Nattokinase, Faktencheck

Nattokinase: Faktencheck zum vermeintlichen Wunderenzym

08.01.2026 - 10:26:12

Der Hype um das Enzym Nattokinase in sozialen Medien steht im Kontrast zur wissenschaftlichen Datenlage. Experten warnen vor überzogenen Erwartungen und unkontrollierter Einnahme.

Nattokinase erlebt einen Hype in sozialen Medien. Das aus fermentierten Sojabohnen gewonnene Enzym wird als natürliches Mittel für Herz und Gefäße angepriesen. Doch was sagt die Wissenschaft wirklich? Ein aktueller Faktencheck trennt die Fakten von den vollmundigen Versprechungen.

Zwischen Labor und Körper: Die wissenschaftliche Lage

Die Deutsche Apotheker Zeitung beleuchtet heute die Diskrepanz zwischen Marketing und Medizin. Biochemisch spaltet Nattokinase im Reagenzglas Fibrin, einen Bestandteil von Blutgerinnseln. Die entscheidende Frage ist jedoch: Funktioniert das auch im menschlichen Körper nach der Einnahme?

Die klinische Datenlage zeigt ein gemischtes Bild. Einige kleinere Studien deuten auf positive Effekte für die Blutfließeigenschaften hin. Andere Untersuchungen konnten diese Ergebnisse nicht eindeutig bestätigen. Experten kritisieren häufig methodische Schwächen der vorhandenen Studien.

Anzeige

Passend zum Thema Laborbefunde und Studien: Viele Leser sind verunsichert, welche Blutwerte wirklich zählen und wie Studienergebnisse einzuordnen sind. Der kostenlose 25‑seitige Report “Laborwerte‑Selbstcheck” erklärt verständlich Erythrozyten, Hämoglobin, Cholesterin, TSH und weitere relevante Marker, zeigt, welche Spezialtests sinnvoll sind und liefert eine Checkliste für das Gespräch mit dem Arzt. Ideal für Gesundheitsbewusste, die Studienergebnisse kritisch bewerten wollen — sofort per E‑Mail als PDF. Kostenlosen Labor-Report anfordern

  • Die Behauptung, Nattokinase sei ein vollwertiger Ersatz für ärztlich verordnete Blutverdünner, wird strikt zurückgewiesen.
  • Die fehlende Standardisierung vieler Produkte erschwert eine verlässliche Dosierung und Anwendung.

Long-COVID: Hoffnungsschimmer oder Strohfeuer?

Ein großer Treiber des aktuellen Interesses ist die Diskussion um Long-COVID. In Laborversuchen konnte Nattokinase Spike-Proteine von SARS-CoV-2 zersetzen. Diese Ergebnisse wurden von Betroffenen euphorisch aufgenommen.

Doch Vorsicht: Ein Effekt im Labor bedeutet nicht automatisch eine Heilung im Menschen. Bislang fehlen großangelegte Studien, die eine signifikante Linderung der komplexen Long-COVID-Symptome durch die Einnahme von Kapseln belegen. Für viele Patienten bleibt das Enzym dennoch ein Hoffnungsträger.

Boomender Markt in der regulatorischen Grauzone

Wirtschaftlich ist Nattokinase ein Erfolg. Der globale Markt wächst weiter, angetrieben vom Trend zu natürlichen Gesundheitsprodukten. Doch im Marketing herrscht eine Grauzone.

In der EU ist Nattokinase als Lebensmittel zugelassen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erlaubt jedoch keine Health Claims zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Während Hersteller auf Verpackungen zurückhaltend sein müssen, überschlagen sich in sozialen Medien die Heilsversprechungen.

Verbraucherschützer warnen eindringlich: Bei ernsten kardiovaskulären Risiken dürfen Nahrungsergänzungsmittel keine ärztliche Behandlung ersetzen. Die unkontrollierte Einnahme zusammen mit Blutverdünnern kann deren Wirkung gefährlich verstärken.

Tradition trifft auf moderne Sehnsüchte

Die Faszination für Nattokinase speist sich aus ihrer Herkunft. In Japan gilt das fermentierte Sojagericht Natto seit Jahrhunderten als gesund. Die Supplement-Industrie packt diese Tradition nun in Kapseln.

Der Hype spiegelt einen breiteren Trend wider: die Suche nach sanften Alternativen zur Schulmedizin. Nattokinase besetzt diese Nische. Branchenbeobachter fordern jedoch mehr Verantwortung von den Herstellern – für Qualität und transparente Kommunikation. Überzogene Erwartungen könnten sonst das tatsächliche, präventive Potenzial des Enzyms diskreditieren.

Anzeige

PS: Sie möchten Studien wie zur Nattokinase besser einordnen und wissen, welche Blutwerte auf Risiken oder Nutzen hinweisen? Der Laborwerte‑Selbstcheck bietet einen praktischen Selbsttest, 25 Seiten mit klaren Erklärungen und konkrete Tipps, wie Sie Fehldiagnosen vermeiden und welche Werte wirklich Handlungsbedarf zeigen. Der Report kommt gratis per E‑Mail – perfekt, um beim nächsten Arzttermin gezielter nachzufragen. Jetzt Laborwerte verständlich machen

@ boerse-global.de