cache für Zeitzonen-Übergänge reduziert wiederholte Abfragen und steigert so die Performance bei Zeitkonvertierungen.
Web-Strategie: WebAssembly und KI-Agenten
Architektonisch vollzieht .NET einen bedeutenden Wandel für WebAssembly. Microsoft migriert die Technologie von der Mono- zur CoreCLR-Laufzeitumgebung. Dieser Schritt soll die Performance von im Browser ausgeführten .NET-Apps steigern und JIT-Kompilierung ermöglichen. Die vollständige Umsetzung ist für .NET 12 geplant.
Die Roadmap für ASP.NET Core zeigt klar die KI-Priorität. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von „agentischen Web-Apps“ und „Copilot-unterstützter Entwicklung“. Geplant ist die Unterstützung des Model Context Protocol (MCP), das .NET-Anwendungen als Werkzeuge für KI-Agenten fungieren lässt. Für das Blazor-Framework stehen Verbesserungen bei der Formularvalidierung und PWA-Fähigkeiten auf dem Plan.
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Entwickler-Tools und C## 15
Auch die tägliche Arbeit wird vereinfacht. Die Kommandozeile des .NET SDK wurde optimiert. Der Befehl dotnet run erhält einen interaktiven Auswahlmodus, der das Zielen auf bestimmte Frameworks erleichtert – besonders für .NET MAUI. Das Tool dotnet watch kann nun während einer Hot-Reload-Sitzung Projekt-Referenzen hinzufügen, ohne einen Neustart zu erfordern.
Die Sprache C## 15 führt „Collection Expression Arguments“ ein. Sie löst Szenarien, in denen ein Standard-Ausdruck nicht den gewünschten Sammlungstyp erzeugt. In .NET MAUI ist CoreCLR jetzt die Standard-Laufzeit für Android-Release-Builds, was die Kompatibilität verbessern soll. Zudem setzt MAUI standardmäßig auf XAML-Quellcodegenerierung für schnellere Builds.
Zwischen Modernisierung und KI-Fokus
Die Veröffentlichung unterstreicht Microsofts Doppelstrategie: Modernisierung des Kerns bei gleichzeitiger Hinwendung zu einer KI-zentrierten Zukunft. Die Investitionen in Performance und Konsistenz sind entscheidend, um .NET als Hochleistungsplattform wettbewerbsfähig zu halten.
Doch der starke Fokus auf „agentische KI“ stößt in der Entwicklergemeinde auf gemischte Reaktionen. Kritiker fürchten, dass Kernfunktionen darunter leiden könnten. Einige sprechen sogar von „.NET-Fatigue“ – der Eindruck, dass der jährliche Release-Zyklus neue Features erzwingt, bevor bestehende ausgereift sind. Während die technischen Runtime-Updates begrüßt werden, wächst die Skepsis gegenüber der wachsenden Komplexität von C## und der alles durchdringenden KI-Integration.
Ausblick bis November 2026
Diese erste Vorschau ist der Auftakt für mehrere Preview-Versionen bis zum Final-Release im November. Die kommenden Builds werden die Features weiter verfeinern, insbesondere die CoreCLR-Integration für WebAssembly und die KI-Fähigkeiten in ASP.NET Core.
Das Feedback der Entwickler in dieser Phase wird die finale Version maßgeblich prägen. Entscheidend werden die Stabilität der neuen WebAssembly-Laufzeit und die Akzeptanz der KI-Tools sein. .NET 11 Preview 1 steht ab sofort zum Download bereit und kann mit den aktuellen Insider-Builds von Visual Studio oder mit Visual Studio Code und der C## Dev Kit-Erweiterung getestet werden.
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