Nahrungsergänzungsmittel, Ersatz

Nahrungsergänzungsmittel: Kein Ersatz für Blutdruck-Therapie

31.01.2026 - 03:44:12

Fachgesellschaften betonen, dass eine Ernährungsumstellung nach DASH-Prinzipien wirksamer ist als Supplemente, deren Nutzen oft fragwürdig und deren Risiken unterschätzt sind.

Viele Menschen mit Bluthochdruck setzen auf Nahrungsergänzungsmittel – doch Mediziner warnen. Führende Fachgesellschaften wie die Deutsche Hochdruckliga betonen: Pillen und Pulver sind kein Ersatz für eine ärztliche Therapie oder eine grundlegende Ernährungsumstellung. Die wissenschaftliche Evidenz ist hier klar.

Die bewiesene Kraft der Ernährung

Die wirksamste nicht-medikamentöse Strategie gegen Bluthochdruck ist eine bewusste Ernährung. Besonders die DASH-Diät hat in Studien überzeugt. Dieser Ansatz setzt auf:
* Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte
* Fettarme Milchprodukte, Geflügel, Fisch und Nüsse
* Eine starke Reduzierung von Kochsalz

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal fünf Gramm Salz täglich – ein Wert, der durch verstecktes Salz in Fertiggerichten oft überschritten wird. Die DASH-Diät liefert zudem reichlich Kalium, Magnesium und Ballaststoffe. Eine konsequente Umstellung kann den systolischen Blutdruck um bis zu 11 mmHg senken.

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Supplemente: Die dünne Datenlage

Der Markt für blutdrucksenkende Nahrungsergänzungsmittel boomt. Die wissenschaftliche Basis ist jedoch häufig fragwürdig.

  • Coenzym Q10: Eine große Cochrane-Übersichtsarbeit fand keine eindeutige Evidenz für eine blutdrucksenkende Langzeitwirkung.
  • Omega-3-Fettsäuren: Meta-Analysen deuten auf einen leichten Effekt hin. Experten raten dennoch primär zum Verzehr von fettem Fisch statt zu Kapseln.
  • Magnesium & Kalium: Bei einem ärztlich diagnostizierten Mangel kann eine Supplementierung sinnvoll sein. Eine unkontrollierte Einnahme ist jedoch riskant – eine Überdosierung von Kalium kann zu Herzrhythmusstörungen führen.

Die versteckten Risiken der Selbstmedikation

Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen kein strenges Zulassungsverfahren. Für Bluthochdruck-Patienten bergen sie konkrete Gefahren:

  • Wechselwirkungen: Sie können die Wirkung verordneter Blutdruckmedikamente stören.
  • Verstecktes Natrium: Viele Brausetabletten enthalten viel Salz, was den Salzkonsum sogar erhöht.
  • Trügerische Sicherheit: Die Einnahme von Pillen kann dazu verleiten, wirksame Lebensstiländerungen wie Bewegung zu vernachlässigen.

Ganze Lebensmittel schlagen isolierte Nährstoffe

Die Experten sind sich einig: Der gesundheitliche Nutzen von Obst und Gemüse entsteht durch das komplexe Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe. Ein Apfel liefert mehr als Vitamine – er enthält Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe in ihrer natürlichen Matrix.

Die klare Botschaft lautet: Der Königsweg gegen Bluthochdruck führt über den Teller, nicht über die Pille. Patienten sollten die Einnahme jeglicher Supplemente immer mit ihrem Arzt besprechen. Die Investition in frische Lebensmittel und eigene Kochkompetenz ist der sicherere und effektivere Weg.

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