NAB, KI-gesteuerten

NAB warnt vor KI-gesteuerten Deepfake-Betrugswelle

21.01.2026 - 12:00:12

Die National Australia Bank (NAB) schlägt Alarm: Immer mehr Betrüger nutzen künstliche Intelligenz, um Prominente zu imitieren und Anleger in die Falle zu locken. Die Bank verzeichnet einen deutlichen Anstieg solcher Investmentbetrügereien, die vor allem über soziale Medien verbreitet werden.

Die Zahlen sind alarmierend: Investmentbetrug, der auf Social-Media-Plattformen und Websites beginnt, ist in den vergangenen sechs Monaten um 15 Prozent gestiegen. Laut NAB-Daten aus dem zweiten Halbjahr 2025 sind diese digitalen Kanäle zum primären Ausgangspunkt für Finanzbetrug geworden.

„Soziale Medien bieten ein fruchtbares Umfeld für diese kriminellen Aktivitäten“, sagt Chris Sheehan, NAB-Executive für Gruppenermittlungen. Rund 70 Prozent aller Verluste durch Anlagebetrug beginnen heute mit einer Interaktion auf einer Social-Media-Plattform. Diese Quote bleibe trotz Aufklärungskampagnen hartnäckig hoch.

Die Betrüger setzen auf Deepfake-Technologie. Mit generativer KI erstellen sie täuschend echte Videos und Bilder von bekannten Persönlichkeiten. Diese gefälschten Empfehlungen sollen Opfer dazu bringen, an vermeintlich lukrative Investitionen in Kryptowährungen, Aktien oder Börsengänge zu glauben.

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Prominente im Visier der Betrüger

Die Bank warnt konkret vor der missbräuchlichen Nutzung bekannter Gesichter. Neben Tom Piotrowski, dem Marktanalysten der NAB-Tochter nabtrade, wurden bereits der Tierfilmer Robert Irwin, die Bergbau-Magnatin Gina Rinehart und die TV-Moderatoren Karl Stefanovic und David Koch imitiert. Selbst internationale Stars wie Schauspieler Kevin Costner oder Tech-Milliardär Elon Musk tauchen in den betrügerischen Kampagnen auf.

Im Fall von Piotrowski erstellten Betrüger Deepfake-Bilder, die seine Empfehlung für bestimmte Aktien vortäuschen. „Es ist niederschmetternd, dass mein Image genutzt wird, um Anleger zu manipulieren“, so der Analyst. Er betont: „Ich würde niemals Personen direkt über soziale Medien oder WhatsApp kontaktieren, um Investmentmöglichkeiten vorzuschlagen.“ Jeder derartige Kontakt sei ein eindeutiges Betrugssignal.

Das klassische „Pump and Dump“-Schema

Die NAB-Ermittler beschreiben ein bekanntes Muster: die „Pump and Dump“-Strategie. Kriminelle nutzen die gefälschten Promi-Empfehlungen und erzeugen in geschlossenen WhatsApp-Gruppen künstlichen Hype um Small-Cap-Aktien.

„Sobald der Kurs durch das Geld der Opfer steigt, verkaufen die Täter ihre Anteile zum überhöhten Wert“, erklärt Sheehan. Der anschließende rasante Ausverkauf lässt den Aktienkurs zusammenbrechen – die Kleinanleger tragen die Verluste. Die US-Bundespolizei FBI hatte bereits im Vorjahr vor ähnlichen globalen Betrugsschemata gewarnt.

Die Betrüger erzeugen gezielt Zeitdruck. Opfer sollen schnell handeln, um angebliche Garantierenditen nicht zu verpassen. Piotrowski warnt: „Versprechen garantierter Erträge von einer einzelnen Firma oder Druck, sofort zu kaufen, sind riesige Warnsignale.“

Erfolge bei der Betrugsabwehr

Trotz zunehmend raffinierter Angriffe verzeichnet die NAB Erfolge bei der Prävention. Im Geschäftsjahr bis zum 30. September 2025 verhinderte die Bank Kundenverluste in Höhe von 385 Millionen Euro. Gleichzeitig investierte sie über 900 Millionen Euro in Maßnahmen gegen Betrug, Cybersicherheitsbedrohungen und Finanzkriminalität.

Ein zentrales Abwehrmittel sind Echtzeit-Zahlungswarnungen in der NAB-App und im Internetbanking. Diese werden ausgelöst, wenn eine Überweisung ungewöhnlich erscheint oder Merkmale bekannter Betrugsmuster aufweist. „Diese Hinweise sollen Kunden dazu bringen, inne zu halten und ihre Handlung zu überdenken“, so Sheehan.

KI-Betrug als Branchen-Herausforderung

Die Ausbreitung von KI-gesteuertem Betrug stellt eine massive Herausforderung für die Finanzbranche und digitale Plattformen dar. Die zunehmende Verfügbarkeit generativer KI-Tools senkt die Einstiegshürde für Kriminelle – täuschend echte Fälschungen sind heute einfacher denn je zu produzieren.

Sheehan fordert einen koordinierten nationalen Ansatz mit Unternehmen, Social-Media-Plattformen, Behörden und der Gemeinschaft, um diese Verbrechen bereits im Ansatz zu stoppen. Die Position der Bank deckt sich mit breiteren Branchenforderungen nach mehr Verantwortung der Plattformen für die auf ihren Seiten gehosteten Inhalte und Werbeanzeigen.

Experten erwarten, dass Banken verstärkt auf verhaltensbiometrische Analysen und KI-gestützte Erkennungssysteme setzen werden. Doch die durch Deepfakes ausgenutzte „Vertrauenslücke“ – die Glaubwürdigkeit visueller Promi-Empfehlungen – bleibt eine Schwachstelle, die technische Kontrollen allein nicht schließen können.

Die Finanzindustrie bereitet sich auf ein ständiges Wettrüsten zwischen Betrugsprävention und den technischen Möglichkeiten krimineller Netzwerke vor. Als sofortige Schutzmaßnahmen rät die NAB ihren Kunden, ihre Social-Media-Einstellungen zu überprüfen, um gezielte Werbung einzuschränken, und unbekannte Nummern in Messengern zu blockieren.

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