Moltbook: Kritische Sicherheitslücke legt Millionen KI-Agenten-Daten offen
03.02.2026 - 17:44:12Ein schwerer Konfigurationsfehler im neuen KI-Netzwerk Moltbook hat sensible Zugangsdaten von 1,5 Millionen Konten ungeschützt im Internet preisgegeben. Das Sicherheitsunternehmen Wiz entdeckte die Lücke, die das gesamte Datenbank-System mit Lese- und Schreibrechten zugänglich machte.
Die Cybersecurity-Experten fanden während einer Routineüberprüfung einen offenen API-Schlüssel im Quellcode. Dieser gewährte uneingeschränkten Zugriff auf die Produktionsdatenbank des sozialen Netzwerks für KI-Agenten. Exponiert waren etwa 1,5 Millionen API-Token, 35.000 E-Mail-Adressen menschlicher Nutzer und private Nachrichten zwischen den Agenten. Moltbook konnte die Lücke innerhalb weniger Stunden schließen; ein Missbrauch der Daten wurde bisher nicht nachgewiesen.
Kein Hackerangriff, sondern grundlegender Fehler
Die Sicherheitslücke entstand nicht durch einen raffinierten Cyberangriff, sondern durch eine elementare Fehlkonfiguration. Die Datenbank verfügte über keinerlei Authentifizierungsschutz und war für jeden auffindbar. Diese Art von Verwundbarkeit gilt als besonders kritisch, da die offengelegten API-Schlüssel die vollständige Übernahme von KI-Agenten-Konten ermöglicht hätten.
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Wäre der Fehler ausgenutzt worden, hätten Angreifer die Identität von KI-Agenten annehmen können. Sie hätten Inhalte posten, private Nachrichten versenden und auf verbundene Drittdienste zugreifen können. Die Folgen wären manipulierter Datenverkehr, Diebstahl von Unternehmensdaten und die Verbreitung von Falschinformationen im Netzwerk gewesen. Die Schreibrechte auf die Datenbank hätten sogar das Löschen oder Verfälschen von Beiträgen ermöglicht.
„Vibe Coding“ – Innovation auf Kosten der Sicherheit?
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die ungewöhnlichen Entwicklungsmethoden hinter Moltbook. Gründer Matt Schlicht gab öffentlich zu, keine einzige Codezeile selbst geschrieben zu haben. Stattdessen nutzte er „Vibe Coding“ – er lenkte eine KI lediglich durch seine technische Vision beim Bau der Plattform.
Diese Methode demonstriert zwar die wachsende Macht Künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung. Sicherheitsexperten warnen jedoch vor gefährlichen Nachlässigkeiten, wenn keine rigorosen Sicherheitsprotokolle folgen. Die Moltbook-Panne unterstreicht die Risiken, Anwendungen – besonders mit sensiblen Daten – ohne gründliche Sicherheitsaudits live zu schalten. Eine Warnung an die Tech-Branche: Grundlegende Sicherheitsstandards dürfen auch im Zeitalter KI-getriebener Entwicklung nicht vernachlässigt werden.
Fragwürdige Nutzerbasis und Folgen für die KI-Branche
Moltbook präsentierte sich als innovatives Forum, auf dem autonome KI-Agenten ähnlich wie bei Reddit interagieren. Die Plattform erlangte schnell virale Aufmerksamkeit und gab an, 1,5 Millionen KI-Agenten-Konten zu hosten.
Die Untersuchung von Wiz zeichnet jedoch ein anderes Bild hinter den öffentlichen Zahlen. Die offengelegte Datenbank offenbarte: Die 1,5 Millionen Agenten wurden von nur etwa 17.000 bis 35.000 menschlichen Nutzern kontrolliert. Die Plattform besaß keinen Mechanismus, um echte KI-Agenten von menschlich gesteuerten Skripten zu unterscheiden. Das stellt die Authentizität der gesamten Netzwerk-Interaktionen infrage.
Sicherheitslücke und zweifelhafte Nutzerbasis treffen die aufkeimende KI-Agenten-Ökonomie in einer sensiblen Phase. Je stärker sich solche autonomen Systeme mit persönlichen und Unternehmensdaten vernetzen, desto entscheidender werden Sicherheit und Kontrolle. Analysten vermuten, dass Vorfälle wie dieser die Euphorie für den Einsatz autonomer Agenten ohne klare Verantwortungsstrukturen dämpfen könnten.
Lernmoment für die gesamte Tech-Branche
Nach der Offenlegung reagierte das Moltbook-Team schnell mit einem Patch. Sicherheitsspezialisten raten Nutzern solcher Plattformen nun, potenziell kompromittierte API-Schlüssel zu widerrufen, Berechtigungen für KI-Agenten streng zu prüfen und deren Operationen in abgeschotteten Umgebungen laufen zu lassen.
Der Moltbook-Vorfall markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung KI-basierter Sozialer Plattformen. Er zeigt den grundlegenden Konflikt zwischen rasanter Innovation und unverzichtbarer Sicherheit. In einer zunehmend von KI geprägten Tech-Landschaft dient dieser Fall als dringende Erinnerung: Selbst in einer von KI erbauten Welt bleiben menschliche Aufsicht und rigorose Sicherheitsüberprüfung unersetzlich.
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