Nahrungsergänzungsmittel, Höchstmengen

Nahrungsergänzungsmittel: EU plant Höchstmengen, Verbraucher warnen vor Risiken

07.03.2026 - 12:49:56 | boerse-global.de

Europäische Behörden warnen vor Gesundheitsrisiken und Abofallen bei Supplementen. Neue EU-Regeln sollen ab 2026 verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe einführen.

Nahrungsergänzungsmittel: EU plant Höchstmengen, Verbraucher warnen vor Risiken - Foto: über boerse-global.de
Nahrungsergänzungsmittel: EU plant Höchstmengen, Verbraucher warnen vor Risiken - Foto: über boerse-global.de

Europäische Behörden warnen vor gefährlichen Inhaltsstoffen und Abofallen bei Nahrungsergänzungsmitteln. Gleichzeitig steht die Branche vor einem historischen Wendepunkt: Noch 2026 will die EU erstmals verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe einführen. Die aktuellen Vorfälle zeigen jedoch, dass Aufklärung dringend nötig ist.

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Gesundheitsgefahr durch verbotene Substanzen

Die jüngsten Meldungen der Verbraucherzentralen sind alarmierend. Französische Behörden warnten kürzlich vor Kapseln, die den verschreibungspflichtigen Arzneistoff Sildenafil enthielten. Aus Belgien und Polen kamen Rückrufe für Präparate mit leberschädigenden Pflanzenstoffen oder bedenklichen Mengen an Mangan. Eine chronische Überdosierung von Mangan kann schwere Nervenschäden verursachen.

Die Problematik ist weit verbreitet. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit beanstandete im vergangenen Jahr 61 Prozent der risikoorientiert untersuchten Proben. Die Gründe reichten von irreführender Kennzeichnung bis hin zu nicht zugelassenen Arzneimitteln. Die geplanten EU-Höchstmengen für Nährstoffe wie Vitamin A oder Selen sollen solche Risiken künftig gesetzlich unterbinden.

Mediziner: "Kein Ersatz für notwendige Therapien"

Fachleute sehen ein massives Problem in der falschen Anwendung. "Die meisten Menschen in Mitteleuropa sind durch ihre normale Ernährung ausreichend versorgt", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Ausnahmen seien lediglich Vitamin D und Jod.

Besonders kritisch wird es, wenn Supplemente notwendige Medikamente ersetzen sollen. Die Deutsche Hochdruckliga warnt davor, blutdrucksenkende Medikamente durch vermeintlich natürliche Präparate zu ersetzen. Deren Wirkung sei nicht belegt. Bestimmte Brausetabletten könnten durch verstecktes Natrium den Blutdruck sogar gefährlich erhöhen. Auch in der Krebstherapie raten Experten zur Vorsicht, da unkontrolliert eingenommene Antioxidanzien den Heilungsprozess stören könnten.

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Abofallen zielen gezielt auf Senioren ab

Neben Gesundheitsrisiken rücken unlautere Geschäftspraktiken in den Fokus. Die Verbraucherzentrale Sachsen machte auf eine Welle unerwünschter Postsendungen aufmerksam, die sich gezielt an ältere Menschen richtet. Betroffene erhalten unaufgefordert Pakete mit Rechnungen für angebliche Jahresabonnements.

Widersprechen die Empfänger, geraten sie oft in ein Inkasso-Karussell. Auf die ersten Rechnungen folgen aggressive Mahnschreiben, die erheblichen psychologischen Druck ausüben. Verbraucherschützer raten, solche Pakete nicht unkommentiert zu behalten und sich rechtlich beraten zu lassen.

Ein Milliardenmarkt vor der Zähmung

Trotz aller Warnungen boomt der Markt. Analysen prognostizieren, dass allein der globale Markt für Gelenk-Supplemente bis 2032 ein Volumen von 16 Milliarden Dollar erreichen wird. Angetrieben wird das durch den demografischen Wandel und ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein.

Die anstehenden EU-Regeln werden den Markt stark verändern. Bislang gab es in Deutschland nur unverbindliche Empfehlungen. Mit den verbindlichen Höchstmengen 2026 müssen viele Rezepturen angepasst werden. Lebensmittelüberwacher begrüßen diesen Schritt als längst überfällig für den Verbraucherschutz.

Die Psychologie hinter dem Boom

Warum kaufen so viele Menschen die Produkte, obwohl sie sie oft nicht brauchen? Ernährungspsychologen verweisen auf den Halo-Effekt: Produkten mit Gesundheitsversprechen wird automatisch eine größere Wirkung zugeschrieben. Die tägliche Einnahme vermittelt vielen das Gefühl von Kontrolle über den eigenen Körper.

Die Industrie reagiert mit immer spezifischeren Nischenprodukten zu Themen wie Langlebigkeit oder mentaler Leistung. Die Grenze zwischen sinnvoller Ergänzung und teurem Placebo bleibt dabei fließend.

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