Nahrungsergänzungsmittel: Boom mit Risiken
22.04.2026 - 15:00:49 | boerse-global.deEine aktuelle Analyse zeigt massive Mängel.
Besonders kritisch ist die Lage im Online-Handel. Hier finden sich laut Lebensmittelüberwachung immer häufiger Präparate mit verbotenen oder pharmakologisch aktiven Substanzen. Im EU-Schnellwarnsystem RASFF gehörten Nahrungsergänzungsmittel zuletzt zu den am dritthäufigsten gemeldeten Produktgruppen.
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Hohe Beanstandungsquote bei Kontrollen
In Deutschland gelten Nahrungsergänzungsmittel rechtlich als Lebensmittel. Sie benötigen daher keine Zulassung wie Arzneimittel. Die Verantwortung für Sicherheit und korrekte Werbung liegt allein beim Hersteller.
Dieser lockere Rahmen zeigt Folgen: Bei mehr als der Hälfte der geprüften Proben stellten Kontrolleure in den letzten Monaten Mängel fest. Meistens ging es um falsche Kennzeichnung oder unzulässige Gesundheitsversprechen.
Ashwagandha: Extreme Dosierung, fragwürdige Werbung
Ein aktuelles Beispiel ist der Trend um die Pflanze Ashwagandha. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW im Frühjahr 2026 offenbarte gravierende Probleme. Die beworbenen Effekte gegen Stress oder für besseren Schlaf sind wissenschaftlich nicht belegt.
Noch bedenklicher ist die Dosierung. Viele getestete Produkte enthielten im Schnitt das 4,5-Fache der in einigen EU-Ländern geltenden Höchstmengen. Experten warnen vor Nebenwirkungen wie Übelkeit und riskanten Wechselwirkungen mit Medikamenten. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA prüft das Risiko für Leberschäden nun genauer.
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Wann sind Pillen wirklich sinnvoll?
Trotz der Skandale gibt es medizinisch anerkannte Einsatzgebiete. Ernährungsmediziner wie Dr. Matthias Riedl betonen, dass eine ausgewogene Ernährung zwar Priorität hat, Defizite aber vorkommen.
So ist die Einnahme von Vitamin D in unseren Breitengraden oft sinnvoll. Für Schwangere werden Folsäure und Jod empfohlen, für Säuglinge standardmäßig Vitamin D und K. Senioren können von einer Kombination aus Calcium und Vitamin D profitieren, Veganer benötigen Vitamin B12. Vor jeder Einnahme sollte jedoch ein Arzt den individuellen Bedarf prüfen.
Protein-Fasten und andere gefährliche Trends
Im Bereich Gewichtsmanagement boomen oft marketinggetriebene Konzepte. Das sogenannte „Protein-Fasten“ mit Shakes und Pulvern steht in der Kritik. Ein dauerhaft überhöhter Eiweißkonsum kann die Nieren belasten und die Gefäßgesundheit schädigen.
Die Wissenschaft empfiehlt stattdessen einfache, effektive Methoden. Schon das Trinken von einem halben Liter Wasser kann den Stoffwechsel kurzfristig um 30 Prozent ankurbeln. Und regelmäßiges Joggen senkt das Herzinfarktrisiko laut Studien um bis zu 45 Prozent.
Pestizide: Das unterschätzte Risiko in Kapseln
Die Qualität der Rohstoffe wird zum entscheidenden Faktor. Eine aktuelle Krebsstudie vom April 2026 brachte ein überraschendes Ergebnis: Bei Nichtrauchern unter 50 stand ein sehr hoher Konsum von Obst und Gemüse mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko in Verbindung.
Forscher vermuten Pestizidrückstände als mögliche Ursache. Diese Problematik betrifft auch hochkonzentrierte Nahrungsergänzungsmittel. Experten raten daher, auf Produkte mit anerkannten Laborsiegeln zu setzen und unseriöse Internetquellen zu meiden.
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