Nahrungsergänzungsmittel, Gift

Nahrungsergänzungsmittel: Gift und Betrug im Online-Handel

07.03.2026 - 04:48:50 | boerse-global.de

Behörden warnen vor verunreinigten Produkten und betrügerischen Abo-Fallen im Nahrungsergänzungsmittelmarkt, der durch fehlende Regulierung begünstigt wird.

Nahrungsergänzungsmittel: Gift und Betrug im Online-Handel - Foto: über boerse-global.de
Nahrungsergänzungsmittel: Gift und Betrug im Online-Handel - Foto: über boerse-global.de

Lebensgefährliche Verunreinigungen und aggressive Betrugsmaschen erschüttern den Markt für Nahrungsergänzungsmittel. Behörden warnen aktuell vor einem präparierten Naturprodukt und einem groß angelegten Inkasso-Karussell. Die Fälle zeigen die dunkle Seite eines kaum regulierten Booms.

Verstecktes Viagra in "natürlicher" Kräuterpaste

Das Landratsamt Tübingen warnt dringend vor einem Produkt namens „Lotus Mixed Herbal Paste with Honey“. Lebensmittelprüfer fanden in der über Amazon vertriebenen Paste den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Sildenafil – den Hauptbestandteil von Viagra. Auf dem Etikett war er nicht deklariert.

Anzeige

Bevor Sie zu vermeintlichen Wundermitteln greifen, sollten Sie die Fakten Ihrer eigenen Gesundheit kennen. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen dabei, Ihre Blutwerte wie Cholesterin oder TSH ohne Medizinstudium richtig zu deuten und Fehldiagnosen zu vermeiden. Gratis-Report: Laborwerte richtig verstehen

Für viele Käufer kann der unbewusste Konsum lebensbedrohlich sein. Besonders riskant ist er für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Nitrat-Medikamente einnehmen. Der Verkauf des Artikels wurde gestoppt. Die Behörden raten: Nicht verzehren und bei Beschwerden sofort zum Arzt.

Abofalle: Inkasso-Jagd auf Senioren

Parallel schlägt die Verbraucherzentrale Sachsen Alarm. Die Unternehmen „Naturnah“ und „2N-Naturprodukte GmbH“ verschicken demnach unbestellte Pakete mit Nahrungsergänzungsmitteln an vorwiegend ältere Menschen – samt Rechnung für ein nie abgeschlossenes Jahresabo.

Wehren sich die Betroffenen, springen aggressive Inkassobüros wie die Quatripay GmbH an. Sie fordern zusätzliche Gebühren und erhöhen den Druck. Verbraucherschützer warnen: Keine Raten zahlen! Das könnte als Schuldanerkenntnis gewertet werden. Stattdessen sollen die Forderungen schriftlich zurückgewiesen werden.

Boom trotz fraglichem Nutzen

Dabei ist der tatsächliche Nutzen für die meisten Konsumenten ohnehin fraglich. Ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland nimmt regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Eine medizinische Unterversorgung liegt aber selten vor. Ernährungswissenschaftler betonen: Eine ausgewogene Ernährung reicht meist völlig aus.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Schwangeren wird Folsäure empfohlen, im Winter kann Vitamin D sinnvoll sein und Veganer benötigen oft Vitamin B12. Für die breite Masse bieten die meisten Pillen und Pulver jedoch keinen nachweisbaren Zusatznutzen.

Gesetzliche Grauzone lockt Scharlatane an

Das Kernproblem ist rechtlicher Natur. In der EU gelten die Präparate als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Sie durchlaufen kein Zulassungsverfahren. Die Verantwortung für die Sicherheit trägt allein der Hersteller. Behörden können oft erst nachträglich eingreifen – wie jetzt in Tübingen.

Hinzu kommt irreführende Werbung in Social Media. Influencer preisen die Produkte mit unzulässigen Gesundheitsversprechen an und schüren gezielt Ängste. Verbraucherschützer kritisieren diese Praxis scharf.

EU plant erstmals verbindliche Höchstmengen

Besserer Schutz ist in Sicht. Die Europäische Union will noch in diesem Jahr verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln festlegen. Bisher gab es in Deutschland nur Empfehlungen.

Anzeige

Statt auf ungeprüfte Präparate zu vertrauen, setzen viele Experten auf die Analyse valider medizinischer Daten. Dr. Ulrich Fricke zeigt Ihnen in diesem kostenlosen PDF-Guide, welche Vitalstoff-Werte wirklich zählen und wann weiterführende Tests für Ihre Gesundheit sinnvoll sind. Kostenlosen Laborwerte-Check hier anfordern

Von den neuen Grenzwerten sollen besonders kritische Stoffe wie Vitamin A, Vitamin D und Selen betroffen sein. Eine Überdosierung kann hier toxisch wirken. Bis die Regeln greifen, bleibt Verbrauchern nur eins: extreme Vorsicht. Der Kauf bei dubiosen Online-Quellen ist riskant. Bei Verdacht auf einen Mangel klärt ein Arztbesuch mit Blutbild mehr als jedes Wundermittel.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.

boerse | 68643590 |