Mindestlohn-Kontrollen: Jeder vierte Betrieb fällt durch
16.02.2026 - 03:25:11 | boerse-global.deNeue Zahlen des Zolls zeigen massive Verstöße gegen das Mindestlohngesetz. Besonders betroffen sind die Gastronomie und das Baugewerbe.
Die Bilanz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) für 2025 ist alarmierend. Bei bundesweit fast 26.000 Kontrollen leiteten die Beamten in über 6.000 Fällen Ermittlungsverfahren ein. Das bedeutet: Fast jeder vierte überprüfte Arbeitgeber stand unter Verdacht, den gesetzlichen Mindestlohn zu umgehen. Die Zahlen bestätigen langjährige Warnungen von Gewerkschaften. Sie belegen systemische Probleme in Schlüsselbranchen.
Gastronomie: Systematische Ausbeutung aufgedeckt
Den Löwenanteil der Verstöße verzeichnet das Gast- und Hotelgewerbe. Die Methoden sind vielfältig und oft dreist. Beschäftigte müssen unbezahlte Überstunden leisten, weil das Arbeitspensum in der Regelzeit nicht zu schaffen ist. Andere Arbeitgeber ziehen illegal Geld für Kleidung oder Unterkunft vom Lohn ab. Eine gängige Praxis ist auch die Scheinselbstständigkeit, um Sozialabgaben zu sparen.
Viele Arbeitgeber unterschätzen die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung – und gerade unbezahlte Überstunden sind ein Prüfungsrisiko bei Kontrollen. Ein kostenloses E‑Book bietet praxisnahe Mustervorlagen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie Sie die Arbeitszeiterfassung rechtssicher umsetzen und Nachweise für Prüfungen bereitstellen. Besonders relevant für Gastronomie- und Bauunternehmen, die aktuell im Visier der FKS stehen. Arbeitszeiterfassung jetzt kostenlos downloaden
Neben der Gastronomie fallen auch das Taxigewerbe, Getränkemärkte und Sicherheitsdienste negativ auf. Die FKS konzentriert ihre Schwerpunktkontrollen gezielt auf diese personalintensiven Branchen. Das Ziel: Den Druck auf Arbeitgeber erhöhen und ein Zeichen setzen.
Baugewerbe: Organisierte Kriminalität im Fokus
Das Baugewerbe bleibt ein Dauerbrenner für die Fahnder. Hier geht es oft nicht um einfache Verstöße, sondern um komplexe kriminelle Netzwerke. Durch undurchsichtige Subunternehmerketten und Scheinfirmen werden Sozialbeiträge hinterzogen und Löhne schwarz ausgezahlt. Der jährliche Schaden für die Sozialkassen liegt im dreistelligen Millionenbereich.
Regelmäßige bundesweite Razzien sollen diese Strukturen zerschlagen. Dabei prüft der Zoll nicht nur den Mindestlohn, sondern auch die meist höheren branchenspezifischen Tariflöhne. Ehrliche Unternehmen sollen so vor unlauterem Wettbewerb geschützt werden.
Neue Gesetze: Digitaler Zugriff für den Zoll
Als Reaktion auf die anhaltenden Missstände hat die Politik nachgeschärft. Seit 1. Januar 2026 gilt das Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung (SchwarzArbMoDiG). Es gibt dem Zoll mehr Befugnisse und setzt auf digitale Ermittlungsarbeit.
Ein neues Risikomanagementsystem analysiert Geschäftsdaten, um auffällige Muster früh zu erkennen. Kontrollen werden so gezielter. Unternehmen sind jetzt verpflichtet, Zollbeamten bei Prüfungen vor Ort digitalen Zugriff auf ihre Datenbanken zu gewähren. Das soll Beweise schneller sichern und Verfahren beschleunigen.
Mehr Kontrolldruck durch Personalforderungen
Die aktuellen Zahlen befeuern die Debatte um mehr Personal für den Zoll. Der Linken-Abgeordnete, der die Daten erfragt hatte, fordert eine deutliche Ausweitung der Kontrollen. Die Herausforderung wächst: Seit Jahresbeginn liegt der Mindestlohn bei 13,90 Euro – ein Anstieg, der Umgehungsversuche noch lukrativer machen könnte.
Die FKS wird ihre Schwerpunktprüfungen fortsetzen. Die Mischung aus unangekündigten Vor-Ort-Kontrollen und digitaler Risikoanalyse soll säumige Arbeitgeber unter Druck setzen. Für Gastronomie und Baugewerbe heißt das: Sie bleiben im Visier der Fahnder. Der Schutz der Arbeitnehmer und der Sozialkassen hat weiter Priorität.
Wenn du diese Nachrichten liest, haben die Profis längst gehandelt. Wie groß ist dein Informationsrü
An der Börse entscheidet das Timing über Rendite. Wer sich nur auf allgemeine News verlässt, kauft oft dann, wenn die größten Gewinne bereits gemacht sind. Sichere dir jetzt den entscheidenden Vorsprung: Der Börsenbrief 'trading-notes' liefert dir dreimal wöchentlich datengestützte Trading-Empfehlungen direkt ins Postfach. Agiere fundiert bereits vor der breiten Masse.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Jetzt abonnieren.


