Nahrungsergänzungsmittel, Boom

Nahrungsergänzungsmittel: Boom trotz Warnungen

18.02.2026 - 13:01:12 | boerse-global.de

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel wächst stark, doch Verbraucherschützer warnen vor Risiken wie L-Arginin. Die EU plant 2026 verbindliche Höchstmengen für mehr Sicherheit.

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt – doch gleichzeitig mehren sich die Warnungen vor Risiken. Während Investoren auf Trends wie Langlebigkeit und Frauengesundheit setzen, mahnen Verbraucherschützer zur Vorsicht bei bestimmten Wirkstoffen.

Longevity und Frauengesundheit im Fokus

Der Markt wandelt sich rasant. Klassische Vitaminpräparate sind zwar weiterhin Umsatzträger, das große Geld fließt aber in neue Nischen. Eine aktuelle Analyse des Finanzportals Das Investment identifiziert drei Treiber des Booms:

  • Longevity: Präparate für gesundes Altern und Zellerneuerung verzeichnen massive Zuwächse.
  • Women’s Health: Produkte für spezifisch weibliche Bedürfnisse, etwa zur hormonellen Balance, holen stark auf.
  • Personalisierung: Individuelle, datengestützte Nährstoffmischungen ersetzen zunehmend das „Gießkannenprinzip“.

Branchenberichte prognostizieren für Europa bis 2033 ein jährliches Wachstum von rund 8,3 Prozent. Getrieben wird dies vor allem durch das steigende Gesundheitsbewusstsein.

Arginin und Qualitätsmängel als Risiken

Trotz der wirtschaftlichen Euphorie bleiben Sicherheitsbedenken. Die Verbraucherzentrale NRW warnt aktuell vor L-Arginin. Die als Wundermittel für Potenz und Durchblutung beworbene Aminosäure ist bei gesunden Menschen meist überflüssig. Die versprochenen Effekte bleiben oft aus, Wechselwirkungen mit Medikamenten sind dagegen ein reales Risiko.

Ein weiteres Problem sind Qualitätsmängel. Die jüngsten Rückrufe von Säuglingsnahrung namhafter Hersteller wegen bakterieller Toxine werfen ein Schlaglicht auf die Risiken globaler Lieferketten. Experten fordern deshalb schärfere Kontrollen – auch für pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel.

EU plant schärfere Höchstmengen

2026 könnte ein Wendepunkt werden. Die EU arbeitet an verbindlichen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe. Ziel ist es, gefährliche Überdosierungen von Nährstoffen wie Vitamin A oder Selen zu verhindern.

Bisher konnten Hersteller in Deutschland oft Extrem hoch dosierte Produkte verkaufen. Die geplante EU-weite Harmonisierung würde diesen „Dosierungswettbewerb“ beenden. Für die Industrie bedeutet das massive Anpassungen, für Verbraucher mehr Sicherheit. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert zudem ein nationales Prüfverfahren vor Markteinführung.

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Zwischen Lifestyle und Wissenschaft

Der Markt spaltet sich: Auf der einen Seite locken teure Lifestyle-Produkte mit Versprechen zu „Biohacking“ und Selbstoptimierung. Für Investoren zählt hier oft mehr die Zahlungsbereitschaft der Kunden als der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit.

Auf der anderen Seite warnen Ärzte vor einer „Über-Supplementierung“. Die ständige Verfügbarkeit hochdosierter Präparate, oft beworben via Social Media, suggeriert einen Bedarf, den es für die meisten Menschen nicht gibt. Die aktuellen Warnungen zeigen: Natürlich heißt nicht automatisch sicher.

Was kommt jetzt? Die regulatorischen Schrauben werden sich voraussichtlich weiter anziehen. Gleichzeitig dürften personalisierte Angebote und zielgruppenspezifische Kombipräparate weiter Marktanteile gewinnen. Verbraucherschützer raten besonders beim Online-Kauf aus dem Ausland zur Vorsicht – hier werden EU-Sicherheitsstandards oft umgangen.

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