NAKO-Studie, Psychische

NAKO-Studie: Psychische Belastungen in Deutschland steigen weiter

24.02.2026 - 16:40:20 | boerse-global.de

Die NAKO Gesundheitsstudie zeigt einen deutlichen Langzeitanstieg von Depressionen, Ängsten und Stress in der Bevölkerung, der auch Jahre nach der Pandemie anhält. Besonders junge Erwachsene und Frauen sind betroffen.

Eine neue Analyse der NAKO Gesundheitsstudie belegt einen deutlichen Anstieg von Depressionen, Ängsten und Stress in der Bevölkerung. Die Werte liegen selbst Jahre nach der Pandemie noch deutlich über dem Niveau von 2020. Besonders junge Erwachsene und Frauen sind betroffen.

Die im Deutsches Ärzteblatt International veröffentlichten Daten zeigen einen besorgniserregenden Langzeittrend. Im Herbst 2022 litten noch immer weit mehr Menschen unter psychischen Problemen als vor der Corona-Krise. Die Ergebnisse fordern gezielte Maßnahmen – gerade in Hochleistungsbereichen wie der Wissenschaft.

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Dramatische Zahlen: Stress hat sich mehr als verdoppelt

Die Auswertung von fast 80.000 Studienteilnehmern liefert konkrete Zahlen: Der Anteil der Menschen mit depressiven Symptomen stieg von 5,9 auf 9,7 Prozent. Bei Angstsymptomen gab es einen Anstieg von 3,9 auf 6,2 Prozent. Am stärksten kletterte die Belastung durch Stress – sie verdoppelte sich von 4,1 auf 10,2 Prozent.

„Die Pandemie hat deutliche Spuren in der mentalen Gesundheit hinterlassen, die über die akute Phase hinaus anhalten“, betont NAKO-Vorstandsvorsitzende Annette Peters. Die Forschenden warnen: Diese psychischen Folgen werden die Gesellschaft noch lange beschäftigen.

Wissenschaftssystem unter besonderem Druck

Für den Wissenschaftsbereich sind die Ergebnisse besonders relevant. Hier potenzieren sich die Belastungen: Hoher Publikationsdruck, befristete Verträge und die isolierte Promotionsphase setzen Nachwuchsforscher unter Dauerstress. Bereits frühere Untersuchungen zeigten, dass diese Gruppe überdurchschnittlich oft psychisch erkrankt.

Die neuen NAKO-Daten unterstreichen die Dringlichkeit, die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft nachhaltig zu verbessern. Graduierteneinrichtungen an Unis werden als wichtige, niedrigschwellige Anlaufstellen gesehen. Doch reicht das aus?

Neue Initiativen sollen Lücken schließen

Als Reaktion auf die Problematik startete zu Beginn des Jahres ein neuer Forschungsverbund. Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) untersucht unter Leitung der Universitätsmedizin Halle gezielt die mentale Gesundheit von Studierenden. Ziel ist es, die bisher lückenhafte Datenlage zu schließen und Präventionsprogramme anzupassen.

An dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt sind renommierte Einrichtungen wie die Charité Berlin, die LMU München und das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim beteiligt. Parallel entstehen an Hochschulen konkrete Hilfsangebote wie die „Mental Health Days“ der Berlin University Alliance.

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Pandemie als Katalysator für systemische Schwächen

Die Studie ist mehr als eine Momentaufnahme. Sie zeigt, wie die Pandemie als Katalysator für bereits bestehende Schwachstellen wirkte. Experten warnen: Unbehandelte psychische Belastungen gefährden nicht nur das Wohl der Einzelnen, sondern langfristig die Innovationskraft des gesamten Wissenschaftsstandorts.

Ein Kulturwandel erscheint unumgänglich – weg von der reinen Leistungsfixierung, hin zu einer Arbeitsumgebung, die mentale Gesundheit als Grundvoraussetzung anerkennt. Die Investitionen von Förderern und Unis sind ein erstes Signal. Doch was folgt daraus?

Digitale Hilfe und die Frage nach der Kultur

In Zukunft werden datengestützte Analysen weiter an Bedeutung gewinnen. Der neue DZPG-Verbund soll detaillierte Längsschnittdaten liefern. Die große Herausforderung bleibt: Wissenschaftliche Erkenntnisse in wirksame Unterstützung zu überführen.

Digitale Gesundheits-Apps, wie sie in Mannheim oder Berlin entwickelt werden, könnten personalisierte und niedrigschwellige Hilfe bieten. Langfristig wird der Erfolg jedoch davon abhängen, ob es gelingt, die systemischen Ursachen von Stress anzugehen. Kann eine Kultur entstehen, in der psychische Gesundheit kein Tabu, sondern gemeinsame Verantwortung ist?

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