Nasdaq Composite, Iran-Krieg

Nasdaq Composite schließt fünfte Verlustwoche ab: 2,1-Prozent-Rückgang auf 20.948 Punkte durch Iran-Krieg und Tech-Schwäche

28.03.2026 - 07:34:33 | ad-hoc-news.de

Der Nasdaq Composite Index hat am Freitag, 27. März 2026, um 459,72 Punkte oder 2,1 Prozent zugelegt und die 20.948,36 Punkte erreicht. Der Tech-lastige Index beendet damit die fünft längste Verlustserie seit dem Iran-Krieg, getrieben von geopolitischen Risiken, steigenden Ölpreisen und Rückgängen bei Big Tech wie Amazon, Meta und Nvidia.

Nasdaq Composite,  Iran-Krieg,  Tech-Aktien - Foto: THN
Nasdaq Composite, Iran-Krieg, Tech-Aktien - Foto: THN

Der **Nasdaq Composite Index** hat am Freitag, 27. März 2026, einen deutlichen Rückgang von 459,72 Punkten oder 2,1 Prozent hingelegt und schloss bei 20.948,36 Punkten. Dieser Verlust markiert das Ende der fünften aufeinanderfolgenden Verlustwoche für den technologieorientierten US-Aktienindex, die schlechteste Serie seit dem Ausbruch des Kriegs mit dem Iran. Im Gegensatz zum breiteren S&P 500, der 1,7 Prozent einbüßte, und dem Dow Jones Industrial Average mit einem Minus von 1,7 Prozent, traf den Nasdaq Composite die Tech-Schwäche besonders hart, da Big-Tech-Aktien wie Amazon, Meta Platforms und Nvidia stark nachgaben.

Stand: Samstag, 28. März 2026, 08:34 Uhr MEZ (Europe/Berlin)

Geopolitische Unsicherheiten als Haupttreiber

Die jüngsten Entwicklungen im US-Iran-Konflikt dominieren die Marktstimmung und wirken sich direkt auf den **Nasdaq Composite** aus. Wall Street schwankte diese Woche zwischen Gewinnen und Verlusten, je nach Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende. Am Freitag übertrugen sich jedoch die anhaltenden Spannungen auf die Aktienmärkte, insbesondere auf den Tech-Sektor, der im Nasdaq Composite mit einem Gewicht von über 50 Prozent stark vertreten ist. Der Index, der alle an der Nasdaq-Börse notierten Aktien umfasst, litt unter der Flucht in defensive Assets und steigenden Rohölpreisen, die Inflationsängste schüren.

Brent-Rohöl stieg um 3,4 Prozent auf 105,32 US-Dollar pro Barrel, während US-West-Texas-Intermediate-Öl um 5,5 Prozent auf 99,64 Dollar zulegte – ein Anstieg von rund 50 Prozent seit Kriegsbeginn gegenüber früheren Niveaus um 70 Dollar. Diese Dynamik belastet wachstumsstarke Tech-Unternehmen im Nasdaq Composite, da höhere Energiekosten die Margen drücken und die Fed-Zinsaussichten verschlechtern.

Unterschiede zu anderen US-Indizes

Im Vergleich zum Dow Jones, der um 793,47 Punkte auf 45.166,64 Punkte fiel, und dem S&P 500 mit einem Verlust von 108,31 Punkten auf 6.368,85 Punkte, zeigte der **Nasdaq Composite** eine überproportionale Schwäche. Während der Dow von industriellen Werten getragen wird, ist der Nasdaq mit seinem Fokus auf Technologie und Biotech anfälliger für Risikoaversion. Der Russell 2000, der Small Caps abbildet, verlor ebenfalls 1,7 Prozent auf 2.449,70 Punkte, unterstreicht aber, dass der Nasdaq den Tech-spezifischen Druck am stärksten spürte.

Der **Nasdaq-100**, ein Subindex mit den 100 größten nicht-finanziellen Werten, wird oft als Proxy genutzt, fiel jedoch in ähnlicher Weise, wobei Futures auf den Nasdaq-100 (CME-notiert) den Druck vorab signalisierten. Wichtig: Der Nasdaq Composite umfasst über 3.000 Aktien, darunter viele Small Caps, was ihn breiter, aber volatiler macht als den Nasdaq-100.

Tech-Giganten ziehen den Index nach unten

Drei von vier S&P-500-Aktien fielen, doch im **Nasdaq Composite** waren die Mega-Caps der Treiber: Amazon verlor 4 Prozent, Meta Platforms 4 Prozent und Nvidia 2,2 Prozent. Nvidia, ein Schlüsselplayer im AI-Boom, war bereits Donnerstag um 4,2 Prozent gefallen, was den Nasdaq Composite um 2,4 Prozent auf 21.408 Punkte drückte (je nach Quelle leichte Abweichungen durch Intraday-Schwankungen). Diese Aktien machen allein über 20 Prozent des Indexgewichts aus und verstärken Bewegungen.

Der Kommunikationssektor (XLC) und Technologie (XLK) im S&P 500 fielen um 3,5 bzw. 2,7 Prozent, spiegeln die Nasdaq-Schwäche wider. Energie (XLE) stieg hingegen um 1,6 Prozent, profitiert vom Öl-Boom, ist aber im Nasdaq Composite unterrepräsentiert.

Europäische Spillover-Effekte für DACH-Investoren

Für europäische Anleger, insbesondere in DACH-Ländern, wirkt sich der Nasdaq-Rückgang direkt auf ETFs und ETPs aus, die den Index tracken, wie den iShares Nasdaq Composite UCITS ETF (ISIN: IE00B53SZB19). Diese Produkte notieren an Xetra und spiegeln den US-Close wider, was zu Verlusten von rund 2 Prozent führt. Der VIX-Fear-Index stieg auf 27,44 (+8,3 Prozent), signalisiert erhöhte Volatilität, die sich auf DAX und Euro Stoxx 50 überträgt – europäische Indizes fielen nach gemischtem Asien-Handel.

Deutsche Investoren, die über 40 Prozent ihres Portfolios in US-Tech halten, spüren den Druck. Der Iran-Konflikt verschärft Energieimportängste in Europa, wo Ölpreise die Inflation treiben und EZB-Politik beeinflussen könnten.

Arbeitsmarktdaten und Fed-Erwartungen

Neben Geopolitik prägten US-Arbeitsmarktdaten die Stimmung. Für die Woche zum 21. März stiegen die Initial Jobless Claims auf 210.000 (+5.000), die 4-Wochen-Durchschnitt auf 210.500. Continuing Claims sanken auf 1.819.000, der niedrigste Stand seit Oktober 2024. Solide Daten dämpfen Zinssenkungshoffnungen, belasten Wachstumsaktien im **Nasdaq Composite**. Der Markt erwartet keine schnelle Fed-Entspannung, was Yields hoch hält und Tech drückt.

Ausblick und Risiken

Der **Nasdaq Composite** liegt nun 8,7 Prozent unter seinem Januar-Hoch, der S&P 500 ebenfalls. Nächste Katalysatoren: Fortschritte in US-Iran-Gesprächen, Trumps 10-Tage-Pause bei Iran-Energieangriffen und Wochenendnachrichten. Ölpreise über 100 Dollar könnten den Abwärtstrend verlängern, während Deeskalation Rallyes einleiten könnte. Positionierung in Nasdaq-100-Futures zeigt Short-Bias, verstärkt Intraday-Druck.

Langfristig bleibt der Index AI-getrieben, doch kurzfristig dominiert Risikoaversion. DACH-Investoren sollten Diversifikation prüfen, z.B. via ETFs, aber Volatilität einplanen.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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