München: Tausende demonstrieren gegen explodierende Mieten
07.02.2026 - 02:13:12Tausende Menschen protestierten heute auf dem Münchner Odeonsplatz gegen die Wohnungsnot. Unter dem Motto „Uns glangt’s!“ zog ein breites Bündnis durch die Innenstadt und forderte einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Die Veranstalter sprachen von bis zu 10.000 Teilnehmern.
Breites Bündnis fordert radikales Umdenken
Hinter dem Protest steht eine Allianz aus über 110 Organisationen. Initiativen wie #ausspekuliert, das Münchner Forum und die Kampagne Mietenstopp führen das Bündnis an. Unterstützung kommt vom DMB Mieterverein München und zahlreichen Gewerkschaften.
Die Kernforderungen sind weitreichend:
* Ein bundesweiter Mietenstopp
* Konsequenter Schutz von Sozialwohnungen
* Verbot des Verkaufs öffentlicher Immobilien an private Investmentfirmen
* Bekämpfung von spekulativem Leerstand
Die Demonstrationsroute führte bewusst durch Straßen wie die Türkenstraße. Sie gilt als Symbol für die Verdrängung von Mietern durch Luxussanierungen.
Dramatische Zahlen treiben die Wut
Die Proteste speisen sich aus der extrem angespannten Lage auf dem Münchner Wohnungsmarkt. Die Stadt ist die teuerste in Deutschland. In zentralen Lagen wie Schwabing liegen die Angebotsmieten oft über 1.800 Euro für eine Durchschnittswohnung. Selbst in günstigeren Vierteln wie Neuperlach sind 1.300 Euro Kaltmiete keine Seltenheit.
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Die Folgen sind gravierend. Normale Verdiener, Familien oder Pflegekräfte können sich das Leben in der Stadt kaum noch leisten. „Es geht nicht nur um Wohnraum, sondern um die soziale Mischung, die München ausmacht“, sagte Mitinitiatorin Julia Richter. Geflüchtete Menschen seien zusätzlich mit Benachteiligung konfrontiert, so der Bayerische Flüchtlingsrat.
Geteiltes Echo aus der Politik
Die Forderungen stoßen auf unterschiedliche Reaktionen. Oppositionsparteien unterstützen die Anliegen. Stadt- und Landesregierung verweisen auf bereits ergriffene Maßnahmen.
Die Stadt München hat einen Mietenstopp für ihre rund 70.000 kommunalen Wohnungen bis Ende 2026 verlängert. Die Durchschnittsmiete liegt hier bei 7,92 Euro pro Quadratmeter – deutlich unter dem Marktniveau.
Kritiker halten das für unzureichend. Die Organisatoren argumentieren, dass Instrumente wie die Mietpreisbremse nicht griffen. Der Protest richtet sich daher explizit auch an die Bundespolitik.
Ein bundesweites Problem
Der Münchner Protest ist Teil einer größeren Bewegung. In Metropolen wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt formieren sich ähnliche Bündnisse. Die Ursachen sind vielschichtig: anhaltender Zuzug, Mangel an bezahlbarem Neubau und die Attraktivität von Immobilien als Kapitalanlage.
Im Fokus der Kritik stehen zunehmend große Immobilienkonzerne. Deren Geschäftsmodell basiere oft auf Mietsteigerungen und der Umwandlung in Eigentumswohnungen. Die Demonstration unterstreicht die Forderung, Wohnen als soziales Grundrecht und nicht als Ware zu betrachten.
Wächst der Druck auf die Politik?
Mit der Großdemonstration haben die Initiativen den Druck spürbar erhöht. Die gesammelten Forderungen sollen in den kommenden Wochen offiziell übergeben werden. Die Debatte über bezahlbares Wohnen wird die Agenda weiter bestimmen.
Sollten die Forderungen unbeantwortet bleiben, sind weitere Proteste wahrscheinlich. Die hohe Teilnehmerzahl zeigt: Die Geduld vieler Bürger ist am Ende. Die Wohnungskrise entwickelt sich zur zentralen sozialen Frage für den Zusammenhalt in den Großstädten.
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