NASDAQ 100, Iran-Konflikt

NASDAQ 100 schließt dritte Verlustwoche ab: Iran-Konflikt treibt Ölpreise und drückt Tech-Werte

15.03.2026 - 19:41:16 | ad-hoc-news.de

Der NASDAQ 100 Index fiel am Freitag um 0,62 Prozent auf 24.380,73 Punkte und markiert die dritte Verlustwoche in Folge. Geopolitische Spannungen um den Iran heizen Ölpreise an, schüren Inflationsängste und belasten rate-sensitive Wachstumsaktien.

NASDAQ 100,  Iran-Konflikt,  Tech-Aktien - Foto: THN
NASDAQ 100, Iran-Konflikt, Tech-Aktien - Foto: THN

Der NASDAQ 100 Index hat am Freitag, den 13. März 2026, mit einem Verlust von 0,62 Prozent bei 24.380,73 Punkten geschlossen. Dies markiert die dritte aufeinanderfolgende Verlustwoche für den Tech-Schwerpunkt-Index. Der unmittelbare Auslöser: Eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten, insbesondere Drohungen eines 'harten Schlags' gegen den Iran, die die Rohölpreise um über 4 Prozent in die Höhe trieben.

Das ist jetzt entscheidend für den NASDAQ 100, da der Index von rate-sensitiven Megacaps wie Apple, Microsoft und Nvidia dominiert wird. Steigende Energiepreise nähren Inflationserwartungen, verzögern Fed-Zinssenkungen und treiben Treasury-Renditen hoch – ein toxisches Gemisch für hoch bewertete Wachstumsaktien. Seit Jahresbeginn notiert der Index 3,27 Prozent im Minus, nahe dem Jahrestief von 24.289 Punkten.

Stand: 15. März 2026

Dr. Lukas Meier, Senior Market Analyst für US-Tech und Makro. Spezialist für Wachstumsindizes und geopolitische Risiken im DACH-Raum.

Innere Divergenz: Halbleiter widerstehen dem Druck

Trotz des Gesamtrückgangs zeigten einzelne NASDAQ 100-Komponenten Stärke. Micron Technology stieg um 5,13 Prozent auf 426,13 USD, getrieben von anhaltender AI-Nachfrage. Enphase Energy legte 3,45 Prozent zu auf 44,07 USD, Diamondback Energy 3,03 Prozent auf 182,37 USD. Auch Atlassian (+2,55 Prozent auf 75,21 USD) und Old Dominion Freight Line (+2,56 Prozent) hielten sich resilient.

Diese Gewinne mildern Verluste in den Megacaps ab, doch der Index bleibt breit negativ. Bestätigte Fakten: Der Tagesverlauf war volatil mit einem Hoch bei 24.786,65 Punkten und einem Tief bei 24.379,89 Punkten. Wöchentlich verlor der NASDAQ 100 1,26 Prozent. Die Interpretation: Halbleiter wie Micron profitieren von realen AI-Investitionen, unabhängig von Ölpreisen. Der Index leidet jedoch unter seiner Konzentration – die Top-7-Komponenten machen über 50 Prozent der Gewichtung aus.

Diese Divergenz unterstreicht eine Rotation: Von purem Growth zu Sektoren mit greifbaren Cashflows. Für Investoren bedeutet das: Nicht der gesamte NASDAQ 100 leidet gleichermaßen, sondern vor allem die hoch bewerteten Cloud- und Internet-Giganten.

Macro-Kontext: Ölpreise, Renditen und Fed-Dilemma

Die Iran-Spannungen haben Rohölpreise über 100 USD pro Barrel getrieben. Das schürt Stagflationsängste – hohe Energiepreise bei schwachem Wachstum. Treasury-Renditen für 10-jährige US-Anleihen kletterten auf 4,35 Prozent, der US-Dollar indexierte sich stärker. Beides trifft den NASDAQ 100 disproportional hart.

Exportabhängige Tech-Firmen leiden unter einem stärkeren Dollar, während höhere Renditen die Bewertungen von Growth-Stocks komprimieren. Der Index, mit hohem Anteil an Cloud (Amazon, Microsoft) und Consumer Internet (Meta, Alphabet), reagiert empfindlicher als der S&P 500. Wöchentlich underperformte der NASDAQ 100 mit -1,26 Prozent gegenüber -0,8 Prozent beim S&P 500.

Die Fed tagt Dienstag und Mittwoch. Ein schwächelnder Arbeitsmarkt spräche für Lockerung, hartnäckige Inflation – angeheizt durch Öl – dagegen. Erwartet wird: Zinsen unverändert. Für den NASDAQ 100 verzögert das jede Erholung.

Technische Analyse: Unterstützung unter Druck

Der NASDAQ 100 konsolidiert in einer Range von 24.289 bis 26.165 Punkten. Die aktuelle Position nahe 24.380 Punkten testet die wichtige Unterstützung bei 24.300. Ein Bruch darunter droht einen Absturz Richtung 23.500 Punkte. Über 24.800 Punkten würde ein Rebound-Signal ausgelöst.

Die VIX-Volatilität liegt über 20, typisch für geopolitische Events. NASDAQ 100-Futures handeln am Wochenende leicht tiefer und spiegeln anhaltende Unsicherheit wider. Seit dem Jahreshoch ist der Index um rund 7 Prozent gefallen – eine klassische Korrektur in rate-sensitiven Märkten.

Breadth ist eng: Nur wenige Outperformer kompensieren die Verluste der Megacaps nicht vollständig. Gegenüber dem Dow Jones, der defensiver aufgestellt ist, underperformt der NASDAQ 100 klar. Das macht ihn zu keinem breiten Marktproxy, sondern zu einem reinen Growth-Play.

DACH-Perspektive: Auswirkungen auf europäische Investoren

Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Druck auf den NASDAQ 100 relevant. Viele halten Positionen über ETFs wie den iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (ISIN IE00B53SZB19), die direkt vom Indexverlauf abhängen. Ein stärkerer US-Dollar belastet den Euro-Wechselkurs und schmälert Renditen in EUR.

Europäische Tech-Aktien wie ASML oder Infineon spüren Read-across-Effekte, da sie von US-Kunden wie Nvidia abhängen. Steigende Energiepreise heizen auch in Europa Inflationsängste an und könnten die ECB vor ähnliche Dilemmata stellen. DAX-Tech-Werte underperformten letzte Woche ebenfalls.

Geopolitik wie der Iran-Konflikt wirkt sich global aus: Höhere Ölpreise treiben Benzinpreise in der DACH-Region und erhöhen Produktionskosten für Industrieunternehmen. NASDAQ 100-Investoren sollten Diversifikation prüfen – weg von purem Tech hin zu resilienten Sektoren.

Risiken und Chancen: Was kommt als Nächstes?

Kurze Frist: Die Fed-Sitzung diese Woche ist pivotal. Bleiben Zinsen hoch, verlängert sich der Druck auf Growth-Stocks. Längere Frist: Eine Deeskalation im Nahen Osten könnte Ölpreise dämpfen und den NASDAQ 100 entlasten. AI-getriebene Halbleiter wie Micron bieten Pockets of Strength.

Risiken: Eine Eskalation würde Stagflationsängste verstärken, VIX weiter anheizen und den Index unter 24.000 drücken. Chancen: Rotation in Value und Energy innerhalb des Index könnte Verluste begrenzen. Positionierung: Reduzierte Hebelprodukte empfohlen bei hoher Volatilität.

Der Index-Umbau ab März 2026 könnte zudem Gewichtungen verschieben, insbesondere für gehebelte und inverse Produkte. Täglicher Reset-Faktor erhöht Risiken bei Seitwärtsmärkten.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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