Nationaler Emissionshandel startet entscheidendes Jahr
02.01.2026 - 01:02:12Deutschlands nationaler Emissionshandel tritt 2026 in die Marktphase ein. Ab Juli werden Zertifikate versteigert, wobei der Preis in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro liegt. Der Reverse-Charge-Mechanismus bleibt zentral zur Betrugsprävention.
Deutschlands CO₂-Bepreisung für Wärme und Verkehr tritt 2026 in die entscheidende Marktphase ein. Ab Juli werden Zertifikate erstmals versteigert – ein wichtiger Schritt vor der EU-weiten Einführung.
Von der Festpreis- zur Marktphase
Das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) verlässt 2026 die reine Festpreiswelt. Während für das abgelaufene Verpflichtungsjahr 2025 noch bis zum 13. Januar Nachkäufe zum Fixpreis von 55 Euro pro Tonne möglich sind, startet im Juli der Versteigerungsmodus. Die Europäische Energiebörse (EEX) wird dann wöchentlich Zertifikate für das Jahr 2026 anbieten.
Der entscheidende Unterschied: Der Preis wird nicht mehr staatlich vorgegeben, sondern entsteht am Markt. Allerdings innerhalb eines gesetzlichen Korridors zwischen 55 und 65 Euro. Diese Schwankungsbreite soll den Übergang zu einem vollständigen Marktpreis abfedern. Ab 2027/2028 soll das nationale System dann im neuen europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) aufgehen.
Steuerliche Absicherung gegen Betrug bleibt zentral
Mit steigenden Handelsvolumina wächst die Gefahr von Mehrwertsteuerbetrug. Daher bleibt der Reverse-Charge-Mechanismus die zentrale Säule der steuerlichen Absicherung. Die Regelung, die seit 2023 gilt, verschiebt die Steuerschuld vom Verkäufer auf den käufenden Unternehmen.
Hintergrund sind sogenannte Karussellgeschäfte, bei denen Betrüger die vereinnahmte Umsatzsteuer nicht an das Finanzamt abführen. Für alle Marktteilnehmer ist es essenziell, ihre Buchhaltungs- und Rechnungssysteme auf diese „Nettobesteuerung“ einzustellen. Die EU hat die Anwendungsmöglichkeit dieses Mechanismus für Emissionszertifikate bis Ende 2026 verlängert.
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Direkter Marktzugang oder über Mittler?
Die EEX, die im Oktober 2025 erneut mit der Durchführung der Auktionen beauftragt wurde, rät zur frühzeitigen Registrierung. Unternehmen, die direkt an den Versteigerungen ab Juli teilnehmen wollen, müssen ein spezielles Zulassungsverfahren durchlaufen.
Für kleinere verpflichtete Unternehmen dürfte der direkte Marktzugang jedoch zu aufwendig sein. Experten erwarten, dass Banken und spezialisierte Handelshäuser als Mittler eine größere Rolle spielen werden. Sie können die Nachfrage bündeln und im Namen ihrer Kunden Zertifikate erwerben. Das Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) rät allen Teilnehmern, den Status ihrer Konten im nEHS-Register zu prüfen.
Generalprobe für den europäischen Emissionshandel
Das Jahr 2026 ist eine Brückenphase mit Signalwirkung für ganz Europa. Der nationale Preis-Korridor von 55 bis 65 Euro gibt praktisch eine Untergrenze für die künftigen europäischen CO₂-Preise in den Sektoren Gebäude und Verkehr vor.
Gleichzeitig dient die Bewährung des Reverse-Charge-Mechanismus im nationalen System als Generalprobe für den EU-ETS 2. Dort werden grenzüberschreitende Betrugsrisiken robuste, harmonisierte Steuerregeln erfordern. Die erfolgreiche Umsetzung in Deutschland wird auf europäischer Ebene genau beobachtet.
Wichtige Termine für Marktteilnehmer 2026
- 13. Januar 2026: Erster Nachkauftermin für Zertifikate des Jahres 2025 (Festpreis: 55 €).
- 30. April 2026: Veröffentlichung des endgültigen Auktionskalenders und der -volumen.
- Juli 2026 (geplant): Start der wöchentlichen Auktionen für Zertifikate 2026 (Preiskorridor: 55–65 €).
- 30. September 2026: Abgabefrist für Zertifikate des Verpflichtungsjahres 2025.
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