Nahverkehr, Bayern

Nahverkehr in Bayern: Tarifstreit droht zu eskalieren

21.02.2026 - 02:51:11 | boerse-global.de

Der öffentliche Nahverkehr in Bayern steht vor einer neuen Eskalationsstufe. Nach ergebnislosen Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und den kommunalen Arbeitgebern kündigen sich weitere und möglicherweise flächendeckendere Warnstreiks an. Für Pendler bedeutet das wochenlange Ungewissheit.

Im Zentrum des Konflikts stehen die Forderungen von ver.di für rund 9.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft verlangt eine deutliche monatliche Gehaltserhöhung von 668,75 Euro. Zudem soll die Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich sinken. Die Begründung: Nur so lasse sich der massive Personalmangel bekämpfen und der Beruf attraktiver machen.

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Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Bayern hält dagegen. Die Forderungen seien „realitätsfern“ und würden die Kommunen finanziell überfordern. Allein die Gehaltsforderungen bedeuteten in den unteren Entgeltgruppen eine Erhöhung von bis zu 27,7 Prozent. Das Gegenangebot der Arbeitgeber: Lohnerhöhungen von insgesamt fünf Prozent in zwei Schritten, orientiert am Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes.

Gezielte Streiks legen Städte lahm

Bereits in dieser Woche zeigte sich, was auf Bayern zukommen könnte. Gezielte Arbeitsniederlegungen legten den Busverkehr in mehreren Städten lahm. Betroffen waren unter anderem Augsburg, Regensburg, Passau und Landshut. In den betroffenen Städten fielen U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse aus, nur Notfahrpläne sicherten eine Grundversorgung.

Ver.di kündigte an, diese Taktik bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 9. März auszuweiten – und dabei ausdrücklich auch Betriebe außerhalb der Ballungsräume ins Visier zu nehmen. Die Botschaft ist klar: Ein guter Nahverkehr wird überall gebraucht, die Belastung der Mitarbeiter ist landesweit hoch.

Verhandlungen im Stillstand

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die zweite Verhandlungsrunde Mitte Februar endete im „Stillstand“. Ver.di wirft den Arbeitgebern vor, auf Zeit zu spielen und kein ernsthaftes Angebot vorzulegen. Der KAV betont dagegen seinen Einigungswillen, warnt aber vor den Konsequenzen: Übertriebene Forderungen würden zu höheren Fahrpreisen und einem schlechteren Angebot führen – ein Schaden für die Verkehrswende.

Für die Pendler in Bayern bedeutet das vor allem eines: Sie müssen sich auf weiterhin unruhige Wochen einstellen. Die Gewerkschaft will den Druck erhöhen, die Arbeitgeber zeigen keine Bewegung. Bis zum 9. März bleibt der Nahverkehr im Freistaat ein Spielball des Tarifkonflikts.

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