NASDAQ 100, Nahost-Krise

NASDAQ 100 rutscht um 1,88% ab: Nahost-Krise treibt Ölpreise über 110 Dollar und schürt Inflationsängste

21.03.2026 - 15:50:05 | ad-hoc-news.de

Der NASDAQ 100 Index schloss Freitag bei 23.898 Punkten mit 1,88% Verlust. Eskalierende Spannungen um die Straße von Hormus pushen Ölpreise und Fed-Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten - ein Schlag für tech-lastige Wachstumswerte. DACH-Investoren spüren den Druck durch Euro-Schwäche und globale Risiken.

NASDAQ 100,  Nahost-Krise,  Tech-Aktien - Foto: THN
NASDAQ 100, Nahost-Krise, Tech-Aktien - Foto: THN

Der NASDAQ 100 Index hat am Freitag, 20. März 2026, einen markanten Einbruch hingelegt und schloss bei 23.898,15 Punkten mit einem Tagesverlust von 1,88 Prozent. Dieser Rückgang wird primär durch eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten verursacht, wo Druck auf Iran bezüglich der Straße von Hormus wächst und Rohölpreise Brent über 110 Dollar trieben. Für den NASDAQ 100, der zu über 50 Prozent aus rate-sensitiven Tech- und Wachstumsaktien besteht, bedeutet dies eine direkte Bedrohung der hohen Bewertungen durch frische Inflationsängste und sinkende Zinssenkungs-Chancen.

Stand: 21.03.2026

Dr. Lukas Berger, Chefanalyst US-Tech-Märkte. Spezialist für Wachstumsindizes und geopolitische Risiken im Tech-Sektor.

Geopolitischer Trigger: Straße von Hormus im Fokus

Bestätigte Fakten: Die Spannungen um Iran und die Straße von Hormus haben sich in den letzten 24 Stunden verschärft. Berichte deuten auf militärische Drohungen hin, die den Ölfluss bedrohen könnten. Brent-Öl kletterte damit über 110 Dollar pro Barrel, ein Anstieg von über 2 Prozent allein am Freitag. Dies schürt sofort Inflationsängste, da Energiepreise direkt in die US-Kerninflation einfließen.

Für den NASDAQ 100 ist das relevant, weil der Index stark von Megacap-Tech wie Nvidia, Apple und Microsoft abhängt. Diese Aktien reagieren empfindlich auf steigende Renditen, da höhere Zinsen die Diskontierung zukünftiger Cashflows verteuern. Der Index fiel intrasession sogar auf 23.848 Punkte mit minus 2,08 Prozent, bevor er leicht erholte.

Warum jetzt? Der Markt hatte bis Donnerstag auf Fed-Zinssenkungen im Juni gehofft. Der Öl-Schub verschiebt diese Erwartungen und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Pause oder sogar Zinserhöhung. Futures auf den NASDAQ 100 (NQ1!) notieren samstags bei 24.217 Punkten mit leichtem Minus von 0,60 Prozent, was auf anhaltenden Druck hindeutet.

Technische Bruch: Aufwärtstrendkanal geplatzt

Der NASDAQ 100 hat den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal nach unten gebrochen. Nächste Unterstützung liegt bei 23.500 Punkten, darunter 23.293 als potenzielles Ziel mit 3 Prozent Downside-Risiko. Der 5-Tage-Chart zeigt einen Verlust von 2,18 Prozent, seit Jahresbeginn minus 5,55 Prozent. RSI nähert sich oversold-Niveau, könnte aber bei anhaltendem Öl-Druck ignoriert werden.

Volumen lag bei über 2,2 Milliarden Einheiten, was starke Verkäufe signalisiert. Dies markiert den vierten Wochenrückgang in Folge mit rund 2 Prozent Minus auf Wochenbasis. Im Vergleich: Der S&P 500 fiel um 1,51 Prozent auf 6.506 Punkte, Dow Jones um 0,96 Prozent. Der NASDAQ 100 unterperformt damit klar, was auf tech-spezifische Ängste hinweist.

Top-Flops im Index: Constellation Energy minus 8,86 Prozent, CrowdStrike minus 5,34 Prozent, Micron minus 5,30 Prozent, ASML minus 5,19 Prozent, Intel minus 4,79 Prozent. Gewinner wie Arm plus 2,12 Prozent konnten den breiten Rückgang nicht abfedern. Der Move ist also nicht broad-based, sondern konzentriert in Halbleitern und Software.

Marktbreite: Tech unter Druck, Value outperformt

Der NASDAQ 100 zeigt schwache Breite: Nur wenige Titel im Plus, während Halbleiter und KI-Aktien bluten. Im Kontrast steigen Energie- und Value-Werte. Russell 2000 fiel um 10 Prozent unter Rekordhoch und geht auf Korrekturkurs, doch der NASDAQ leidet stärker durch seine Growth-Bias.

US-Treasury-Renditen klettern: 10-Jahres-Yield über 4,5 Prozent, was Wachstumswerte weiter belastet. Der Dollar-Index stärkt sich, was Exporteure im NASDAQ 100 wie Apple trifft. Seit Jahresbeginn minus 3,54 Prozent für den Index – ein klares Underperformance gegenüber globalen Märkten.

DACH-Perspektive: Euro-Druck und ECB-Kontrast

Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der NASDAQ 100-Rückgang hochrelevant. Der Euro schwächt sich auf unter 1,05 Dollar ab, was US-Tech-ETFs teurer macht. DAX und MDax zeigen ähnliche Verluste, getrieben von ASMLs Minus von 5 Prozent, das read-across zu AMD und Intel hat.

Schweizer Investoren mit Fokus auf Tech-ETFs wie den iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (ISIN IE00B53SZB19) spüren den Schmerz direkt. Die ECB bleibt dovish, während die Fed hawkisher wird – ein doppelter Schlag für euro-basierte Portfolios. Globale Risiken wie Hormus bedrohen zudem Lieferketten für Halbleiter, relevant für Infineon und STMicroelectronics in Europa.

In den letzten 72 Stunden hat sich der Druck verstärkt: Ölpreise plus 5 Prozent, Yields plus 20 Basispunkte. DACH-Fonds mit hoher US-Tech-Allokation sollten Positionen prüfen, da die Korrekturpotenziale bei 10 Prozent liegen.

Sektor-Analyse: Halbleiter und KI am stärksten betroffen

Im NASDAQ 100 leiden Halbleiter und Software am meisten. Micron minus 5,30 Prozent, ASML minus 5,19 Prozent – kein Momentum mehr im KI-Hype. CrowdStrike als Cybersecurity-Repräsentant minus 5,34 Prozent zeigt, dass der Sell-off breiter ist. Energie-Titel wie Diamondback Energy plus 1,59 Prozent profitieren vom Öl-Boom.

Das ist kein earnings-getriebener Move (keine großen Q1-Zahlen), sondern rein risikobasiert. Bewertungen: P/E des NASDAQ 100 bei 32x forward, vulnerabel bei steigenden Zinsen. Vergleich zur Vorwoche: Index minus 0,73 Prozent wöchentlich, Monat minus 2,42 Prozent.

Risiken und Katalysatoren: Was kommt als Nächstes?

Kurzerfristig: Samstag 21. März ruhiger Handel, Montag US-Baubeginne und Baugenehmigungen als Datenfokus. Prognosen leicht fallend, könnten Rezessionsängste verstärken. Geopolitik bleibt wildcard: Beruhigung in Hormus könnte Rally triggern, Eskalation zielt auf 23.000 Punkte.

Fed-Minutes nächste Woche könnten Zinshoffnungen klären. Für NASDAQ 100 Futures relevant: Aktuell minus 0,60 Prozent. Langfristig: Tech-Fundamentals stark (AI-Wachstum), aber stagflationsähnliche Risiken bremsen.

DACH-Investoren sollten Hedging via Puts oder Shift zu Value prüfen. ETFs wie Lyxor Nasdaq-100 UCITS ETF bieten Exposure, aber mit Währungsrisiko.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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